Jan Deichmohle – Die Unterdrückung der Männer (Buch)

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Jan Deichmohle - Die Unterdrückung der Männer (Cover © Juwelen Verlag)Wenn man so will, folgt nun der zweite Teil einer Doppelkritik mit der Überschrift „Positionen im Genderdiskurs 2016“. Während Linda Papadopoulos mit „Es ist MEIN Leben!“ vielleicht nicht durchweg Mainstream-Positionen vertritt, aber durchaus versucht, die breite Masse (an jungen Frauen in ihren Zwanzigern) zu erreichen, zeigt schon der Titel des vorliegenden Projekts, dass „Die Unterdrückung der Männer“  als Beitrag zu einer Minderheitenposition verfasst worden ist.

(Kollege Chris Popp liegt dieses Buch in digitaler Form ebenfalls vor- statt einer zweiten Rezension hat er in diesem Text einige Anmerkungen und Kommentare in Form von Fußnoten niedergeschrieben. Eine Bewegung mit dem Mauszeiger auf die jeweilige Fußnotennummer zeigt die Fußnote direkt als Popup an, ein Klick auf die Nummern führt direkt zur jeweiligen Fußnote unter der Rezension)

Da das Buch zurzeit einigen Staub aufwirbelt, eine kurze Erklärung, warum ich es dennoch angefordert habe. Hinter dem Anliegen, sich eine extreme Position anzuschauen, steckt die Idee, sich selbst aus der eigenen Komfortzone zu locken und seine eigenen Argumente zu überprüfen. Eine Technik, die einen aufgrund der mangelhaften Argumentationen der Gegenseite oft enttäuscht oder einen wütend zurücklässt, doch manchmal tut es weh und dann hat es funktioniert.1

Um diesen Ansatz auf „Die Unterdrückung der Männer“ anwenden zu können, sollten alle Parameter, die nicht mit der Argumentation zu tun haben, vorerst ausgeklammert werden. Dazu gehört zum Beispiel der Hintergrund des Autors: Über Jan Deichmohle ist wenig bekannt, angeblich schreibt der Autor seit den 1980er-Jahren feminismuskritische Bücher, die aufgrund von „feministischer Zensur“ erst Jahrzehnte später einen Verlag fanden. Das vorliegende Buch erscheint in diesen Tagen bei Juwelen, einem jungen Verlag, der sich als Plattform für „Freiheitsdenker“ versteht und sich selbst schulterklopfend als „Hommage an die Einzigartigkeit des Menschen“ bezeichnet. Mit Blick auf das Programm schlüpft der Verlag aber wohl in den Raum, den die AfD geöffnet hat und veröffentlicht Bücher, die dem Motto „das wird man doch wohl noch sagen dürfen“ folgen.2

Damit begnügt sich der Verlag aber nicht, ganz dem Klischee entsprechend braucht es auch noch eine kontroverse Aufmachung, um ins Gespräch zu kommen. Es bleibt nur zu hoffen, dass die Rechnung nicht aufgeht und nur wenige auf das furchtbare Cover anspringen.3 Auch bei der Beschreibung des Autors klotzt der Verlag: Jan Deichmohle habe Mathematik studiert und verfüge deswegen über einen objektiven Blick auf die Dinge, eine Karriere habe er noch nie angestrebt. „Die Unterdrückung der Männer“ ist Teil fünf der „Die beiden Geschlechter“-Reihe mit (gelinde gesagt) mutigen Titeln wie „Kultur und Geschlecht. Feminismus: Großer Irrtum – schwere Folgen“ und „Die Genderung der Welt. Wie Feminismus weltweit Kulturen zerstört“.

Ein Blick ins Buch verrät zudem, dass Deichmohle auch im Bezug auf die Regeln der deutschen Sprache ein Querkopf ist, der seinen eigenen Weg zu gehen versucht. In Sachen Rechtschreibung hält er sich strikt an die alten Regeln4, sein Satzbau ist eigenwillig und teilweise umständlich. Das strahlt auch auf seine Auslegung der Methoden wissenschaftlichen Arbeitens aus, Zitate aus der Wissenschaft wechseln sich munter mit offen vorgetragenen Meinungen und Forderungen ab, die eher von einer politischen Agenda als von einer wissenschaftlich fundierten Meinung zeugen.5 Von einem strukturierten Aufbau ist der Autor weit entfernt, teilweise machen es einem die Gedankensprünge schwer, der Argumentation zu folgen, es besteht eben immer noch ein Unterschied zwischen „sich missverstanden fühlen“ und „seine eigenen Regeln machen“, vor allem wenn die Methoden des wissenschaftlichen Arbeitens munter den eigenen Bedürfnissen angepasst werden.

Aber gut, all das lassen wir für einen Moment beiseite und kommen zu seinen Argumenten. In diesem Punkt macht es Deichmohle dem Leser einfach, denn das gesamte, dreihundertvierundsechzig Seiten umfassende Buch fußt auf genau einem Argument: Die Unterdrückung des Mannes ist ein biologisches Faktum. Im Menschengeschlecht übt seit jeher die Frau Macht über den Mann aus, weil sie sich ihre Sexual-/Fortpflanzungspartner aussucht („weibliche Wahl“, „intersexuelle Selektion“). Sozialdarwinismus im 21. Jahrhundert, der falsch verstandene Namensgeber wird sich ein weiteres Mal im Grab umdrehen. Aus dieser Prämisse, die Deichmohle selbst als „Beweis“ ansieht (ein umstrittener Begriff in der Wissenschaft), entwickelt er eine Handvoll weiterer Argumente, die ähnlich weit hergeholt wirken.6

