Morgan Freeman Edition (Spielfilme, 3DVD-Box)

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Morgan Freeman Edition Box DVD Cover © STUDIOCANALÜber den 1937 in Tennessee geborenen Schauspieler, dessen Filmographie bis in die Mittsechziger zurückreicht, noch beschreibende Worte zu verlieren, gleicht beinahe einem Frevel, ebenso dürfte es sich erübrigen, die wichtigsten Filme, in welchen er mitwirkt, aufzuzählen, da es schlichtweg zu viele sind. Wer mit halbwegs offenen Augen US-Filme der letzten rund fünf Dekaden gesehen hat, dem ist zwangsläufig Freemans Gesicht begegnet, zumal er in fast allen gängigen Genres mitgewirkt hat. Bei vorliegender 3-DVD-Box kann man kaum von Personenkult sprechen, da man – von „Million Dollar Baby“ mal abgesehen – mit „Gone Baby Gone“ einen hierzulande nicht ganz so bekannten Film und mit „Edison“ sogar eine Produktion, die lediglich in den Niederlanden ihren Weg ins Kino gefunden hatte, ausgesucht hat. Statt eines „Seht her, hier ist er, der Schauspielgott Freeman höchstpersönlich“-Präsentierteller-Charakters steht hier die Qualität der einzelnen Filme im Vordergrund – denn in keinem der drei Filme ist er Protagonist – bestenfalls Coprotagonist.

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Gone Baby Gone:

Gone Baby Gone DVD Cover © STUDIOCANALDas in Boston lebende Detektivpärchen Patrick Kenzie (Casey Affleck) und Angela Gennaro (Michelle Monaghan) wird zu einem Fall herangezogen, in welchem die kleine Amanda, Töchterchen der drogensüchtigen Helene, spurlos verschwunden ist. Da Angela und Patrick sich in der Gegend bestens auskennen, dauert es auch nicht lang, bis das Paar einige Ungereimtheiten herausfindet – die beiden geraten schneller als es ihnen lieb ist in einen verworrenen, hoch komplexen Strudel aus Gewalt, Erpressung, Korruption und Drogen und setzen auf der Suche nach Amanda fast alles aufs Spiel, was sie haben: Ihre junge Liebe und ihr junges Leben. Sie geraten Schritt für Schritt in den völligen Wahnsinn um sie herum und bald auch den in ihrem Inneren – der Stich ins Wespennest erweist sich als höchst gefährlich.

Immer wieder offenbaren sich neue Abgründe, und bis kurz vor Filmende wird man stets aufs Neue von heftigen Wendungen überrascht. Die Grenzen zwischen Moral und Justiz verschwimmen teilweise völlig, und auch als Zuschauer muss man sich in diversen Situationen fragen, ob nun das Rechtssystem oder der gesunde Menschenverstand das Maß ist, an welchem gemessen werden soll.

