Andre Lux – Egon Forever! 2 (Buch)

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Andre Lux - Egon Forever! 2 (Buch)Strichmännchencartoons muss ein vernünftiger Mensch während des Schulunterrichts anfertigen . Gedanklich aufhalten kann man sich schließlich an kaum einem trostloseren Ort als dem Schulunterricht. Lux und Egon haben Jahre nach ihrer Zeit in dieser strapaziösen Institution wieder zusammengefunden, und das Schöne, ja das Schöne ist: alle dürfen jetzt teilhaben an ihren Abenteuern – ja, ihr alle – und Egon gibt es von nun an: für immer.

Größtenteils spielt sich das Geschehen in einem einzigen Panel ab; mal sind’s zwei oder drei oder die Szenen sind durchnummeriert. Gemeinsam ist den meisten dieser wundervollen Gags, dass es sich eindeutig um Humor für Fortgeschrittene handelt (Fortgeschrittene: Das seid ihr als Leser dieser Rezension ziemlich wahrscheinlich.) Und man muss wirklich oft lachen. Ihr kennt das: Man liest etwas und denkt: Oha, das ist wirklich lustig, fein beobachtet und äußerst komisch aufgearbeitet. Aber man ist deswegen nicht in Gelächter ausgebrochen. Nehmt euch etwas Zeit: Blättert nach dem Lachen nicht gleich zum nächsten Egon. Verweilt etwas, glotzt vor euch hin und werdet bestenfalls für einen Moment schwermütig. Glück und Elend liegen manchmal so nah beieinander wie ein Amazon-Gutschein für 5 Euro im Briefkasten und ein heruntergefallenes Nutella-Brot. Und der Moment, in dem man merkt, dass man alt und einsam sterben wird: Bereitet euch mit dieser Lektüre darauf vor. Besser als wegen der verlorenen Jugend von Wodka-Bull auf Jacky-Cola umzusteigen, oder?

Geht nun nicht gleich auf die Onlineseite von Egon, sondern bestellt euch – idealerweise umgehend – diese erlesene Auswahl an Egons in Buchform; folgt der Empfehlung. Legt euch mit dem Buch ins Freie. Leg dich damit in den Park, Boy. Leg dich am besten gleich dazu, Girl. Einsam sein könnt ihr wann anders wieder. Erfahrt, was der Mann im Mond denkt. Und denkt genauso, sofern euch das möglich ist. Trefft den verrückten Makler und schenkt seinen Worten Beachtung. Erfreut euch an fünf Original-Egons aus Andre Lux’ Kindheit und dem Cover des original allerersten Egonhefts aus dem Jahr 1994. Wenn ihr die Lektüre abgeschlossen habt, werdet ihr später im Internet auch die etwas schwächeren Ausgaben von Egon zu schätzen wissen. Und wenn doch nicht, könnt ihr immer noch das Gesicht des Verfassers dieser Zeilen googeln und euch vorstellen, da reinzuschlagen.

Cover © Engelsdorfer Verlag

 

 

Wertung: 13/15 dpt

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Über den Autor

Roland van Oystern

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Rolands Nerd-Schreibtisch

Manchmal mag der Mensch gern was aufschreiben, und wenn es bloß ein paar Zeilen über etwas sind, das vor ihm ein anderer aufgeschrieben hat. Mal besteht mein Antrieb diesbezüglich darin, wirklich etwas loswerden zu wollen. Mal ist es schlicht so, dass ich mir zu künden vorgenommen habe. Mag es – gleich wie – im besten Fall zum Nutzen eines Dritten oder gar Vierten geschehen. Geben und nehmen und geben.

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