Adam Christopher – Dishonored: Zersplittert (Buch)

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Adam Christopher - Dishonored: Zersplittert (Cover © Panini Verlag)„Dishonored“ ist der Name einer Spielereihe, in der man die Wahl hat, wie man vorgehen will. Man kann entweder lautlos oder mit brachialer Gewalt agieren. Dabei haben die Entwickler von Arkane Studios es geschafft, dass die Welt, in der die Spiele stattfinden, eine eigene Identität hat, in der Steampunk-Mechanik und Magie gleichberechtigt nebeneinander existieren.

„Dishonored: Zersplittert“ ist das Bindeglied zwischen dem ersten und dem zweiten Teil der Reihe. Der Roman wurde von Adam Christopher geschrieben. Er dürfte deutschen Lesern vielleicht von seiner „Spider-Wars“-Serie bekannt sein, wobei die bislang erschienenen Bände vom Cross-Cult-Verlag herausgebracht wurden. Ansonsten schreibt der gebürtige Neuseeländer vor allem eigene Geschichten, wobei er jedoch auch Bücher zur „Elementary“-TV-Serie zu Papier gebracht hat.

Emily Kaldwin ist die Kaiserin von Dunwall. Vor 14 Jahren wurde vor ihren Augen ihre Mutter umgebracht und sie selbst entführt. Doch ihr Vater, der Assassine Corvo Attano, konnte sie retten und Rache an jenen nehmen, die für die Tat verantwortlich waren. Seither wurde sie von ihm in der Kunst des lautlosen Tötens unterwiesen. Auch wenn sie bislang noch niemandem das Leben genommen hat, sondern ihre angelernten Fähigkeiten der Athletik und des Schleichens vor allem dazu nutzt, um nachts ungesehen aus dem Palast zu entkommen und so die Stadt zu erkunden. Dabei entdeckt sie, dass eine gefährliche Gang zu ihrer alten Kraft zurückfindet. Sie nennen sich ‚Die Walfänger‘ und unterstanden einst dem Attentäter Daud, der ihre Mutter getötet hat.

Doch hinter dem Erstarken jener Gang steckt nicht der verschwundene Mörder, sondern jemand anderes. Er nennt sich Zhukov und ist ein entflohener Gefangener aus dem eisigen Norden des Landes Tyvia. Genau wie Corvo und Daud verfügt er über außergewöhnliche Kräfte, die es schwer machen, ihn und seine Pläne zu stoppen, ehe es zu spät sein könnte.

Mit „Zersplittert“ gelingt es dem Autoren Adam Christopher, einen Roman zu präsentieren, der sowohl Kenner der Spielereihe anspricht als auch Neulinge. Dieses Kunststück schafft er dadurch, dass er einerseits wichtige Informationen über vergangene Ereignisse oder bedeutende Figuren an den passenden Stellen einbindet. Andererseits tut er dies auf eine Art und Weise, die Kenner der Materie nicht stört.

Allen Lesern gemein sein dürfte, dass sie von der Handlung fasziniert sein werden. Man merkt einfach, dass Adam Christopher sich mit der Vorlage sehr gut auskennt, weil die Charakterisierung auf den Punkt genau ist. Man merkt zudem, dass man es hier mit einem Bindeglied zwischen dem ersten und dem zweiten Teil zu tun hat, wobei die Story zeitlich gesehen näher am zweiten als am ersten liegt.

Das macht sich vor allem an Kleinigkeiten bemerkbar, wie zum Beispiel der Tatsache, dass Emily Kaldwin noch nicht ihr Kostüm hat, welches sie im zweiten Teil trägt. Wobei ihre Charakterisierung besonders gut gelungen ist. Sie wird als selbstständige Frau dargestellt, die ihren eigenen Kopf hat und diesen durchaus durchsetzen kann, sehr zum Leidwesen ihres Vaters Corvo Attano.

Der muss die richtige Balance finden, seiner Tochter den nötigen Freiraum zu geben und sie gleichzeitig zu beschützen. Interessant ist dabei vor allem die Tatsache, wie sparsam Adam Christopher die besonderen Fähigkeiten dieses Charakters einsetzt. Hier zeigt sich ebenfalls, wie sich der Autor mit der Materie auseinandergesetzt hat, da er diese Sparsamkeit damit erklärt, dass sie Energie kosten und Corvo sich das lieber für den Notfall aufsparen will, was einleuchtend ist.

Zhukov ist der große Antagonist. Und genau wie Corvos Fähigkeiten setzt Adam Christopher diesen Charakter eher spärlich ein. Überwiegend agiert er aus dem Hintergrund, zieht die Fäden und sorgt dafür, dass seine Pläne voranschreiten. Auch seine Vergangenheit bleibt lange Zeit ein Mysterium, ebenso wie das, was er wirklich vorhat. Der Autor belässt es lange bei kleineren Puzzlestücken, ehe er am Ende mit einem Schlag diese Teile zu einem Ganzen zusammenfügt. Dabei hätte man mit allem gerechnet, nur nicht mit den wahren Plänen von diesem Mann und dem Zusammenhang mit Emilys verstorbener Mutter.
Letzten Endes werden nicht alle Rätsel geklärt. Ein paar Mysterien bleiben. Doch das sorgt dafür, dass die Welt von „Dishonored“ weiterhin voller Überraschungen steckt.

Man sollte sich diesen Roman besorgen, selbst wenn man die Spielereihe nicht kennt.

Cover © Panini Verlag

  • Autor: Adam Christopher
  • Titel: „Dishonored“: Zersplittert
  • Originaltitel: „Dishonored“ – The Corroded Man
  • Übersetzer: Andreas Kasprzak, Tobias Toneguzzo
  • Verlag: Panini
  • Erschienen: 12/2016
  • Einband: Broschiert
  • Seiten: 400
  • ISBN: 978-3833233593
  • Sonstige Informationen:
    Produktseite 
    Erwerbsmöglichkeiten

    Wertung: 15/15 dpt

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Über den Autor

Götz Piesbergen

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Ich darf mich vorstellen? Wunderbärchen! :D

Mein Name ist Götz Piesbergen, wobei ich in den Weiten des World Wide Web auch noch ein paar andere Pseudonyme verwende. Ich bin ein Vielschreiber und Vielleser, der quasi alles verschlingt, was Buchstaben hat (hmm, lecker! :D). Und da ich zu den Leuten gehöre, die ihre Meinung im Netz gerne kundtun, bespreche ich auch die Sachen, die ich lese oder zocke oder sehe.

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von Götz Piesbergen Artikel-Lesezeit: ca. 3 min
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