Stephan R. Meier – Now (Buch)

Stephen R. Meier - Now © Penguin VerlagZur Story:

Ein Mann streunt durch dichte Wälder, immer auf der Flucht vor herannahenden Drohnen, die seinen Tod bedeuten können. Sein Name ist Spark. Noch vor Kurzem wurde sein Leben von dem intelligenten Algorithmus NOW geregelt, und Spark hatte alles: Gesundheit, Sex, Nahrung. Doch dann entdeckte er, was hinter dem Tod seines Vaters steckt. Wie gefährlich die Allmacht NOWs ist. Und dass die Frau, die er liebt, verstoßen wurde – dorthin, wo jeden Tag das nackte Überleben auf dem Spiel steht. Damit beginnt Sparks Kampf. Für die Zukunft der Welt. Für die Liebe seines Lebens.

Eigene Meinung:

Was wäre wenn ein Computer-Algorithmus alles auf der Erde kontrolliert und man nichts dagegen tun kann, wenn reine Mathematik über alles Leben entscheidet und der Mensch an sich eine reine Variable in einer riesigen Gleichung darstellt?

Stephan R. Meier (nicht mit der “Twilight”-Autorin zu verwechseln) zeichnet in seinem ersten Science-Fiction-Roman eine düstere Dystopie. Betrachtet man allerdings die Erzählung genauer, wird man möglicherweise mit einem gewissen Erschrecken feststellen, inwieweit die Parallelen zum Jetzt gegeben sind.

Ohne Strom funktioniert in unserer technokratischen Welt überhaupt nichts. Smartphones und deren Apps nehmen uns Aufgaben, Erinnerungen und das Denken ab, Knoten binden oder Feuer machen ist ohne YouTube-Anleitung gar undenkbar. Zu sehr konzentriert sich der Autor auf diese Umstände und bietet der Leserschaft einen umfassenden Einblick in die technischen Errungenschaften. Einige Kapitel drehen sich beispielsweise nur um eine Technik-Konferenz in der Schweiz.

Diese Zeilen hätten der Charakterentwicklung durchaus gut getan. Eine emotionale Bindung zum Protagonisten Spark ist nur schwer herzustellen. Zwar wird schnell deutlich, dass er das Herz am rechten Fleck hat, doch wankt die Entwicklung zwischen Naivität und Verbissenheit. Auch der vermeintliche Gegenspieler wirkt wie ein austauschbarer James Bond-Antagonist, der nur allzu bereitwillig seine diabolischen Pläne erklärt, in der wohlweislichen Voraussicht, am Ende doch noch den Kürzeren zu ziehen.

Gelungen ist die Entstehungsgeschichte des “NOW”-Systems, wenn man mal vom klischeebehafteten Nerdprogrammierer absieht. All die dargestellten Möglichkeiten, ob nun positiv oder negativ, faszinieren und erschrecken gleichzeitig. All diese Entwicklungen nehmen einen Großteil des Buchs ein, diverse Charaktere verblassen dagegen als Nebenschauplätze und sind daher eher als Beiwerk zu akzeptieren.

Während sich Meier beim Aufbau des Supercomputers Zeit lässt, wirkt das Finale regelrecht hingerotzt. Auf wenigen Seiten wird die Handlung zu einem Ende gebracht, die der Geschichte unwürdig ist, teils fremd wirkt. Trotz 432 Seiten Umfang blieb scheinbar nicht ausreichend Platz für ein passendes Ende.

Fazit:

“NOW – Du bestimmst, wer überlebt” ist ein guter Science-Fiction Thriller mit teils beängstigenden Parallelen zum aktuellen digitalen Zeitalter, bleibt aber in punkto Charakterentwicklung im Wilden Westen hängen. Da wäre mehr drinnen gewesen.

  • Autor: Stephan R. Meier
  • Titel: Now – Du bestimmst, wer überlebt
  • Verlag: Penguin Verlag
  • Erschienen: 01/2017
  • Einband: Paperback
  • Seiten: 432
  • ISBN: 978-3328100492
  • Sonstige Informationen: Produktseite Erwerbsmöglichkeiten

Wertung: 6/15 dpt

Cover © Penguin Verlag