Es habe sich schon vor mehreren tausend Jahren eine „schiefe Wahrnehmung“ entwickelt, die Frauen als schutzbedürftig erscheinen ließ, weil sie sich um die Versorgung der Kinder kümmerten, die Männer hingegen mussten schon immer hart arbeiten, Risiken auf sich nehmen und in den Krieg ziehen, um den Schutz gewährleisten zu können. Der Feminismus sei demnach deswegen eine Farce, da die Frauen mit dem „Scheinargument“ ins Feld gingen, dass sie unterdrückt würden, obwohl das Gegenteil der Fall sei.7 Selbst wenn bei unseren Vorfahren vor 60.000 Jahren die „weibliche Wahl“ als evolutionärer Mechanismus gewirkt haben sollte, geht Deichmohle nicht darauf ein, dass die Frau über die tausende von Jahren kaum eine Wahl hatte. Trotzdem reicht dieses eine, fragwürdige Argument Deichmohles Ansicht nach aus, um den Feminismus zu entkräften, im gleichen Atemzug gibt er sich über diese Argumentationslinie selbst die Absolution vorbehaltlos vom Leder zu ziehen und Feuer mit Feuer zu bekämpfen. Da wird eine „Genderideologie“ angeprangert, die den Mann weiter unterdrückt und andere Meinungen radikal zensiert. Dass der Autor hier selbst eine ideologisch aufgeladene Idee entwickelt, darauf geht er logischerweise nicht ein.8

Ein besonders fragwürdiges Argument findet Deichmohle im Zusammenhang der intersexuellen Selektion: Da die weibliche Wahl von Moden und Trends abhängig sei, würden sich im menschlichen Genpool „die Gene und Charakteristiken von Mördern und asozialen Blendern verbreiten, weil ihre Träger von einigen Frauen bevorzugt werden“. Der dazugehörige Lösungsansatz: Es müssen sich möglichst viele Männer fortpflanzen, damit die Evolution ihr Werk tun und den Mensch durch  zu einem besser angepassten Wesen machen kann. Spätestens an diesem Punkt dürfte klar sein, dass Deichmohle nicht „nur“ eine frauenfeindliche Agenda verfolgt.

Der Feminismuskritiker benennt aktuelle und streitbare Themen, nur bleibt die Argumentation immer dieselbe. Natürlich geht Deichmohle auf das Thema Vergewaltigung ein, aber statt darauf aufmerksam zu machen, dass es sich um ein schwieriges Sujet handelt, bei dem zurzeit über juristische Präzedenzfälle verhandelt wird, wird wieder nur von der erfundenen „Männerdominanz“ berichtet, von „Männerhass“ und „Frauenvergötterung“ (übrigens dürfen Männer auch nicht jammern9 , das ist dem weiblichen Geschlecht vorbehalten), kurzum von „Verschwörungstheorien“ und „Schmutzkampagnen“.10

Durch seinen naturwissenschaftlichen Blick auf menschliche Beziehungen fehlen Deichmohle die Einsichten, die aus den Geisteswissenschaften stammen. Der Autor würde darauf wahrscheinlich entgegnen, dass Disziplinen wie Soziologie und Politikwissenschaft unwissenschaftlich seien, weil sie keine „Beweise“ liefern. Ohne Konzepte und Theorien wie dem „Sozialkonstruktivismus“ oder der „Komplexitätsreduktion“ kommt der aktuelle Diskurs aber nicht aus, zum einen, weil bislang belastbare evolutionsbiologische Erkenntnisse fehlen, zum anderen, weil der Mensch nun einmal ein soziales Wesen ist.11

Deichmohle reicht es aber, mit einem Argument ins Feld zu gehen und es so oft zu wiederholen, dass kaum Platz für etwas anderes bleibt als für historische Zitate, die den „Beweis“ unterstützen sollen. Allein der Begriff „schiefe Wahrnehmung“ taucht über fünfzig Mal auf12, fast immer eingebettet von einer Wiederholung der Argumentation aus der Einleitung.13 Deichmohles eigener Schreibstil wirkt sich schließlich doch auf die Qualität seiner Argumentation aus, einige Sätze ergeben auch nach mehrmaligem Lesen keinen Sinn und werden wohl erst verständlich, wenn man sie mit den Ideen liest, die sich in Deichmohles Kopf befinden. Schnell kommt der Verdacht auf, dass der Autor kein verkanntes Genie ist, das seiner Zeit etwas voraus hat, sondern ein Außenseiter und Eigenbrötler, der sich von der Gesellschaft, der Wissenschaft und den Frauen missverstanden und ausgeschlossen bzw. zurückgewiesen fühlt und sich als Konsequenz ein eigenes Gedankengebäude baut, das auf einem wackligen Fundament steht. Bleibt eigentlich nur die Hoffnung, dass er das alles nicht ernst meint, sondern uns in #Varoufake-Manier auf etwas hinweisen will, beispielsweise auf unser hysterisches, von Medien beeinflusstes Verhalten, bei dem gute Argumente im Shitstorm untergehen.14

Aber bis zu dieser Auflösung bleibt die Frage, wie mit einer solchen Position umzugehen ist. Zahlreiche Literaturblogs haben auf die Rezensionsanfragen seitens Deichmohle und dessen Verlag radikal ablehnend reagiert und wollten dem Buch keine Plattform bieten. Eine verständliche Haltung, da „Die Unterdrückung der Männer“ alle Klischees bedient, über keinerlei Substanz verfügt und ganz offen Frauen angreift. Doch wir leben in eine Demokratie, in der Meinungsfreiheit zu den Grundrechten gehört. Was passiert, wenn enttäuschte Menschen zu lange vom Diskurs ausgeschlossen werden, zeigt der momentane Rechtsruck, egal ob mit Trump oder mit der AfD an der Spitze. Anhänger dieser Bewegungen fühlen sich fast schon systematisch missverstanden und unterdrückt, aufdeckende Satire deuten sie als einen persönlichen Angriff. Haben wir diese Menschen also unterschätzt und unterdrückt? Sind wir nicht auf ihre Wut und ihre Probleme eingegangen? Haben wir sie nicht ernst genommen oder kann man sie einfach nicht ernst nehmen? Wir sind nun an einem Punkt angelangt, an dem mit Logik nicht mehr viel zu erreichen zu sein scheint und wider aller Vernunft den lautesten Politikern die Stimme gegeben wird.15