Basierend auf Dennis Lehanes Roman „Kein Kinderspiel“ hat Schauspieler Ben Affleck mit diesem Regiedebüt gemeinsam mit Aaron Stockard ein realitätsnahes, äußerst packendes, vielschichtiges Thriller-Drama erschaffen, das vor allem – wie man durch die DVD-Extras erfahren kann – durch seine Echtheit hinsichtlich der brillant aufspielenden Darsteller (unter anderem auch Ed Harris, Amy Ryan, John Ashton und natürlich den Namensgeber der Box, Morgan Freeman) punkten kann, auch was die Leute aus dem Armenviertel betrifft, die sich hier teilweise selbst spielen. Es gibt so manche Momente, in denen einem der Atem stockt, zumal man zu keiner Zeit mit Hollywood-Lack gearbeitet hat, sondern dem Film den Dreck, die Verzweiflung und all die Negativa ungeschönt widerspiegelt. Ganz ohne Hysterie und Sensationslust.
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  • Titel: Gone Baby Gone – Kein Kinderspiel
  • Originaltitel: Gone Baby Gone
  • Produktionsland und -jahr: USA, 2007
  • Genre:
    Thriller, Drama, Krimi
  • Erschienen: 01.08.2013
  • Label: Studiocanal
  • Spielzeit:
    114 Minuten auf 1 DVD
  • Darsteller:
    Casey Affleck
    Michelle Monaghan
    Morgan Freeman
    Ed Harris
    John Ashton
    Amy Ryan
    Amy Madigan
    Titus Welliver
    Michael K. Williams
    Edi Gathegi
    Mark Margolis
    Madeline O’Brie
    Trudi Goodman
    Matthew Maher
  • Regie: Ben Affleck
  • Drehbuch:
    Ben Affleck
    Aaron Stockard
  • Produktion:
    Sean Bailey
    Alan Ladd Jr.
    Danton Rissner
  • Musik: Harry Gregson-Williams
  • Kamera: John Toll
  • Schnitt: William Goldenberg
  • Extras:
    • 6 zusätzliche Szenen und alternatives Ende
    • Audiokommentar von Autor und Regisseur
      Ben Affleck und Co-Autor Aaron Stockard
    • Authentizität einfangen: Die Besetzung von
      „Gone Baby Gone“
    • Heimkehr: Hinter den Kulissen mit Ben Affleck
  • Technische Details (DVD)
  • Bild: 1,85:1 (anamorph)
    Sprachen/Ton:
    Deutsch, Englisch (5.1 DD)
    Untertitel:
    Deutsch, Englisch, Englisch für Hörgeschädigte
  • FSK: 16
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Wertung: 13/15 dpt

 

Million Dollar Baby:

Million Dollar Baby  DVD Cover © STUDIOCANALLangsam in die Jahre gekommen ist der Boxmanager und Trainer Frankie Dunn (Clint Eastwood) und hat fast seine komplette Lebenszeit im und am Boxring verbracht. Seine wichtigste Devise war und ist stets „Am wichtigsten ist die eigene Deckung“ – und die gibt er seinen Schützlingen mit. Mit seiner kompromisslosen, zynischen und schroffen Art macht er sich nicht gerade Freunde – lediglich mit dem ehemaligen Boxer Scrap (Morgan Freeman), der die „Hit Pit“-Halle in Schuss hält, kommt er gut klar. In der Halle fliegen die Fäuste, und den beiden geht somit die Arbeit, die Suche nach neuen Talenten, nie aus. Als eines Tages die einunddreißigjährige Maggie Fitzgerald (Hilary Swank) ihre Übungen im „Hit Pit“ beginnt, wird sie von den anderen, männlichen Mitgliedern belächelt . Frankie ist erzürnt und sträubt sich vehement dagegen, die ehrgeizige junge Frau zu trainieren. Die wiederum pfeift auf die Vorurteile all der Männer und möchte unbedingt dort ihr Talent unter Beweis stellen. Das merkt auch Scrap, der sie einfach mal machen lässt.

Es dauert nicht lange, bis Maggie, die aus einer ziemlich kaputten Familie stammt und auch sonst nicht gerade in Glück badet, allen mit tonnenweise Disziplin, Power und Durchhaltevermögen beweist, dass sie das realisieren kann, wonach sie strebt. Schritt für Schritt kämpft sie sich weiter nach oben und entwickelt sich zu einer gefürchteten Gegnerin. Sie scheint unaufhaltsam zu kämpfen, boxt erst regional, dann national, später in der ganzen Welt. Maggie will alles haben. Und noch mehr. Immer weiter voran. Wie weit nach oben soll es noch gehen? Welchen Preis ist sie dafür zu zahlen bereit?

Clint Eastwood, der hier nicht nur als einmal mehr erstklassiger Schauspieler vor der Kamera stand, sondern auch hinsichtlich Regie, Produktion und Musik die Fäden in der Hand zog, hat mit dem 2004 entstandenen, mit vier Oscars® ausgezeichneten Film zusammen mit der restlichen Crew einen Meilenstein im Sportlerdrama-Genre gezaubert, der mit Klischees bricht und mit ihnen abrechnet. Neben der brillanten Besetzung (der extrem wandelbare Freeman, die extrem charismatische Swank) und dem kaum vorhersehbaren Filmverlauf, der den Zuschauer die Überlänge gar nicht wahrnehmen lässt ist es vor allem der Verzicht auf Pathos und die Authentizität der Bilder, die durch ihre Nüchternheit und Unverfälschtheit ihre Wirkung intensivieren.

