jOBS – Die Erfolgsstory von Steve Jobs (Spielfilm, DVD/BluRay)

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jOBS - Die Erfolgsstory von Steve Jobs DVD Cover © Concorde HomeMöglicherweise war Jobs ein ebenso großer Finder wie Er-Finder: Dass er allerdings die Grundlagenforschung für graphische Benutzerschnittstelle, Computermaus etc. des Xerox Palo Alto Research Center (PARC) dort vorfand, nur verfeinerte und mit großem Erfolg an den Markt brachte, verschweigt der Film „jOBS“ der Einfachheit halber ebenso vollständig wie die sich anschließenden Fetzereien zwischen Apple und Microsoft (vgl. hierzu beispielsweise die „Silicon Valley Story“). Dafür ist der initiale Fund in diesem Biopic ein selbstgebauter Prototyp eines Personal Computer bei Steves Freund Steve Wozniak. Vorgeschaltet ist nur ein Zeitsprung in das Jahr 2001, wo Jobs in einer seiner – hier allerdings firmeninternen – legendären Ansprachen den ersten iPod ankündigt. In just dieser Zeit endet der Film auch knapp zwei Stunden später. Er berührt also nicht die Zeit ab 2007, in der die meisten Menschen Jobs kennengelernt haben und durch ihn – direkt oder mittelbar – Smartphone-Nutzer wurden.

jOBS - Die Erfolgsstory von Steve Jobs - Szenenbild © Concorde HomeDazwischen liegen die College-Jahre (bezeichnenderweise brach Jobs aber schon nach dem ersten Semester ab, blieb einzelnen Vorlesungen und dem Campus aber erhalten) und die Jobs-Jobs für den Computerspiele-Pionier Atari, die Konflikte (Jobs stinkt seinen Kollegen in gleich mehreren Bedeutungen des Wortes) und die berühmt-berüchtigte Episode, bei der Wozniak für Jobs eine Spieleentwicklung in nur vier Tagen erledigt, vom Film“held“ aber in der Frage des Honorars belogen und entsprechend betrogen wird. Der Zuschauer lernt also, Jobs von der ersten Minute gebrochen zu sehen: einerseits das Überzeugungstalent, der Charismatiker, anderseits der egozentrische Supernerd, der seine Freundin betrügt und charakterlich mindestens ebenso betrübliche Defizite wie bei der Körperhygiene aufweist – so wirft er beispielsweise Chris-Ann Brennan, mit der er zusammenlebt, aus dem Haus, als sie ihm erzählt, dass sie von ihm schwanger ist.

Bei Jobs formt sich die Vision, dass einmal jeder U.S.-Bürger einen Computer besitzen und „wie ein Küchengerät „bedienen können soll. Es folgt die Gründung von Apple Computer Inc. in der Garage von Jobs‘ Eltern (1976), es folgt der Apple I (ein Bausatz), der Einstieg von Business Angel Mike Markkula, der Apple II (ein PC), der Börsengang (bei dem Jobs seine Firmenmitbegründer ausbootet) – der Rest ist dann buchstäblich Silicon-Valley-und Welt-Geschichte.

jOBS - Die Erfolgsstory von Steve Jobs - Szenenbild © Concorde HomeDoch noch im rauschenden Aufstieg zu einem der schillerndsten IT-Konzerne sehen wir Jobs zwischen Genie und Wahnsinn. Er feuert Mitarbeiter aus dem Anflug einer Laune heraus und er gefährdet durch Entwicklungsprojekte, die aufgrund seines Perfektionismus‘ aus dem Ruder laufen, die Wirtschaftlichkeit des Unternehmens – so jedenfalls sieht es sein Aufsichtsrat, der ihn 1985 aus dem eigenen Unternehmen drängt, ohne dass der alte Weggefährte Markkula ihn zu schützen versucht.

