Wolkig mit Aussicht auf Fleischbällchen 2 (Animationsfilm, DVD/Blu-Ray)

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Wolkig mit Aussicht auf Fleischbällchen 2 (Cover) © Sony Pictures Home EntertainmentDer zweite Teil des hochkomödiantischen Animationsfilms schließt direkt dort an, wo er erste Teil endete: Der junge Erfinder Flint Lockwood, der eine Maschine erschaffen hat, welche Wasser in Essen verwandeln konnte, hätte kaum ahnen können, wozu sein „Baby“ fähig gewesen war. Denn sehr bald regnete es Cheeseburger und andere Speisen, und Spaghetti-Tornados sorgten für Verwüstung. Bevor die Katastrophe also perfekt war, musste er Nägel mit Köpfen machen – und seine eigene, für das Gute auf der Welt gedachte Erfindung zerstören.

Wolkig mit Aussicht auf Fleischbällchen 2 (Szenenfoto) © Sony Pictures Home EntertainmentIm zweiten Teil wird Flint allerdings klar, dass sein „FLDSMDFR“ irgendwie doch überlebt hat und in veränderter Form existiert – es erschafft Tiere aus Essen. Frittantulas, Shrimpansen, Tacodile, Nilpfertoffeln und zahlreiche andere sogenannte „Naschtiere“ sind die neue Gefahr, der sich Flint, seine Freundin und Wetterreporterin Sam Sparks, sein Dad Tim sowie Brent, Earl, Steve und Manny stellen müssen.  Gleichzeitig treffen sie auf den exzentrischen Erfinder Chester V, der Chef der Firma Livecorp, die die zerstörte ehemalige Heimat der damals zwangsweise umgesiedelten Menschen wiederaufbauen will. Er bietet den Leuten Unterkunft und Arbeit, und gelegentlich finden sogar Erfinderwettbewerbe statt. Doch hegt V wirklich nur gute Absichten?

Das klingt alles spannend, und in der Tat ist für Action noch und nöcher gesorgt – doch um es vorweg zu nehmen: Der zweite Teil des Erfolgfilms kann zu keiner Minute an seinen Vorgänger heranreichen. Zum einen sind die Handlungsstränge, die sich durch die etwa eineinhalb Stunden quietschbunter Bilder ziehen, enttäuschend dünn, und es entsteht sehr schnell der Eindruck, als wolle man mit Effekthascherei Augenwischerei betreiben.

Wolkig mit Aussicht auf Fleischbällchen 2 (Szenenfoto) © Sony Pictures Home EntertainmentDie Figuren sind zwar allesamt äußerst originell gezeichnet, aber „Wolkig mit Aussicht auf Fleischbällchen 2“ ist über weite Strecken eine beinahe inflationäre Aneinanderreihung von Slapsticks (inklusive den mittlerweile leider unvermeidlichen Pupswitzchen, ohne die wohl leider kaum noch eine Komödie auskommt), ein penetrantes Sturmklingeln in der Lachrezeptoren-Etage findet statt. Das mag zwar oberflächlich gesehen unterhaltsam sein, da vieles schlichtweg urkomisch und wunderbar bekloppt ist, doch das Dauerfeuer geht auf Kosten anderer Faktoren, die den ersten Teil so liebenswert haben werden lassen.

War beispielsweise im ersten Teil noch eine romantische Komponente vorhanden, bei der dem Zuschauer das Herz lachend aufging, wird selbst selbige Komponente im Teil zwei ins Lächerliche gezogen. Auch die kurzen Luftholmomente fehlen völlig, es entsteht ein Overkill der Eindrücke, alles ist turbulenter, krasser, wilder, heftiger, lauter, höher, schneller, weiter – es entsteht das Gefühl, als sei man unfreiwillig in einen Hot-Dog-Wettessen-Contest geschubst worden, nur mit dem Unterschied, dass man festgehalten wird und die wurstbefüllten Brötchen von fremder Hand in den Schlund geschoben werden. Hyperaktivitätsschwangere Reizüberflutung galore.

