Christopher L. Bennett – Star Trek – Rise of the Federation 2: Turm zu Babel (Roman)

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Christopher L. Bennet - Star Trek - Rise of the Federation 2: Turm zu Babel (Cover © Panini)Mit »Turm zu Babel« setzt Christopher L. Bennet die »Rise of the Federation«-Reihe fort. Band 3 der Serie, »Zweifelhafte Logik«, ist seit April 2018 erhältlich, derweil Roman Nummer 4, »Prinzipientreue« für Februar 2019 angekündigt worden ist. Damit wäre nur das Buch »Patterns of Interference« noch nicht ins Deutsche übersetzt worden, was sich allerdings ändern dürfte.

Die junge Föderation ist weiter am Expandieren. Das neuste Mitglied soll das Rigel-Sternensystem werden, Heimat vieler verschiedener Planeten mit den unterschiedlichsten Lebensformen. Die Verhandlungen sollen auf dem Planetoiden Babel stattfinden. Doch es kommt wiederholt zu Sabotageversuchen, deren Ziel es ist, die Gespräche und das Sternenbündnis scheitern zu lassen.

Denn die Orioner haben ein starkes Interesse daran, dass nichts und niemand ihre langjährigen kriminellen Machenschaften durchkreuzt. Daher mischen sie sich überall dort ein, wo sie meinen, der Vereinigten Föderation schaden zu können. Sie unterstützen die Parteien im Rigelsystem, die sich vor einem Verlust ihrer teils illegalen Privilegien fürchten und deshalb gegen einen Beitritt in die Föderation sind. Auf Sauria geben sie dem Diktator Maltuvis die Mittel, die er braucht, um seinen Herrschaftsbereich weiter auszudehnen. Kurz: Sie versuchen alles, das ihnen gefährliche Sternenbündnis zu töten, so lange sie eine Chance dazu haben.

Man befindet sich erst im zweiten Roman »Rise of the Federation«-Reihe. Und trotzdem gelingt es Christopher L. Bennet problemlos, buchübergreifend eine glaubhafte Bedrohungskulisse aufzubauen. Man fragt sich insgeheim, wie Jonathan Archer und seine Freunde die Katastrophe aufhalten wollen, die der Föderation droht … Die Antwort findet sich natürlich in dem vorliegenden Titel.

Ein essentieller Teil der Story sind die Ereignisse auf Rigel. Hier merkt man Christopher L. Bennet an, mit welcher Lust er die Gesellschaft dieses Sternensystems ausführlich darstellt. Ein Hauptaugenmerk legt er dabei vor allem auf die sogenannten »Ersten Familien«, einer Gemeinschaft von Kriminellen, die im Besitz von Material sind, mit dem sie anhand von Erpressung die Politik nach eigenem Gusto steuern können.

In diese gesellschaftliche Lage stößt jetzt die Föderation. Der Kontrast zwischen diesen Sternengemeinschaften könnte dabei größer nicht sein. Hier diejenigen, bei denen Recht und Verfassung auf Grund der langjährigen Manipulation krimineller Organisationen nicht der Rede wert sind. Dort die Föderation, die sich eben vor allem anhand ihrer Regeln und ihrer Verfassung definiert. Der Schriftsteller nutzt diesen Gegensatz, um Reibungskonflikte zu erzeugen, wodurch ebenso Spannung und Stimmung entstehen.

Gleichzeitig wird auch klar, dass die junge Föderation noch längst nicht die Weisheit und das Personal hat, wie man aus dem Fernsehen kennt. Vertreter der Sternengemeinschaft machen im Laufe der Geschichte wiederholt Fehler. Das zeigt sich besonders bei den Ereignissen auf Sauria, wo das Sternenbündnis die Lage von Beginn an falsch einschätzte. So unterschätzten sie die Gerissenheit und Intelligenz von Maltuvis, was sie jetzt bitter bereuen. Denn der Diktator unterwirft im Laufe des Romans fast den gesamten Planeten und lässt dabei die Außenweltler als die angeblich wahren Schuldigen seiner verachtenswerten Taten dastehen.

Es gibt jede Menge Subplots, die teilweise mit Anspielungen auf die Star-Trek-Historie angereichert sind. So begegnet man unter anderem einer gewissen Familie Kirk … Allerdings kann nicht jeder Handlungsfaden überzeugen. So wird der ehemalige Captain der Enterprise, Jonathan Archer, in ein Komplott verwickelt. Doch wird diese Handlung nicht gut aufgebaut und der Fortlauf des Geschehens wirkt wie an den Haaren herbeigezogen. Fast scheint es so, als ob Christopher L. Bennet hier noch Seiten schinden wollte, was dem Roman am Ende schadet.

Trotzdem ist dies, trotz des Fehlers, eine gute Fortsetzung.

Cover © Cross Cult

  • Autor: Christopher L. Bennett
  • Titel: Star Trek – Rise of the Federation 2: Turm zu Babel
  • Teil/Band der Reihe:Star Trek – Rise of the Federation 2
  • Originaltitel: Star Trek – Enterprise: Rise of the Federation: Tower of Babel
  • Übersetzer: Bernd Perplies
  • Verlag: Cross Cult
  • Erschienen: 06/017
  • Einband: Taschenbuch
  • Seiten: 350
  • ISBN: 978-3-959811-96-5
  • Sonstige Informationen:
    Produktseite
    Erwerbsmöglichkeiten

Wertung: 11/15 dpt


Über den Autor

Götz Piesbergen


Ich darf mich vorstellen? Wunderbärchen! :D

Mein Name ist Götz Piesbergen, wobei ich in den Weiten des World Wide Web auch noch ein paar andere Pseudonyme verwende. Ich bin ein Vielschreiber und Vielleser, der quasi alles verschlingt, was Buchstaben hat (hmm, lecker! :D). Und da ich zu den Leuten gehöre, die ihre Meinung im Netz gerne kundtun, bespreche ich auch die Sachen, die ich lese oder zocke oder sehe.

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von Götz Piesbergen Artikel-Lesezeit: ca. 3 min
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