Bei all dem drohen wir in alte Muster zurückzufallen und Fortschritte über Bord zu werfen. Anstatt uns hinaus zu wagen und erst einmal auszuprobieren, was Gleichberechtigung im Positiven wie im Negativen ausmacht und ob es vielleicht gar nicht so sehr darauf ankommt, ob Mann oder Frau auf die Kinder aufpasst, sondern eher, wer die nötige Zeit dafür aufbringen kann, finden verstärkt konservative Ansichten ihren Weg in den politischen Diskurs, die sich auf die Sicherheit traditioneller Wertvorstellungen berufen (oder vorgeben es zu tun). Die Palette endet dabei natürlich nicht beim Bild einer traditionellen Familie, es geht genauso um Hautfarbe, um Nationalität oder um Geschlechter, die sich nicht eindeutig in das binäre System aus männlich und weiblich einordnen lassen. Abschottung statt Vielfalt, das ist die einfache, die bequemere und die auf kurzfristige Lösungen pochende Antwort. Dass es eine der Mechanismen ist, mit denen auf die immer weiter zunehmende Komplexität der Welt reagiert wird, ist logisch, es ist nur die Schnelligkeit mit der diese Ideen in die Mitte der Gesellschaft wandern, die überrascht und schockiert.

Und wo ist Jan Deichmohle in diesen Überlegungen einzuordnen? Mehrere Kapitel in „Die Unterdrückung der Männer“ beschäftigen sich mit radikalen Feministinnen, die sich im Internet organisieren, „Männerhass“ hegen und offen mit „Männermorden“ prahlen. Und ja, es gibt diese Gruppen, letztendlich handelt sich aber um Randerscheinungen, wie sie zur Gesellschaft gehören. Auch Deichmohle gehört zu einer solchen Randgruppe und operiert mit ähnlichen Argumenten, nur dass er statt über Frauen über Männer schreibt. Doch in dieser Logik fehlt die Einsicht, dass es nicht um das Aufwiegen von Ungerechtigkeiten geht, um zu einem Gleichgewicht zu kommen (bei dem eine der beiden Seiten unterdrückt wird). Für ihn spielen nur „Erste-Welle-Feministinnen“ eine Rolle, die wir schon seit Jahrzehnten hinter uns haben. Trotzdem profitiert der Autor von einem Boden, den die AfD bestellt hat und in deren Umfeld sich Deichmohle aufhält (E-Mails von Beatrix von Storch tauchen im Buch auf, genauso wird ein traditionelles Familienbild verteidigt). Zwar distanziert sich die Partei meist von den radikalen Ideen, es bleibt trotzdem die Hoffnung, dass Björn Höcke nicht auf die Idee kommt „Die Unterdrückung der Männer“ als „geistiges Mana“ zu identifizieren.

Meine Eingangshoffnung hat sich derweil nicht erfüllt. Ins Grübeln hat mich Jan Deichmohle zwar gebracht, ihm ist es jedoch nicht gelungen, mich in meinen Argumenten zu fordern. Es ist eher die aktuelle Stimmung, die mich nachdenklich stimmt und von der dieses Buch profitiert.16 Dabei ist „Die Unterdrückung der Männer“ so klischeehaft schlecht, dass man sich fragt, was wohl ein gut argumentiertes, seriös geschriebenes Buch zur gleichen Thematik auslösen könnte. Aber mit Logik braucht man dem Autor sicher nicht zu kommen und auch nicht mit Gerechtigkeit. Dass beide Geschlechter aufeinander zugehen müssen, ist auch schon in der Kritik zu „Es ist MEIN Leben!“ angeklungen, wer sich allerdings nicht dialogbereit zeigt und sich nicht einmal mit den Argumenten der anderen Seite auseinandersetzt, braucht sich nicht zu wundern, dass er auf pauschale Ablehnung stößt.17

FAZIT: „Die Unterdrückung der Männer“ ist ein fast schon klischeehaft schlecht geschriebenes, eigenwillig aufgebautes, zwischen pseudo-wissenschaftlichem und ideologischem Anspruch schwankendes, plump provokativ und aggressiv vermarktetes Buch, das obendrein auch noch über keine Substanz verfügt. Autor Jan Deichmohle entwickelt ein über dreihundert Seiten starkes Buch aus einem einzigen evolutionsbiologischen „Beweis“, der genauso hanebüchen ist wie die Argumente, die er daraus folgert. Anstatt den Feminismus oder die Genderbewegung in den ihren heutigen Formen zu kritisieren und wirklich diskussionswürdige Aspekte herauszustellen, versteift sich der Autor darauf frauenfeindliche Ressentiments zu bedienen und in Argumentationsketten zurückzufallen, die wir schon Jahrzehnte hinter uns gelassen haben. Schade, dass solch ein Buch heute noch einen Verlag findet und nein, dass es so lange gedauert hat, hat nichts mit „feministischer Zensur“ zu tun. Wer uns fortan zur Lügenpresse zählen will, sollte sich vor Augen führen, dass das Buch an dieser Stelle eine Kritik erhalten hat, die sich ernsthaft mit den Inhalten auseinandersetzt, die Hauptargumente des Autors darstellt und dazu Stellung bezieht. Das Fazit: Ausschließlich heiße Luft gepaart mit Frauenfeindlichkeit. Punkt!18

  • Autor: Jan Deichmohle
  • Titel: Die Unterdrückung der Männer
  • Teil/Band der Reihe: Teil 5 der Reihe „Die beiden Geschlechter“
  • Verlag: Juwelen
  • Erschienen: 03/2016
  • Einband: Softcover
  • Seiten: 367
  • ISBN: 978-3945-822630
  • Sonstige Informationen:
    Produktseite

