Crossing Lines – Staffel 2 (TV-Serie, 4DVD/2BD)

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Crossing Lines S2 DVD Cover © STUDIOCANALDie erste Staffel dieser US-amerikanisch-deutsch-französischen Produktion endete mit einigen Cliffhangern, deren Auflösungen zu Beginn dieser zweiten Season endlich die Ungewissheit Ungewissheit sein lassen. Gleichzeitig wird wieder sofort in die Vollen gegangen, denn der französische Det. Major Louis Daniel und seine Frau Rebecca, Staatsanwältin, werden noch immer gefangen gehalten, und dem Team bleibt nicht mehr viel Zeit, das Leben der beiden zu retten. Der Däne Michel Dorn, Chef des Internationalen Strafgerichtshofs (ICC) versucht derweil, den russischen Gangsterboss Dimitrov das Handwerk zu legen – und dann ist da noch eine Rechnung mit Genovese offen, dem Mann, der dem Detective First Grade Carl Hickman (NYPD) damals die Hand zu einem unbrauchbaren, schmerzenden Etwas zerschossen hat.

Crossing Lines S2 Szenenfoto © STUDIOCANALDoch auch weitere schwere Verbrechensserien der unterschiedlichsten Art, die durch ihre Muster und ihre Tatorte zu grenzübergreifenden Fällen werden, müssen derweil gestoppt und die entsprechenden Täter und Drahtzieher dingfest gemacht werden. So treibt unter anderem ein unbekannter Erpresser verschiedene junge Menschen via Internet und Telefon in den Suizid, eine Drogenbande versetzt Kokain mit Gift, dann wieder werden Menschen zu Tode getauft, oder aber macht ein Sektenführer seine Anhänger zu Tötungsmaschinen.

Vervollständigt durch die Italienerin Sgt. Eva Vittoria, den deutschen Kriminalkommissar und Computerexperten Sebastian Berger, den irischen Detective Tommy McConnel sowie die für die französische, zu Tode gekommene Detective Sergeant Anne-Marie San neu zum Team gestoßene niederländischen Inspektorin Arabella Seeger muss mit die Spezialeinheit mit viel Teamgeist, mit viel ermittlerischer Finesse und oftmals in lebensgefährlichen Situationen ihre Qualitäten für die Gerechtigkeit und für die Rettung der Leben Unschuldiger unter Beweis stellen. Dies führt das Team nach New York, Paris, Prag, Monte Carlo oder etwa London, und dabei geht es an seine eigenen Grenzen der Belastbarkeit und überschreitet sie manchmal gar. Im Verlauf der Staffel tragen einige Leute aus dem Team allerdings auch ihr ganz eigenes Päckchen, und besonders Sebastian und Tommy werden von ihrer Vergangenheit unerwartet heftig eingeholt.

Crossing Lines S2 Szenenfoto © STUDIOCANALNach Staffel eins war zu hoffen, dass einige der zwar nicht gravierenden, aber dennoch auffälligen Unrundheiten und Kleinigkeiten nachgebessert wurden, doch so viel vorweg: Eine große Entwicklung hat die zweite Staffel nicht vorzuweisen – bestenfalls eine winzig kleine. Die Fälle und die persönlichen Geschichten bleiben zwar stets spannend, und zum Ende der Staffel bekommt man einmal mehr richtig fiese Cliffhanger, die neugierig auf mehr machen, auf die Nase gedrückt, doch auch in den neuen zwölf Folgen hat man manchmal das Gefühl, dass der Filmstab hier zu viel auf einmal wollte.

Besonders in den deutschen Übersetzungen, aber auch in anderen Sprachen, machen sich immer wieder Fehler bemerkbar – da hätte man durchaus Experten verpflichten können, zumindest aber (mehr) Recherchepersonal, welches mit den jeweiligen Sprachen und ihren Ausdrücken vertraut ist, denn so entsteht leider eine Tendenz zur Flüchtigkeit. Doch jeder, der sensibel für Sprache ist, dürfte hier mit einem unangenehmen Ablenkungsfaktor zu kämpfen haben. Auch einige sachliche Fehler wie zum Beispiel das Erkennungszeichen (mittlerer Teil zwischen Orts-/Landkreis- und Ziffernteil) der deutschen KFZ-Kennzeichen, welches in „Crossing Lines“ drei Buchstaben besitzt, sorgen für Irritationen.