Auch wurden die Boxszenen wohldosiert eingesetzt – die Übungen, die einzelnen Kämpfe, die glorreichen Momente, die hässlichen Schattenseiten, der Kampfgeist, all das kommt in gleichem Maße zur Geltung und sorgt in seiner Summe für Gleichgewicht im Gesamtbild. All die schockierenden Momente, all das Mitfiebern, das Entsetzen und der Schrecken, die nah ans Herz gehenden, höchst ergreifenden Szenen – „Million Dollar Baby“ schickt den Zuschauer wahrhaftig auf eine (Achtung, Phrasenalarm!) Achterbahnfahrt der Gefühle, fesselt ihn vor den Bildschirm und lässt ihn erst wieder los, wenn der Laser und die Mechanik des Players surrend darauf hinweisen, dass der Film nun tatsächlich vorbei ist.
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  • Titel: Million Dollar Baby
  • Originaltitel: Million Dollar Baby
  • Produktionsland und -jahr: USA, 2004
  • Genre:
    Sport, Drama
  • Erschienen: 01.08.2013
  • Label: Studiocanal
  • Spielzeit:
    127 Minuten auf 1 DVD
  • Darsteller:
    Clint Eastwood
    Hilary Swank
    Morgan Freeman
    Jay Baruchel
    Mike Colter
    Lucia Rijker
    Brian F. O’Byrne
    Margo Martindale
  • Regie: Cllint Eastwood
  • Drehbuch: Paul Haggis
  • Produktion:
    Clint Eastwood
    Paul Haggis
    Tom Rosenberg
    Albert S. Ruddy
  • Musik: Clint Eastwood
  • Kamera: Tom Stern
  • Schnitt: Joel Cox
  • Extras:
    Filmtrailer
  • Technische Details (DVD)
    Bild: 1,85:1 (anamorph)
    Sprachen/Ton:
    Deutsch, Englisch (5.1 DD)
    Untertitel:
    Deutsch, Englisch, Englisch für Hörgeschädigte
  • FSK: 16
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Wertung: 13/15 dpt

 

 

Edison:

Edison  DVD Cover © STUDIOCANALIm Action- und Korruptionsthriller „Edison“, der weltweit ausschließlich in den Niederlanden in die Kinos kam, erlebt der Zuschauer, wie Officer Rafe Deed (LL Cool J) und Sgt. Frances Lazerov (Dylan McDermott), zwei Mitglieder einer kompromisslosen Polizeispezialeinheit namens F.R.A.T. zwei in Drogendelikte involvierte Männer dingfest zu machen versuchen, was außer Kontrolle gerät und einer der beiden Junkies erschossen wird. Im später stattfindenden Mordprozess bedankt sich der überlebende der beiden leise bei Deed. Der von seinem Job angenervte, ebenfalls dort anwesende Journalist Josh Pollack (Justin Timberlake) bekommt dies mit und wird neugierig. Er versucht, von Deed mehr in Erfahrung zu bringen, wird jedoch von seinem Vorgesetzten scharf ausgebremst.

Dennoch möchte Josh einen Artikel veröffentlichen, doch Ashford (Morgan Freeman), sein vom Sensationsjournalismus müde gewordener Chef, macht ihm einen Strich durch die Rechnung, zumal es noch deutlich an Beweisen mangelt. Da Josh ansonsten nicht allzu erfolgreich seinen Job ausübt, setzt ihn Ashford vor die Redaktionstür – was den jungen Mann erst recht dazu anstachelt, den Artikel auszuarbeiten und entsprechend unnachgiebig zu recherchieren. Ermittler Wallace (Kevin Spacey) tritt ebenfalls auf den Plan und forscht auf seine ganz eigene Art und Weise nach. Joshs Energie ist kaum zu bremsen, doch damit begibt er sich in einen Strudel der Korruption und Gewalt, der bis weit in die obersten Etagen der Gesellschaft reicht. Willkommen zum postmillennialen Watergate.