Wertung: 0/15 dpt

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Fußnoten

  1. Kommentar Chris Popp (gilt auch für die folgenden Fußnoten): Ich war neugierig. Zum einen, weil es ja Feminismus und Feminismus gibt (einmal ‚pro Frau‘ und einmal ‚pro Frau und anti Mann‘; letzteres ist die bedenkliche und definitiv zu kritisierende Form) und zum anderen, weil es ja durchaus den ein oder anderen Beruf gibt, bei dem es unüblich ist, Männer einzustellen – dies beginnt bei Verkäufern in Drogeriemärkten, erstreckt sich über Sprechstundenhilfen in Arztpraxen bis hin zu Berufen im pädagogischen Bereich – Männer in Kindertagesstätten findet man beispielsweise eher selten vor, und die wenigen, die sich für eine solche Laufbahn entscheiden, haben es nicht immer einfach, auch eine entsprechende Stelle zu finden; Auch zahlreiche Alltagssituationen rufen bei Männern und Frauen unterschiedliche Reaktionen hervor. Setzt sich eine Frau in Spielplatznähe auf eine Bank und schaut den Kindern zu, ist die Reaktion oftmals doch eine deutlich andere als die, wenn ein Mann dasselbe tut – in den Köpfen vieler Menschen geht unbewusst eine Geschlechtertrennung vonstatten. (Vielleicht nicht unbedingt thematisch zum Inhalt dieser Rezension und des rezensierten Buches passend, empfehle ich hinsichtlich der ganzen Gender-Sache die Lektüre des Buches „Die Rosa-Hellblau-Falle“ von Sascha Verlan und Almut Schnerring; Rezension hier).(cp)  

  2. Noch bevor das Rezensionsexemplar hier eintrudelte, beschlich mich bei der Durchsicht des Verlagsprogramms ein äußerst ungutes Gefühl bei der ganzen Sache. Dennoch sollte man bei aller Skepsis zumindest versuchen, möglichst unvoreingenommen an Dinge heranzugehen. Dies fiel zugegebenermaßen schwer. Doch ein Urteil fällt man nie vorher, sondern stets hinterher…(cp)  

  3. …welches bei mir eher den Reflex hervorrief: »Das KANN doch nur Satire sein…« – meine Hoffnung war erst noch groß…(cp)  

  4. … was ja selbst einige bekannte Autoren tun und nicht immer negativ zu werten sein muss… (cp)  

  5. Mir stellt sich da eher die Frage, ob diese Meinungen nicht eher auf persönlichen Erfahrungen und Enttäuschungen fußen. Doch das kann man zugegebenermaßen nur mutmaßen – der zuweilen feindselige Unterton des Geschriebenen lässt jedenfalls Interpretationen in diese Richtung zu.(cp)  

  6. Der Terminus „Sozialdarwinismus“ war es auch, der mir bereits auf den ersten Seiten vorschwebte. Herr Darwin wird wahrscheinlich rotationsbedingt einen Tunnel graben…(cp)  

  7. Nur so als Einwurf: Warum werden Frauen in diversen Jobs für die gleiche Arbeit schlechter bezahlt? Warum arbeiteten und arbeiten in vielen Kulturen überwiegend die Frauen auf den Feldern und verrichten/verrichteten schwerste Arbeit? Haben Männer, als es noch keine Waschmaschinen gab, die Wäsche selbst von Hand gewaschen (körperlich sehr beanspruchend!)? Man könnte noch unzählige weitere Beispiele nennen…(cp)  

  8. Besonders sauer stößt mir hierbei auf, mit wieviel Larmoyanz und Selbstmitleid Deichmohle anhand von Fallbeispielen wie ‚Kaum bepackte Frau bekommt im Bus sofort Hilfe, während der Mann schief angeschaut werde, wenn er voll bepackt in den Bus steigt und doch alle sehen müssten, dass ER es doch sei, der die Hilfe benötige‘ den Mann in der Opferrolle sieht und damit – offenbar unbewusst – eines der typischen Männerklischees, nämlich das des wehleidigen Mannes, unterfüttert.(cp)  

  9. Spätestens hier wird es unfreiwillig komisch – Stichpunkt Larmoyanz und Selbstmitleid, Fußnote 8(cp)  

  10. Wer muss hier ebenfalls unweigerlich an Aluhüte denken?(cp)  

  11. Und damit wäre einer der vielen Schwachpunkte dieses Buches offengelegt – es fehlt das Abwägen, das Betrachten aus unterschiedlichen Blickwinkeln. Die Sichtweise (mehr ist es nicht!) bleibt einseitig, verhärtet und wird als definitiv hingestellt.(cp)  

  12. Fast sechzig Mal; das Wort „Schiefsicht“ findet sich ebenfalls erstaunlich häufig. Vom Wort „schief“ selbst wollen wir gar nicht erst reden… (cp)  

  13. Und genau diese Redundanz besitzt eine nahezu zermürbende Wirkung – ein jeder kennt bestimmt diese eine Person aus seinem Bekannten- oder Verwandtenkreis, welche diverse Phrasen in Gesprächen mehrfach wiederholt.(cp)  

  14. Die Hoffnung stirbt zuletzt, aber nun ist Deine auch tot. Herzliches Beileid, lieber Norman.(cp)  

  15. Populismus hat viele Ebenen…(cp)  

  16. Oder profitieren könnte(cp)  

  17. Und das ist eines der Hauptprobleme dieses Buches – es begibt sich gleich von Anfang an in eine argumentative Einbahnstraße, die im Kreis verläuft. Ohne Blick in Seiten- oder Rückspiegel.(cp)  

