Red Lights (Film – DVD/BluRay)

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Red Lights (Film)Dr. Margaret Matheson (Sigourney Weaver), eine Wissenschaftlerin, die als Ermittlerin paranormale Phänomene untersucht, wird von ihrem Assistenten Tom Buckley (Cillian Murphy) bei ihrer investigativen Tätigkeit begleitet, was beide einander oftmals auf eine harte Probe stellt. Doch stets entlarven sie die meist billigen Tricks, mit denen etwa Mentalisten ihren Bewunderern das Geld aus der Tasche ziehen. Als allerdings der von Robert De Niro gespielte blinde Parapsychologe Simon Silver nach drei Dekaden Pause wieder livehaftig in Erscheinung treten will, sieht Buckley seine Chance gekommen, seinen größten Erfolg zu feiern:

Manisch und obsessiv, kaum noch er selbst, will er alles daran setzen, Silver bloßzustellen, lächerlich zu machen und richtiggehend zu demontieren. Silvers Erfolgskurve seit dem Comeback steigt von Show zu Show in immer schwindelerregendere Höhen, doch damit steigen auch Buckleys Energien, dem alten Künstler das Handwerk zu legen – das hat zur Folge, dass sein Tun immer heftigere Dimensionen annimmt und die selbst auferlegte Mission extrem auszurufen droht. Grenzen werden Reihenweise überschritten – auch die eigenen.

Anfangs zeigt sich das audiovisuelle Werk aus der Feder des 1973 geborenen Rodrigo Cortés („Buried – Lebend begraben“, „The Contestant“, „Dirty Devil“, „Yul“) als schwer zugänglich, gewöhnungsbedürftig und sperrig, doch nach rund dreißig Minuten hat der imaginäre Schlüsselbart sämtliche Zapfen in die korrekte Position gebracht, sodass das Tor zum Verständnis dieses Films geöffnet ist. Die anfangs lose erscheinenden Fäden werden fortan geschickt miteinander verknüpft, und der Verzicht auf übertriebene Special Effects trägt einen bedeutenden Teil dazu bei, dass der Fokus des Zuschauers auf das Wesentliche des Films gerichtet wird: Den Inhalt.

Und der ist von hoher Dichte, denn im Kopf des vor dem Bildschirm Sitzenden werden zahlreiche Denkexplosionen gezündet: Was glaubt man, was nicht? Was ist man selbst, und was nicht? Und was glaubt man, was man ist? Und wer man ist? In teils epischen Monologen wird die Kernaussage des Films umrissen und immer weiter eingekreist, und oftmals erfasst man die feinen Konturen nur durch genaues Zusehen und -hören. „Red Lights“ ist demnach ein Film, dessen wichtigste Handlungssäulen sehr deutlich die psychologischen Elemente darstellen, wobei das Ganze von einer dicken, pulsierenden philosophischen Ader durchzogen ist.

Was dem Film sehr gut tut, ist das Spartanische. Es wurde darauf geachtet, dass das Hauptaugenmerk ganz und gar den Protagonisten dieses Streifens und dessen Handlung gewidmet ist. Kein Schnickschnack, nur wenige Nebendarsteller, wohldosierte Kamerasettings und geschickte Schnitte, ungeschönte, ungestylte Schauspieler, unterstützendes Spiel mit den Farben – mehr ist nicht vonnöten um diesem Film die Wirkungskraft zu verleihen, die er zweifellos besitzt.

Über die Besetzung vor der Kamera noch großartig Lobesworte zu verlieren, wäre verschwendete Zeit, denn die Schauspieler, allen voran De Niro, Murphy und Weaver, aber auch die anderen Mimen, zeigen sich in „Red Lights“ als Vollprofis, die ihre Rolle absolut überzeugend spielen. Auch hinsichtlich der Synchronisation kann man sich Kritik sparen, denn diese befindet sich auf qualitativ höchstem Level: Keine fragwürdigen Übersetzungen, keine unpassenden Stimmen, und auch keine verstörenden Diskrepanzen zwischen den zu sehenden Mündern und dem, was die deutschen Sprecher ihnen in dieselben gelegt haben.

Abschließend kann man zu diesem Film feststellen, dass er nicht unbedingt für den Mainstream geeignet ist, denn es sind die Feinheiten, die gedanklichen und audiovisuellen Interferenzen, die „Red Lights“ (in der Psychologie sind „rote Lichter“ Menschen, die in der Menge durch bestimmte Verhaltensmuster auffallen), das werden lassen, was es ist. Und das zahlt sich für den, der gerne unter die Oberfläche schauen mochte, reichlich aus. Intelligentes, minimalistisches Kino.

Cover © Universal Pictures Home Entertainment

 

  • Titel: Red Lights
  • Format: DVD/BluRay
  • Erschienen: 12/2012
  • Label: Universal
  • Regie: Rodrigo Cortés
  • Drehbuch: Rodrigo Cortés
  • Produktion: Rodrigo Cortés
  • Spielzeit: 114 Minuten (DVD)
  • Darsteller:
    Robert De Niro
    Sigourney Weaver
    Cillian Murphy
    Elizabeth Olsen
    Joely Richardson
    Toby Jones
    Craig Roberts
    Burn Gorman
  • Extras: Interview mit Cast und Crew, Interview mit Rodrigo Cortés, Making-Of und Trailer
  • Technische Details:
    Audio: DTS-HD Master Audio 5.1 (D, GB)
    Bildformat: 2,35:1 (16:9)
  • FSK: 16
  • Sonstige Informationen: Auch als Blu-Ray erhältlich
  • Informationen zum Film sowie Trailer @ Universal

 

 

Wertung: 11/15 dpt

 

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Über den Autor

Chris Popp

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Chris‘ Nerd-Schreibtisch

1974 in Mannheim geboren, in Heidelberg aufgewachsen, lebt nach 16 Jahren in der nordhessischen Provinz vor Kassel seit 2017 in Berlin. Seine Frau hält es seit 2001 mit ihm aus. Booknerd, Hörbuchnerd, Computernerd, Filmnerd, Seriennerd, Kaffeenerd, Foodnerd, Königsbergerklopsenerd. Meidet belanglosen Smalltalk und schätzt tiefgründige Gespräche. Nachteule. Freundlicher Teilzeitselektivmisanthrop.
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Red Lights (Film – DVD/BluRay)

von Chris Popp Artikel-Lesezeit: ca. 3 min
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