Evil Miss Universe - Cover - © Piper

Tobias O. Meissner – Evil Miss Universe (Buch)

Superhelden kennen wir seit dem Marvel-Universum zu Genüge. Das dachte sich wohl auch der Berliner Autor Tobias O. Meissner, als er seinen neuesten Roman “Evil Miss Universe” ersonn.

Vom Cover lacht ein Selma Hayek-Lookalike in aufreizender Pose mit Krone, der Illustration verspricht ja schon Einiges. Schauen wir nun, ob das Buch ebenso anziehend ist.

Evil Miss Universe - Cover - © Piper

Die Geschichte wird von einem, anfangs, unbekannten Erzähler geschildert, welcher die Superschurkin Dominique sehr gut kennt. Generell liest sich das Buch wie eine Biografie der Hauptprotagonistin, was aber der Unterhaltung keinen Abbruch tut.

Hauptschauplatz ist Paris. Dort hat Dominique im Tour Montparnasse (im direkten Blick zum Eifelturm) ihr Hauptquartier aufgeschlagen. Wie die junge Dame zum nötigen Kleingeld für eine Immobilie dieser Größenordnung gekommen ist, wird später erklärt. Gleich zu Beginn erfährt die Leserschaft vom ersten großen Coup: Raub der britischen Kronjuwelen samt Entführung des Royal Babys (dem jüngsten). Schon hier sind die zahlreichen Anspielungen zu realen Personen und Situationen, wie auch im weiteren Verlauf, sehr unterhaltsam. Ich sehe beispielsweise die Schlagzeilen vor Auge, falls wirklich Prinz Harry seinen jüngsten Spross vermisst.

Nach und nach werden weitere Charaktere eingeführt, allen voran der unscheinbare Student und Liftboy Luc, sowie Dominiques Team mit ihrer besten Freundin und Generalin Irati, eine heißblütige Spanierin. Daneben gibt es noch ein EDV-affine Transgenderperson und einen kantigen Söldner. Diese bleiben aber eher im Hintergrund. Erstere zwei nehmen in der Geschichte die wichtigen Positionen neben der bösen Miss Universum ein. 

Eine böse Miss Universum?

Ja, der Titel ist Programm. Dominique hat sich den Miss Universum-Titel erschummelt und nutzt ihre gewonnene Popularität um unter dem Titel “EMU” (für was könnte das wohl stehen?) eine Art Anti-Terror-Einheit in Paris zu gründen. Generell nimmt die junge Dame eine sehr philanthropische Haltung ein, natürlich nur soweit es für sie richtig erscheint. Bisschen wie Robin Hood quasi.

Das spiegelt sich auch in den weiteren Coups wieder. Sie nimmt Dinge von jenen, wo Dominique denkt, sie hätten es verdient erleichtert zu werden. 

Könnt ihr euch an die Zeichentrickserie “Wo steckt Carmen Sandiego” aus den 1990er-Jahren erinnern? Darin verübte die titelgebende Diebin weltweit Diebstähle und konnte dennoch weltweit nicht geschnappt werden.

Bei den aberwitzigen Abenteuern und Coups von Dominique, musste ich immer wieder an diese Serie denken (es gibt übrigens auf Netflix eine Neuauflage).

Im späteren Verlauf des Buches wird die wahre Geschichte hinter der bösen und hübschen Dominique erklärt. Diese ist durchaus nachvollziehbar und macht den Charakter noch ein Stück sympathischer. Durch den lockeren Schreibstil liest sich das Buch schnell und angenehm.

Fazit:

Alles in allem ist “Evil Miss Universe” eine stimmige Satire auf Superhelden, voller Mode, gutem Wortwitz, einer ungewöhnlichen Lovestory und mit einem netten Storytwist am Ende. 

Cover © Piper

  • Autor: Tobias O. Messner
  • Titel: Evil Miss Universe
  • Verlag: Piper
  • Erschienen: 9/2019
  • Einband: Broschiert
  • Seiten: 320
  • ISBN: 978-3-492-70536-3
  • Sonstige Informationen:
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Wertung: 12/15 dpt