Anselm Neft – Hell (Buch)

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Anselm Neft - Hell (Buch)Bislang fand das Karstadt Bistro-Restaurant-Café in Literatur wie Musik kaum Erwähnung. Junge, innovative Bands wie Chefdenker („Heile Welt in 1-2 Minuten“) oder der Autor Anselm Neft ändern daran endlich etwas. Man bekommt beim Lesen der ersten Seiten auf jeden Fall Bock, selbst betrunken aufzuwachen, zu Karstadt zu latschen, sich in die oberste Etage befördern zu lassen und dort eine völlig fremde Frau anzusprechen. Soll sagen: Mitreißend ist das Erzählte ausgefallen – in allen drei Akten: dem ersten, noch recht normalen; dem zweiten, in dem es allmählich mysteriös wird; und dem dritten, in dem es schließlich phantastisch zugeht. Akteur ist Thomas Hell, 26, und die angesprochene Frau, Sophie, sowie deren Familie, spielen eine ebenso nicht unwesentliche Rolle in dem Roman, der als Liebesgeschichte beginnt, zum Thriller mutiert und uns dann mitnimmt, in das Kaufhaus, das unwahre wahre, aus dem die Welt besteht. Jedenfalls Thomas Hells Welt.

Wie das alles tatsächlich miteinander zusammenhängt: Man hat es schnell erfahren, denn wegzulegen braucht man das Buch eigentlich nicht. Außer man muss zur Arbeit. Aber wer muss heute schon noch zur Arbeit? – Acht Jahre hat Anselm Neft an dem Werk gehebelt und gedreht (damals durfte bei Karstadt noch geraucht werden!). Man merkt dem Geschriebenen die Mühen jedoch in keinem Moment an. Wäre ja auch schlimm: Geschichten, die die Qualen des Autors beim Schreiben auf den Leser übertrügen. Wäre ja wirklich schlimm. Aber wäre es auch fair? Nein, auch fair wäre es nicht. Oder doch? Nein. Der Rezensent weiß es nicht. Er hat das Buch an einem einzelnen Tag gelesen. Unter der Feder des auf dem Umschlag erwähnten Murakami wäre die Geschichte sicher mindestens dreimal so lange ausgefallen. Wenn Anselm Nefts zweiter Roman, an dem er aktuell schreibt, dreimal so lange ausfällt wie dieser sein Erstling, so ist der Rezensent später gerne bereit, drei Tage in das Lesen desselben zu investieren.

Cover  © Satyr Verlag

  • Autor: Anselm Neft
  • Titel: Hell
  • Verlag: Satyr Verlag
  • Erschienen: 03/2013
  • Einband: Hardcover
  • Seiten: 252
  • ISBN: 978-3-944035-03-1

Wertung: 12/15 dpt

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Über den Autor

Roland van Oystern

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Rolands Nerd-Schreibtisch

Manchmal mag der Mensch gern was aufschreiben, und wenn es bloß ein paar Zeilen über etwas sind, das vor ihm ein anderer aufgeschrieben hat. Mal besteht mein Antrieb diesbezüglich darin, wirklich etwas loswerden zu wollen. Mal ist es schlicht so, dass ich mir zu künden vorgenommen habe. Mag es – gleich wie – im besten Fall zum Nutzen eines Dritten oder gar Vierten geschehen. Geben und nehmen und geben.

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Anselm Neft – Hell (Buch)

von Roland van Oystern Artikel-Lesezeit: ca. 1 min
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