Nach einem Zeitsprung ins Jahr 1996 sehen wir Jobs als CEO der Unix-Company NeXT, die von Apple übernommen wird. Da es schlecht um Image, Finanzen und vor allem die Innovationskraft von Apple steht, bekniet der derzeitige CEO Gil Amelio Jobs, als Interims-Berater zurückzukehren. Der ergreift die Chance, wird durch einen Coup sogar wieder CEO, woraufhin er wiederum Amelio und Markkula über die Klinge springen lässt. Nichts ist spannender als Wirtschaft…

Zurückgekehrt in die Korridore der Macht tauchen nun erstmals die markenzeichenhafte Nickelbrille und der schwarze Rollkragenpullover auf – und Jobs interessiert sich stark für die Arbeit von Jonathan Ive (später Chefdesigner von Apple) und beschließt, mit ihm gemeinsam Apple zurück zu seinen kreativen Wurzeln zu führen. Der Film endet damit, dass Jobs die Tonspur zur auch heute noch bekannten Werbekampagne „Think Different“ aufnimmt.

jOBS - Die Erfolgsstory von Steve Jobs - Szenenbild © Concorde HomeJobs wird von Hollywood-Star Ashton Kutcher (u.a. „Butterfly Effect“, „Two and a Half Men“ durchaus gekonnt verkörpert, allerdings ohne irgendwelche Tiefe zu entwickeln – ein Problem des gesamten, sehr gedrängt wirkenden Films. Positiv fällt hingegen der zu pfiffigen Kommentaren eingesetzte, zeitgenössische Soundtrack auf – eingangs resümiert beispielsweise Joe Walsh (u.a. Eagles) „Life’s Been Good“, Cat Stevens besingt den „Peace Train“ etc. …

„jOBS“ floppte trotz großem medialen Interesse in den USA an der Kinokasse und kam hierorts überhaupt nicht in die Kinos. Am 27.03. aber gehen immerhin DVD und BluRay hierorts in den Verkauf und Verleih. Für eine Schnelleinführung in die Phänomene Jobs und Apple sind sie allemal geeignet.

Cover & Szenenfotos © Concorde Home

  • Titel: jOBS – Die Erfolgsstory von Steve Jobs
  • Originaltitel: jOBS
  • Produktionsland und -jahr: USA, 2013
  • Genre:
    Drama/Biografie
  • Erschienen: 27.03.2014
  • Label: Concorde Home
  • Spielzeit:
    100 Minuten + 24 Minuten Bonus auf DVD

    105 Minuten + 24 Minuten Bonus auf BluRay
  • Darsteller:
    Ashton Kutcher

    Dermot Mulroney
    Matthew Modine
    Josh Gad
    Lukas Haas
    u.v.a.
  • Regie: Joshua Michael Stern
  • Drehbuch: Matt Whiteley
  • Produktion: Gil Cates Jr., Mark Hulme
  • Musik: John Debney
  • Kamera: Russell Carpenter
  • Schnitt: Robert Komatsu
  • Extras:
    Making Of

    Featurette
    Interviews
  • Technische Details (DVD)
    Bildformat: 2,40:1 (16:9)
    Tonformat:
    Deutsch (DD 5.1/DTS 5.1)
    Englisch (DD 5.1)
    Untertitel:
    Deutsch, ausblendbar
  • Technische Details (Blu-Ray)
    Bildformat: 2,40:1 (16:9) 1080p High Definition
    Tonformat:
    Deutsch, Englisch (DTS-HD MA 5.1)
    Untertitel:
    Deutsch, ausblendbar
  • FSK: 6
  • Sonstige Informationen:
    „jOBS“ Microsite
    „jOBS“ bei Concorde Home
    Trailer
    „jOBS“ bei Wikipedia
    Steve Jobs bei Wikipedia
    jOBS auf iTunes
  • Erwerbsmöglichkeiten

Wertung: 11/15 dpt


Über den Autor


Klaus‘ Nerd-Schreibtisch

Wer bist Du und was machst Du hier überhaupt?
Bin der, der hier hockt und sich grad schwer tut, zu erklären, was er hier überhaupt macht. ;-)

Wie wurdest du zum booknerd?
Das anzugeben, fällt erheblich leichter: Symptome der Booknerdismus-Deformation hatten sich früh gezeigt (in zartestem Alter den – erheblichen! – Buchbestand der Eltern einmal quergelesen).

∇ mehr über Klaus Reckert/Kontakt

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von Klaus Reckert Artikel-Lesezeit: ca. 3 min
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