Wolkig mit Aussicht auf Fleischbällchen 2 (Szenenfoto) © Sony Pictures Home EntertainmentEbenso fällt auf, dass die Profile der einzelnen Figuren deutlich flacher ausgefallen sind – Tiefe und Charakter findet man fast vergeblich. Verstörend ist auch, dass man einen großen Teil der Sprecher aus Teil eins ausgewechselt hat – ebenso merkwürdig ist, dass im Gegensatz zum Kinofilm des zweiten Teils, in welchem Ilka Bessin (besser bekannt als „Cindy aus Marzahn“) die Sprechrolle der Primatin Barb übernommen hat, für die Home Entertainment-Veröffentlichung Anna Grisebach als Synchronsprecherin eingesetzt wurde.

„Wolkig mit Aussicht auf Fleischbällchen 2“ reiht sich somit aus zahlreichen Gründen in die Riege der schwächeren zweiten Teile ein – nicht in so dramatischer Form wie bei so manch anderem Streifen, aber doch enttäuschend genug, um ihm dem Weg ins Langzeitgedächtnis zu verwehren und somit dem erneuten Wunsch des Zuschauens zu pulverisieren.

Cover & Szenenfotos © Sony Pictures Home Entertainment

 

  • Titel: Wolkig mit Aussicht auf Fleischbällchen 2
  • Originaltitel: Cloudy With a Chance of Meatballs 2
  • Produktionsland und -jahr: USA, 2013
  • Genre:
    Animationsfilm, Komödie
  • Erschienen: 27.02.2014
  • Label: Sony Pictures Home Entertainment
  • Spielzeit:
    91 Minuten auf DVD
    95 Minuten auf Blu-Ray
  • Deutsche Synchronsprecher:
    Robin Kahnmeyer
    Palina Rojinski
    Bernhard Völger
    Lutz Mackensy
    Anna Grisebach
  • Regie: Cody Cameron, Kris Pearn
  • Drehbuch: Jonathan M. Goldstein, John Francis Daley
  • Produktion: Kirk Bodyfelt
  • Musik: Mark Mothersbaugh
  • Extras:
    Kommentar der Filmemacher
    Anatomie eines Foodimals
    Szenenbild: In der Küche
    Fantastischer Abspann
    Wolkiges Café: Wer steht auf der Speisekarte?
    Entstehung der Foodimals
    Der mysteriöse Sasquash
    Schmackhaftes Szenenbild
    Cody Simpson „La Da Dee” Musikvideo & Making of
    4 Entfallene Szenen
    *
    Foodimal-Funimal-App: Noch mehr Foodimal-Spaß
    durch Synchronisierung mit Blu-rayTM*
    4 Mini-Filme:
    „Angriff des Riesengummibärs“*
    „Steves erstes Bad“*
    „Super Manny“*
    „Pfadfinder Earl“*
    *nur Blu-Ray
  • Technische Details (DVD)
    Bildformat: 16:9 Widescreen (2.40:1)
    Tonformat: D, GB (DD 5.1), TR, THAI (DD 5.1)
    Untertitel: D, GB, TR, THAI
  • Technische Details (Blu-Ray)
    Bildformat: 16:9 Widescreen (2.40:1)
    Tonformat: D, GB (DD 5.1)
    Untertitel: D, GB, TR
  • FSK: 0
  • Sonstige Informationen:
    Produktseite zum Film @ SPHE
    Filmhomepage

Wertung: 8/15 dpt

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Über den Autor

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Chris‘ Nerd-Schreibtisch

Gebürtiger Mannheimer. Jahrgang 1974. Lebt seit 2001 mit Frau und zwei Töchtern südwestlich von Kassel. Besessen von Büchern, Serien, Hörbüchern, Kaffee und Königsberger Klopsen. Schätzt tiefgründige Gespräche und meidet belanglosen Smalltalk. Nachteule. Freundlicher Teilzeitselektivmisanthrop.

 

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