Beautiful Creatures – Eine unsterbliche Liebe (Spielfilm, DVD/Blu-Ray)

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Beautiful Creatures DVD Cover © Concorde Home EntertainmentNacht für Nacht wacht Ethan (Alden Ehrenreich) verschwitzt auf. Er träumt immer und immer wieder von einem Mädchen, das er zu retten versucht, weil es sich in großer Gefahr befindet – doch immer wieder scheitert er und der Traum ist vorbei. Wer ist dieses unbekannte Mädchen, das ihn im Schlaf immer wieder verfolgt? Jedes Mal steht er vor demselben Rätsel – doch dann geschieht etwas, bei dem er glaubt, er träume es, doch es ist Realität. Die junge Frau, von der er träumt, kommt als neue Schülerin in Ethans Klasse. Sie entpuppt sich als Lena (Alice Englert), die Nichte des eigenartigen, eher ungenießbaren Gutsbesitzers Macon Ravenwood (Jeremy Irons), welcher im Wohnort konsequent gemieden wird. Auch Lena wird schnell zu einem Freak abgestempelt.

Dennoch verliebt sich Ethan sehr bald in das Mädchen. Was er nicht weiß: Sie stammt aus einer Familie von sogenannten „Castern“, Menschen, die über gewisse übernatürliche Fähigkeiten verfügen. Lena besitzt die Gabe, über Gedanken zu kommunizieren – so eben mit Ethan. Doch den Castern steht ab ihrem sechzehnten Lebensjahr etwas unvermeidbares bevor: Sie müssen sich entscheiden, ob sie Licht (also gut) oder Dunkel (böse) werden möchten. Lena läuft die Zeit weg, sie bekommt immer mehr Schwierigkeiten, ihre Fähigkeiten vernünftig zu steuern – und Ethan weiß nun, was zu tun ist: Er muss sie vor dem Dunkeln retten, sie soll Licht werden – und sie vielleicht auch endgültig für sich gewinnen.

Vorab sei gesagt, dass diese Verfilmung des ersten Teils einer vierteiligen Buchserie, in der deutschen Buchübersetzung mit „Sixteen Moons – Eine unsterbliche Liebe“ betitelt, an vielen Stellen offenbar weit von der Romanvorlage entfernt ist. Einiges wurde, wenn man den Anhängern der gedruckten Werke Glauben schenken darf , komplett weggelassen – sogar an sich wichtige Charaktere, anderes wurde vertauscht, weiteres wiederum hinzugedichtet, vieles vereinfacht. Daher sollte man als Zuschauer wohl erst gar nicht mit der Erwartung an „Beautiful Creatures – Eine unsterbliche Liebe“ herangehen, dass es sich um eine möglichst originalgetreue Literaturverfilmung handeln könnte.

An sich erinnert die Art der Dialogführung in diesem Film beinahe schon an US-Serien, auch was den Mix aus Drama, Emotion und Humor betrifft. Hier mal eine rührselige und herzklopfige Szene, dort ein frecher Spruch, dann wieder eine peinliche Situation, anschließend wieder etwas Spannung – dem Stab ist hier eine wahrlich runde Melange gelungen, die für Kurzweil sorgt. Auch was die Auswahl der Darsteller betrifft, hat man ausschließlich hervorragende Mimen an Land ziehen können, die ihre zugeschriebenen Figuren hervorragend vor der Kamera präsentieren. Als ebenfalls wunderbar darf die visuelle Umsetzung des Films bezeichnet werden: Skurrile Bilder, wunderschöne Kulissen und perfekt abgestimmte Details lassen ihn zu einem wahren optischen Genuss werden. Auch an Spezialeffekten hat man nicht gespart und hat Technologien verwendet, die alles realistisch aussehen lassen.

Doch wie im Film auch gibt es nicht nur Licht, sondern auch Dunkel. Und dunkel ist hier leider beispielsweise die Tatsache, dass einige Logiklücken bestehen bleiben und man sich fragen muss, wer oder was die „beautiful creatures“ denn nun sein sollen. Offenbar wird sich vieles mit den Fortsetzungen auflösen, doch im Grunde wird mit diesem Film ein ungewisses großes Ganzes angerissen, das über des Zuschauers Haupt zahlreiche Fragezeichen schweben lässt. Hier bleibt zu hoffen, dass sich in den Nachfolgern, die hoffentlich nicht im Zwei-Jahres-Rhythmus veröffentlicht werden, einiges aufklärt oder zumindest ansatzweise beantwortet wird, denn am Ende muss sich der Zuschauer fragen: »Und jetzt?«

Was allerdings ernsthaft stört, ist, dass man bei der Verfilmung doch sehr, sehr klar auf die „Twilight“-Klientel abzielt und dem Film tsunamiartig mit Zuckerguss überflutet und mit unpassend viel Pathos und Kitsch aufwartet, sodass man den Publikumskreis – ob beabsichtigt oder nicht – doch sehr auf weibliche junge Teenager einengt und wohl so manch Erwachsenen oder männlichen potenziellen Zuschauer abschrecken dürfte. Letztendlich ist „Beautiful Creatures – Eine unsterbliche Liebe“ leichtes Popcorn-Kino mit vielen Effekten, etwas Romanze und lockerem Humor, doch für zwei Stunden wird schlichtweg zu wenig erzählt.

Cover und Szenenbilder © Concorde Home Entertainment

  • Titel: Beautiful Creatures – Eine unsterbliche Liebe
  • Originaltitel: Beautiful Creatures
  • Romanvorlage:
    Sixteen Moons – Eine unsterbliche Liebe (Kami Carcia, Margaret Stohl)
  • Produktionsland und -jahr: USA, 2013
  • Genre:
    Romantik, Fantasy
  • Erschienen: 20.08.2013
  • Label: Concorde Home Entertainment
  • Spielzeit:
    119 Minuten auf 1 DVD
    124 Minuten auf 1 Blu-Ray
  • Darsteller:
    Alden Ehrenreich
    Alice Englert
    Jeremy Irons
    Viola Davis
    Emmy Rossum
    Thomas Mann
    Emma Thompson
  • Regie/Drehbuch: Richard LaGravenese
  • Produzenten:
    Erwin Stoff
    Broderick Johnson
    Andrew A. Kosove
    Molly Smith
  • Extras:
    Behind The Scenes
    Entfallene Szenen
    Trailer
  • Technische Details (DVD)
    Video: 2,40:1 (16:9)
    Audio:
    Deutsch (DTS 5.1 und DD 5.1), Englisch (DD 5.1)
    Untertitel:
    Deutsch
  • Technische Details (Blu-Ray)
    Video: 1080p HD 2,40:1 (16:9)
    Audio:
    Deutsch, Englisch (DTS-HD MA 5.1)
    Untertitel:
    Deutsch
  • FSK: 12
  • Sonstige Informationen:
    Infoseite zum Film auf Concorde Home Entertainment
    inklusive Erwerbsmöglichkeit
     

Wertung: 9/15 dpt

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Über den Autor

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Chris‘ Nerd-Schreibtisch

Gebürtiger Mannheimer. Jahrgang 1974. Seine Frau hält es seit 2001 mit ihm aus. Besessen von Büchern, Serien, Hörbüchern, Computerkram, Kaffee und Königsberger Klopsen. Meidet belanglosen Smalltalk und schätzt tiefgründige Gespräche. Nachteule. Freundlicher Teilzeitselektivmisanthrop.

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von Chris Popp Artikel-Lesezeit: ca. 3 min
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