Oberflächlich gesehen könnte man „Edison“ als einen typischen düsteren „Jungsfilm“ kategorisieren, da hier unzählige Fäuste und Kugeln fliegen, doch immer wieder werden wichtige Moralfragen in den Raum gestellt, die genannte These ad absurdum führen. Und letztendlich stellt sich ebenso die Frage, ob Worte nicht doch die vernichtendsten Waffen sind. Auch hinsichtlich Komplexität, Feinsinn und Verstrickungen hebt sich dieser Thriller doch sehr stark von so manchen Haudrauf-Streifen ab, was ihn qualitativ noch einmal ein ganzes Stückweit nach oben hebt. Auch auf Humor – sparsam aber böse! – hat man nicht verzichtet, sodass man bei all den heftigen Szenen und der mehr als ernsten Thematik hier und dort doch mal ein wenig schmunzeln darf.

Über den Cast muss man keine weiteren Worte verlieren: Morgan Freeman hat sich nicht zuletzt aufgrund seiner Leistung und seiner Flexibilität zu einem der begehrtesten und angesehensten Schauspieler aller Zeiten etabliert. LL Cool J dürfte spätestens mit seiner Hauptrolle bei „Navy CIS: L.A.“ bewiesen haben, dass er nicht „nur“ ein Musiker ist, der auch mal schauspielern will – ähnlich verhält es sich ja mit Justin Timberlake, den es von der Konzertbühne immer wieder weg und dafür vor die Filmkamera zieht, und auch Dylan McDermott als knallharter Oberarsch Lazerov scheint die Rolle zudem wie auf den Leib geschrieben zu sein. Doch selbst die Besetzung aus der „zweiten Reihe“ kann sich mehr als sehen lassen.

Lediglich bei einer recht ausgedehnten Szene muss man sich eventuell kopfkratzend denken, was das denn nun in dem Maße soll, doch mit dem Sackenlassen der Gedanken nach dem Filmgenuss beantwortet sich die Frage eigentlich fast von selbst, denn im Grunde schafft sie einen Kontrast, der eine entscheidende Sache noch einmal nachdrücklich betont.
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  • Titel: Edison
  • Originaltitel: Edison
  • Produktionsland und -jahr: USA, 2005
  • Genre:
    Thriller
    Politik
    Action
  • Erschienen: 01.08.2013
  • Label: Kinowelt/Studiocanal
  • Spielzeit:
    95 Minuten auf 1 DVD
  • Darsteller:
    Kevin Spacey
    Justin Timberlake
    Morgan Freeman
    LL Cool J
    Dylan McDermott
    John Heard
    Cary Elwes
    Piper Perabo
  • Regie: David J. Burke
  • Drehbuch: David J. Burke
  • Kamera: Francis Kenny
  • Produktion:
    Randall Emmett
    George Furla
    Avi Lerner
    John Thompson
  • Extras:
    Trailer
    Absolute Power – Behind the Scenes of Edison (OmU)
  • Technische Details (DVD)
    Bild: 2,35:1 (anamorph)
    Sprachen/Ton:
    Deutsch (5.1 DD DTS), Englisch (5.1 DD)
    Untertitel:
    Deutsch
  • FSK: 16
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Wertung: 11/15 dpt

Unterm Strich…

…ist diese Box demnach eine lohnenswerte Anschaffung für all jene, die Nachholbedarf an wirklich gutem Filmmaterial mit einer im Leistungskontext großen Schauspielerriege haben und die enthaltenen Filme womöglich noch nicht kennen. Und selbst wenn man einen der Filme bereits genossen hat, so sind die anderen beiden Produktionen wertig genug, um die Schlagkraft des „Den da kenn ich aber-schon“-Arguments abzufedern.
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Chris‘ Nerd-Schreibtisch

Gebürtiger Mannheimer. Jahrgang 1974. Lebt seit 2001 mit Frau und zwei Töchtern südwestlich von Kassel. Besessen von Büchern, Serien, Hörbüchern, Kaffee und Königsberger Klopsen. Schätzt tiefgründige Gespräche und meidet belanglosen Smalltalk. Nachteule. Freundlicher Teilzeitselektivmisanthrop.

 

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