  18. Ausrufezeichen.(cp)  

Über den Autor

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Ehrlich gesagt weiß ich gar nicht so genau, wer ich bin. Vielleicht liegt es am Studium, an der Postmoderne, am Internet, am Erwachsensein oder dem unendlichen Schwall an Informationen, aber in den letzten Jahren hab ich mich doch sehr verändert. Klar, die Rahmendaten bleiben: Ich heiße Norman, bin Anfang 20 und wohne im Ruhrgebiet. Dann aber wird es schon schwieriger:

∇ mehr über Norman R/Kontakt
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Jan Deichmohle
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6 Monate 10 Tage her

Rezension einer Rezension – Gesinnungsglossen statt sachlicher Berichterstattung

Mißlungene Besprechungen sagen zuweilen viel aus über die Rezensenten, wenig jedoch über das besprochene Buch. Schon die Einleitung der Rezension ist kraß. Der Titel soll angeblich besagen, eine „Minderheitenposition“ zu sein. Männer dürften ungefähr die Hälfte der Menschheit ausmachen. Außerdem geht es um Kultur, die beide Geschlechter gleichermaßen betrifft, wie auch der Reihentitel besagt.

Die nächste irreführende und rein subjektive Zuschreibung ist die einer „extremen Position“. Das war bei allen feministischen Wellen seit Generationen zutreffend, doch wurde Feminismus zur Staatsraison. Denken als „extreme Position“ zu bezeichnen, weil es sich von einer Ideologie nicht anstecken ließ, ist kraß, sagt viel über Rezensent und Zeitgeist, nichts über Buch und Autor.

Die Besprechung beginnt bereits mit unzutreffenden persönlich werdenden Behauptungen. Abgesehen davon, daß jede einzelne Behauptung fehldeutend unterstellt ist, verrät es auch den Ungeist der feministischen Epoche, persönlich zu werden, statt Sachargumente zu verstehen und debattieren.

Statt sich mit dem Buchinhalt zu beschäftigen, folgt ein Rundumschlag gegen unliebsame Andersdenkende. Kein Klischee wird ausgelassen, von „Aluhut“, „Verschwörungstheorie“, AfD, „Storch“, „Höcke“ und Seitenhieben auf den Verlag ist alles dabei und wird mit Buch und Verfasser verrührt. Es gibt keine Begründung, einen Zusammenhang herzustellen. Hier wird einfach voller Vorurteil zu einem Rundumschlag gegen alle Arten von Andersdenkenden ausgeholt, die den Rezensenten einfallen, und als die gleiche Soße hingestellt. Das ist faktenfreier, unsachlicher Gesinnungsjournalismus. Kein Wunder, wenn der Respekt für offizielle Medien immer weiter abnimmt: Weil die Fähigkeit, sachlich zu beurteilen in ihnen – einschließlich dem Booknerds Blog – verschwindet, durch Gesinnungsurteile ersetzt wird.

„(gelinde gesagt) mutige Titel“ versucht abermals, unbekannte Bücher und Argumente zu beurteilen, oder vielmehr, als etwas schräges hinzustellen. Das ist schlechter Stil, der auf Vorurteilen baut, nämlich vor Kenntnis urteilt.

Der nächste persönliche Tiefschlag ist „Querkopf“. In vorfeministischen Zeiten wurden origineller Stil geschätzt. Gleiches gilt für Methodik. Was ungewohnt ist, wird herabgesetzt. Ohne jegliche Begründung wird von „politischer Agenda“ gesprochen – sehr interessant, weil Politik im Gegenteil völlig ausgeklammert wird, weil es um wissenschaftliche Fakten jenseits von Meinungen und Politik geht. Doch weil Zeitgeist und Rezensenten in feministischen Denkgewohnheiten wurzeln, wird die Argumentation gar nicht erst sorgfältig durchdacht oder begriffen, sondern ohne jede Begründung als nicht „wissenschaftlich fundierte Meinung“ abgetan.

Das ist genauso grotesk verdrehend wie in feministischer Ära zu erwarten: Feministinnen haben seit jeher subjektiv, unsachlich Irrtümer als Pseudowissenschaft etabliert. Feminismuskritiker können ein großes Arsenal nachprüfbarer Fakten exakter Wissenschaft aufführen, werden aber als „politische Agenda“ und „Meinung“ herabgesetzt. Genau umgekehrt wäre es richtig! Bei Feministen stimmt es; hier stimmt es nicht. Doch hier wird es behauptet, nicht bei Feministen. Die typische „schiefe Wahrnehmung“.

Gleiches gilt für die folgenden Auslassungen über wissenschaftliches Arbeiten. Wären die Rezensenten wirklich Experten darin, so hätten sie das Buch gründlich gelesen und etwas mehr verstanden. So aber werfen sie „sich mißverstanden fühlen“ vor – wieder eine genaue Umkehrung der Tatsachen. Denn subjektives, grundloses „sich mißverstanden Fühlen“ ist typisch für alle feministischen Wellen seit 150 Jahren. Feminismuskritiker dagegen bauen auf objektive Wissenschaft statt Gefühl. Der Vorwurf trifft wieder, wie üblich, die falsche Seite.

Die nächste groteske Falschbehauptung ist, es gäbe nur ein Argument, das dann auch gleich sehr ungeschickt und nicht gut verstanden dargestellt wird. Bereits das erste Kapitel bietet eine Reihe verschiedener Argumente, die anderen Hauptkapitel wiederum kulturelle und gänzlich voneinander unabhängige. Hier mischen sich wohl oberflächliches Überfliegen, das entscheidende Kapitel entweder gar nicht, oder ohne Verständnis gelesen hat, mit Gesinnungsjournalismus, der einfach einen Grund sucht, etwas Ungenehmes schlechtzumachen und dies mit falschen Behauptungen tut.