Crossing Lines S2 Szenenfoto © STUDIOCANALAuch wirken die Dialoge manchmal ein wenig hölzern – stellenweise hat man das Gefühl, den Drehbuchschreibern seien die Ideen für Dialoge ausgegangen, sodass oftmals eigenartige Pausen entstehen. Möglicherweise ist an der Dialogführung auch die Synchronisation ein wenig schuld, denn gerade bei den Nebendarstellern erscheinen die Stimmen oftmals unpassend oder zu ‚geschauspielert‘.

Das alles liest sich nun allerdings negativer als es tatsächlich ist, denn „Crossing Lines“ bewegt sich hinsichtlich Niveau definitiv im oberen Qualitätsdrittel, vor allem ist auch der Mut lobenswert, mit dem Ed Bernero und seine Crew vorgehen. Und mit Marc Lavoine, Richard Flood, Gabriella Pesson, vor allem aber mit Tom Wlaschiha, Donald Sutherland und William Fichtner hat man einen wirklich guten Cast zusammengestellt. Auch Lara Rossi als Inspektorin Seeger  war eine hervorragende Wahl, und mit Carrie-Anne Moss (u.a. „Matrix“) hat man ebenfalls ein glückliches Händchen bewiesen. Es ist – Vorsicht, Floskelalarm! – schlichtweg noch ein wenig Luft nach oben. Bessere Recherche, flüssigere Dialoge, und es gäbe nichts mehr, das ernsthaft zu kritisieren wäre.

Crossing Lines S2 Szenenfoto © STUDIOCANALDer Mix aus komplexen Kriminalfällen plus viel Action und Drama einerseits und den persönlichen Geschichten andererseits ist ausgewogen. Ein paar humorige Wortwechsel mehr – mehr als vorhanden – hätten der Serie, die überwiegend fies, düster, böse und brutal ist, möglicherweise ganz gut getan, doch das ist eine klare Frage des Geschmacks, denn nicht jeder Krimi-Anhänger ist auch gleichzeitig ein Freund des Komischen.

Mochte man die erste Staffel, so macht man auch mit der zweiten nichts verkehrt, denn die Serie bleibt sich in der zweiten Runde treu, ohne ein lauer Aufguss der ersten zu sein.

Cover & Szenenfotos © STUDIOCANAL 

 

  • Titel: Crossing Lines
  • Staffel: 2
  • Episoden: 12
  • Produktionsland und -jahr: USA, F, D, 2014
  • Genre:
    Krimi, Action
  • Erschienen: 06.11.2014
  • Label: STUDIOCANAL
  • Spielzeit:
    ca. 552 Minuten auf 4 DVDs
    ca. 552 Minuten auf 2 Blu-Rays
  • Darsteller:
    William Fichtner
    Marc Lavoine
    Gabriella Pession
    Donald Sutherland
    Tom Wlaschiha
    Lara Rossi
    Richard Flood
    Kim Coates
    Elsa Mollien
    Carrie-Anne Moss
    Rossif Sutherland
    Florentine Lahme
    Ray Stevenson
  • Idee:
    Ed Bernero
    Rola Bauer

  • Extras:
    Interviews
    Wendecover
  • Technische Details (DVD)
    Bild: 1,78:1 (anamorph)
    Sprachen/Ton:
    Deutsch, Englisch (5.1 DD)
    Untertitel:
    keine Angabe
  • Technische Details (Blu-Ray)
    Bild: 1,78:1 1080/50i Full HD
    Sprachen/Ton:
    Deutsch, Englisch (5.1 DTS-HD MA)
    Untertitel:
    keine Angabe
  • FSK: 16
  • Sonstige Informationen:
    Produktseite DVD und Blu-Ray
    Erwerbsmöglichkeiten

Wertung: 11/15 dpt


Über den Autor

Chris Popp


Chris‘ Nerd-Schreibtisch

1974 in Mannheim geboren, in Heidelberg aufgewachsen, lebt nach 16 Jahren in der nordhessischen Provinz vor Kassel seit 2017 in Berlin. Seine Frau hält es seit 2001 mit ihm aus. Booknerd, Hörbuchnerd, Computernerd, Filmnerd, Seriennerd, Kaffeenerd, Foodnerd, Königsbergerklopsenerd. Meidet belanglosen Smalltalk und schätzt tiefgründige Gespräche. Nachteule. Freundlicher Teilzeitselektivmisanthrop.
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von Chris Popp Artikel-Lesezeit: ca. 4 min
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