Als nächstes regt sich der Rezensent über mehrfache Betonung „schiefer Wahrnehmung“ auf. Diese ist deshalb so wichtig und zu betonen, weil sie unser ganzes Leben durchdringt, wofür die Rezensenten gleich unfreiwillig vielfache Beweise liefern. Zunächst geht Feminismus alles durch – Subjektivität, unkonventioneller Stil und Sichten, Parteilichkeit. Feminismus wurde dafür nicht kritisiert und abgelehnt, obwohl es für diese Ideologie grundlegend und typisch ist, laut ihren eigenen Quellen. Doch bei Kritikern, auf die das nicht zutrifft, werden systematisch und durchgehend alle Vorwürfe erhoben, die gegenüber Feministinnen richtig wären, hier jedoch nicht. Das ist eine Folge der schiefen Wahrnehmung, die Frauen bevorzugt und Männer benachteiligt. Punkt.

Das Buch lieferte auch wissenschaftliche Beweise für diese schiefe Wahrnehmung: Moderne Erkenntnisse der Evolutionsbiologie. Den Rezensenten ist es egal. Sie ignorieren die wissenschaftlichen Fakten, verstehen die Erörterung im Buch nicht – oder wollen sie nicht verstehen, weil die Folgerungen ihrem Weltbild widersprechen. Das sagt etwas über die Rezensenten, ihr Weltbild, und ihr Verständnis aus. Über das Buch sagt es dagegen nichts aus.

Wie vor 150 Jahren bereits Darwins Evolutionstheorie von den meisten mißverstanden wurde, mißverstehen die Rezensenten sie auch heute. Er schwadroniert „geht Deichmohle nicht darauf ein, dass die Frau … kaum eine Wahl hatte“. Eine falsche Gesinnungsbehauptung des Rezensenten, die einfach die präsentierten wissenschaftlichen Tatsachen ignoriert. Die Fortpflanzungsrate belegt die Existenz und Stärke dieser Wahl. Die Rezensenten haben, wie schon die Zeitgenossen Darwins, die Evolution nicht richtig verstanden, und meinen nun, aus ihrem Unverständnis einen Verriß der nicht verstandenen Tatsachen machen zu können. Das ist peinlich – für die Rezensenten.

Nachdem der Rezensent wissenschaftliche Fakten einfach ignoriert oder nicht versteht, fühlt er sich auch noch dazu berufen, eine Argumentation im Buch als „dieses eine, fragwürdige Argument Deichmohles“ zu bezeichnen. Wer Fakten ignoriert oder nicht begreift, findet Argumente offensichtlich fragwürdig – doch das sagt wiederum etwas über die Rezensenten aus, nicht über das Buch.

Nächster unsachlicher Vorwurf „Feuer mit Feuer“ zu bekämpfen. Wird irgendwo Diskriminierung gefordert? Nein, natürlich nicht. Es wird nur sachlich Diskriminierung nachgewiesen und überlegt, wie sie beendet werden könne. Die Rezensenten aber sind voreingenommen, unterstellen völlig unbegründet „eine ideologisch aufgeladene Idee“. Mit anderen Worten: Wer der feministischen Ideologie widerspricht, wird mit einer billigen Retourkutsche der Ideologie bezichtigt. Vorhersehbar, bei manipulierten Männlein wie Weiblein der feministischen Ära gleichermaßen …

Wer Fakten nicht mag, nennt sie „ein besonders fragwürdiges Argument“. Daß die Gene von Mörder im Genpool verbreitet werden, wenn sie gegenüber fleißig studierenden Nerds von manchen Frauen stark bevorzugt werden, ist eine Frage der Logik. Die Beweise stehen im Buch. Es ist nicht ein Argument von mir, sondern ein logischer Schluß, der dadurch nicht weniger logisch wird, daß er unbequem ist.

Was die Rezensenten einen „Lösungsansatz“ nennen, habe ich nicht als solchen geschrieben, sondern ist ihre freie Phantasie. Sie bauen, ob aufgrund von Voreingenommenheit oder von Flüchtigkeit, unterstellte Phantasiepositionen auf, um dann gegen diese vom Leder zu ziehen. Gesinnungsjournalismus, der verschweigt, verdreht und belehrt – es ist genau das, woran diese Gesellschaft krankt.

Aus einer frei erfundenen Schlußfolgerung, die ich niemals getätigt habe, dann noch auf eine „nicht nur frauenfeindliche Agenda“ zu schließen, radikalisiert den Irrsinn dieser Rezension noch auf ein neues Tiefniveau.

„Nur bleibt die Argumentation immer dieselbe.“ Nein, es gibt viele verschiedene Argumente, die allerdings die Rezensenten entweder nicht begriffen haben, oder die ihnen beim flüchtigen Überfliegen entgangen sind.

Der nächste Klassiker ist der Begriff „Verschwörungstheorie“. Die Buchreihe weist nach, daß Feminismus in allen Wellen eine klassische Verschwörungstheorie war, in allen Annahmen falsch. Doch aufgrund der bevorzugenden Wahrnehmung wurde das beim Feminismus wenig beachtet, die Ideologie nicht deswegen abgelehnt. Doch bei Männern wird es unterstellt. Wer nur nachweist, daß Feminismus eine „Verschwörungstheorie“ ist, dem wird in Umkehrung aller Tatsachen genau das unterstellt. Das ist freilich in etablierten Medien üblich. Die Rezensenten sind nur Vertreter des Zeitgeists.

„Durch seinen naturwissenschaftlichen Blick auf menschliche Beziehungen fehlen Deichmohle die Einsichten, die aus den Geisteswissenschaften stammen.“

Danke, Herr Oberschlaumeier. Im Buch gibt es mehrere Kapitel über Ethnologie. Band 1 zitiert klassische Soziologie. Ein naturwissenschaftlicher Blick – den es bislang kaum gab – wird neu erarbeitet, eine Pionierleistung, die natürlich bei all dem Rumgemotze nicht bemerkt wird, tritt mit Absicht an Stelle von feministischer Ideologie durchdrungener Tendenzfächer, die heute tendenziöse, ideologische Parteilichkeiten produzieren, die nicht länger ernstgenommen werden können. Hier wird mit Absicht Ideologie durch nachweisbare Fakten ersetzt. Die Ideologie, Schwammigkeit und Abhängigkeit von Meinungen ist auf Seite der Rezensenten.

Wie bitte? „Belastbare evolutionsbiologische Erkenntnisse fehlen“? Die Rezensenten haben offensichtlich nicht einmal das erste Kapitel gelesen oder verstanden, denn genau darum geht es. Natürlich ist der Mensch ein soziales Wesen, darum geht es in den Kapiteln über Kultur und Ethnologie, die entweder nicht gelesen, oder nicht verstanden wurden. Aber in belehrendem Ton beurteilen, das glauben sie zu können. Das ist überheblich. Von den Rezesenten. Es ist eine schlechte Angewohnheit, etwas beurteilen zu wollen, was entweder nicht gelesen, oder nicht verstanden wurde.

Nochmals wiederholt der Rezensent die Falschbehauptung, „mit einem Argument ins Feld zu gehen“ und es zu „wiederholen“. Lächerlich. Da paßt es doch hervorragend, wenn der Rezensent etwas nicht versteht und dies ausnahmsweise einmal merkt, gleich auf die Person des Autors zu zielen: ad hominem. Man wirft ihm psychologische Unterstellungen vor („Außenseiter und Eigenbrötler, der sich …. fühlt“). Ad hominem. Niveaulos. Statt die Argumente zu durchdenken, wird auf einen Menschen gezielt.

Ähnlich wurde Darwin angegriffen, als er vor 150 Jahren seine damals heftig kontroverse Evolutionstheorie vorstellte. Man warf ihm, vom Affen abzustammen. Seine Antwort: „Lieber stamme ich vom Affen ab als von einer Person, die mit ihrer Unsachlichkeit eine wissenschaftliche Debatte lächerlich macht!“

„auf wackligem Fundament steht“ – eine unbegründete Unterstellung. Exakte Wissenschaft hat eben den Vorteil: exakt zu sein. Das ist der Grund, warum so und nicht anders argumentiert wird. Bei Feminstinnen wäre das „wacklig“ zutreffend, doch bei ihnen sagt das keiner. Nur verkehrt herum. (die übliche Wahrnehmungsverzerrung)

„über keinerlei Substanz verfügt“ Lächerlich. Die Rezension verfügt über keinerlei Substanz. Keines der klassischen feministischen Werke basierte auf nachweisbaren Fakten wie dieses Buch. Wiederum die übliche Ungerechtigkeit, daß dort, wo der Vorwurf berechtigt ist, bei Feministinnen, der Mangel an Substanz nicht erwähnt wird, wohl aber dort, wo alles mit einer Vielzahl Nachweisen aus exakten Wissenschaften abgesichert ist.

„ganz offen Frauen angreift“ Solche grundlosen und auch unbegründeten Unterstellungen sind infam. Sie verraten die Methode des Charaktermordes unter Vernachlässigung sachlicher Argumente, die für den feministischen Zeitgeist typisch ist.

Der Rest der „Rezension“ beschäftigt sich vollends nur noch mit dem Rezensenten und seiner Gesinnung. Sie versucht gar nicht mehr, etwas zu Buch oder den Themen zu sagen, sondern schmort im Saft eigener Gesinnung. Aus Wissenschaft logisch abgeleitete Argumente als „klischeehaft schlecht“ zu bezeichnen, ist typisch für solche Gesinnungsberichterstattung, die das Ansehen etablierter Medien immer weiter abstürzen läßt.

„Aber mit Logik braucht man dem Autor sicher nicht zu kommen“

Jeder Satz der Rezension wird von Gesinnung, Gefühl und vorgefaßten Meinungen getragen. Zu logischem Durchdenken eines tabubeladenen Sachverhalts sind beide Rezensenten offenkundig nicht in der Lage. Was sie verbreiten, ist plumper Gesinnungsjournalismus, der zu Recht von manchen mit den unglücklichen Wort „Lügenpresse“ bedacht wird.

Eine Folge von Falschbehauptungen „Rezension“ zu nennen ist hanebüchen. Jeder, der das Buch liest, wird die Vielzahl von Kapiteln, Themen und Argumenten erkennen; allein die Evolutionsbiologie liefert viele, und nicht nur „einen einzigen evolutionsbiologischen Bereich“. So krasse Falschbehauptungen legen den Verdacht nahe, Oberflächlichkeit und Unverständnis allein könnten schwerlich einzige Ursache sein.

„pseudo-wissenschaftlich“ belegt am Ende nochmals die Wahrnehmungsverzerrung, den pseudowissenschaftlichen Feminismus anzuerkennen, wissenschaftlich fundierte Kritik aber mit dem Begriff herabzumachen.

Ehrrührig wird es, wenn dann die freie Phantasie der Rezensenten noch „frauenfeindliche Ressentiments“ andichtet, und es dabei schafft, eine Auseinandersetzung mit den Themen vollständig zu vermeiden.

„Schade, dass solch ein Buch heute noch einen Verlag findet“ ist ein Aufruf zu Zensur und Unterdrückung, der diktatorische Verhältnisse heraufbeschwört. Schon im Mittelalter wurden präfeministische Schriften selbstverständlich veröffentlicht, sind bis heute erhalten. Feministische Schriften, so radikal sie waren, wurden nie unterdrückt. Feminismuskritik wird dagegen so kraß unterdrückt, daß Rezensenten sich nicht entblöden, zur Zensur aufzurufen, persönlich runterzumachen, und Falschbehauptungen aufzustellen. Was würden die Rezensenten sagen, wenn ihnen die Veröffentlichungsmöglichkeiten genommen, sie 30 Jahre so systematisch unterdrückt würden, daß sie die Öffentlichkeit nicht mehr erreichen können?

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Immerhin haben wir hier eine Rezension vorliegen, die sich redlich bemüht. Ich bin ein Nicht-Feminist und publiziere gelegentlich auf nicht-feminist.de. Im Gegensatz zu dir mache ich tiefere Schichten in den Werken Deichmohles aus. Die Schwierigkeit seiner Sprache ist für dich ein Zeichen „mangelnder Substanz“. Ich sehe in seinen Texten ein Sprechen gegen den Strich und zwar nicht nur ein gezeigtes, vorgeführtes oder willkürliches, das so oder anders sein könnte, sondern ein Sprechen, das auf Strukturen zurückweist, die verschüttet sind. Es wirkt unpassend, zu sprechen, wie es Deichmohle macht. Die angestrengte, entnervte, abfällige und abwertende Reaktion kann ein Indikator dieses Zusammenhangs sein. Die Idee Deichmohles ist, dass der moderne Mensch völlig denaturalisiert ist und keine echte Kultur mehr besitzt. Dies ist der Dreh- und Angelpunkt seiner Argumentation. Deichmohle sehe ich als Seismograph, an dem sich dieser Verlust als Schmerz, Leiden, Trauer und Widerstand ausdrückt. Ihm wirklich zuzuhören, erfordert mehr als nur ein oberflächliches Einlassen, wie du es hier vorführst. Du möchtest in den Spiegelsälen des Sozialkonstruktivismus parlieren. Die Reaktion Deichmohles auf deine Rezension war kurz und erreichte mich per email. Sie war nicht, wie du vielleicht vermutest, voller Hass und Abscheu, sondern eher erschöpft: wieder ein Leser, der der Argumentation nicht folgen konnte, der alles verrührt, sich abgrenzt und nur die Oberfläche berührt. Ich habe von Deichmohles Persönlichkeit nicht viel mehr als du kennengelernt. Mir liegt zum Beispiel eine mp3-Datei vor, in der Deichmohle eine von ihm verfasste Fabel vorträgt und zwar mit einer Eindringlichkeit, von der ich annahm, dass ein Mann in moderner Zeit zu diesen Empfindungen gar nicht mehr fähig ist. Ich habe zwei Bücher von ihm rezensiert und auf nicht-feminist.de unter quellwerk veröffentlicht und dort seinen strukturalen Ansatz herausgehoben. Übrigens ist dein Text eine Fundgrube der Nichtreflexion. Zum Beispiel hier:

„Es müssen sich möglichst viele Männer fortpflanzen, damit die Evolution ihr Werk tun und den Mensch durch zu einem besser angepassten Wesen machen kann. Spätestens an diesem Punkt dürfte klar sein, dass Deichmohle nicht „nur“ eine frauenfeindliche Agenda verfolgt.“

Bevor ich einen Satz, wie diesen, dessen Zitattreue ich hier nicht überprüfe, als Beweis der Frauenfeindlichkeit und des Rassismus Deichmohles nehme, würde ich seine Implikationen überprüfen, die vielleicht ganz andere Motive zu Tage fördern: während es für dich selbstverständlich ist, dass jede Frau sich fortpflanzen kann und darf, ist es nach deiner Ansicht frauenfeindlich, dieses Recht auch den Männern zuzugestehen. Die Ungleichheit in der Zuteilung dieses Rechtes ist nach dir Voraussetzung, um Frauenfeindlichkeit zu verhindern, die der Feminismus bekämpft, ein Feminismus der die Gleichheit der Geschlechter fordert. Das Interessante am Feminismus ist seine absolute Widersprüchlichkeit. Diese tritt in vielen Schattierungen auf, welche sich ständig ändern.

Du kannst davon ausgehen, dass sich mittlerweile die klügeren Köpfe danach umsehen, wie der erstarrte Diskurs des Feminismus zu übersteigen sei. Es gibt viele Ansätze. Die Evolutionsbiologie allein schafft es nicht, weil ihr Mantra lautet: „In der Natur ist es so, aber beim Menschen kann es auch anders sein“. Der politische, linke Maskulismus auch nicht, denn er ist der Gleichheitsideologie verfangen. Der reine Konservatismus nicht, weil er zu oft Männer als Kanonenfutter verwendet hat. Die moderne Standpunktlosigkeit, die im Skeptizismus verfangen ist und von der du ein Beispiel gibst, sowieso nicht. Es gibt einen analytischen Humanismus in der Männerrechtsbewegung (jungs&mädchen-Blog), der, wie der Name sagt, den ausgelaugten Humanismus mit der analytischen Philosophie befruchten will. Und dann gibt es Jan Deichmohle, den Kompromisslosen, der die Renaturalisierung des Menschen, die Wiedererweckung ursprünglicher und uralter Tauschbeziehungen zwischen den Geschlechtern fordert. Um sich mit ihm zu messen, musst du deinen Blick vertiefen und hypothetisch annehmen, dass der Autor des von dir verrissenen Werkes, dich nicht mit gleichem oberflächlichen Auge betrachtet, sondern will, dass du ihn anblickst, wenn du mit oder von ihm sprichst.

Wenn dir der strukturale Ansatz als zu einengend erscheinen sollte, dann betrachte dagegen den modernen Feminismus, der den Niedergang der Geburtenrate bewirkte und weiter fördert, was der Ideologie des Neoliberalismus entgegenkommt, indem er die fehlenden Arbeitskräfte per Immigration importiert, sich also die Aufzucht auf Kosten der Immigranten spart – wiederum ein Vorgang, der vom Feminismus befördert wird. Betrachte weiter die wachsende Anzahl männlicher Loser, die sich nicht mehr reproduzieren, weil ihnen die Mittel dazu fehlen. Der Feminismus reicht dazu Tassen, um die male tears einzusammeln. Die Unappetitlichkeit der feministischen Ideologie offenbart sich erst, wenn man sich näher mit ihr befasst.

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Jan Deichmohle – Die Unterdrückung der M…

von Norman R Artikel-Lesezeit: ca. 12 min
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