Buchautorin Roosa Root auf der Leipziger Buchmesse

Als mein Verlagsleiter mich gefragt hat, ob ich mir ein Meet & Greet auf der Leipziger Buchmesse vorstellen kann, musste ich kurz überlegen, ob die Mail wirklich an mich ging.

Klar, Kindle-Bestsellerautorin – aber innerlich das „Mädel vom Land fährt mal in die große, weite Buchwelt“. Und genau da sollte ich dann plötzlich selbst sitzen und Leute treffen. Schon ein bisschen verrückt – nicht wahr? Aber reden kann ich, gerne und viel sogar, deshalb habe ich ohne zu zögern zugesagt.

Zusammen mit meiner Lieblingskollegin Marisa Winter aus Berlin, habe ich dann drei unglaublich tolle Tage in Leipzig verbracht. Natürlich mit allem, was dazugehört: viele Bücher, viele Menschen und tolle Vernetzung.

Die Leipziger Buchmesse lief von Donnerstag bis Sonntag – und hat ziemlich schnell gezeigt, dass sie wieder richtig voll wird. Schon am Freitag (also Tag 2) wurde ein neuer Rekord geknackt: 105.000 Besucher statt 96.000 im letzten Jahr. Und alle so: „Wartet mal den Samstag ab…“ 

Es fuhren extra Bahnen, man kam direkt bis vors Gelände – aber zusammen mit gefühlt halb Deutschland. Heißt: reinquetschen, durchatmen, weiterfahren. Vor Ort sorgten Sicherheitsleute dafür, dass niemand verloren oder gar untergeht.

Beim Einlass gab es zwei Welten:
Mit Ausstellerticket – zack, durch.
Ohne – willkommen im Warteschlangen-Universum. Schon um 9:00 Uhr standen die Leute Schlange, obwohl erst um 10:00 Uhr geöffnet wurde. Wer gegen Mittag kam, hatte mehr Glück und weniger Wartezeit.

Das Gelände selbst ist toll. Schön offen, viel Glas, viel Licht, ein kleiner See. Im Vergleich zur Frankfurter Buchmesse kompakt und übersichtlich. Highlight für viele: die Manga-Comic-Con in Halle 1 und Teilen von Halle 3. Überall liefen Cosplayer rum – die Kostüme einfach nur woowwww. Allein dafür lohnt sich schon ein Rundgang.

Der Rest war aufgeteilt:

  • Halle 2: Sachbuch & Audio
  • Halle 3: Kinder, Jugend, Fantasy & Co.
  • Halle 4: Belletristik, Lesungen, Messebuchhandlungen
  • Halle 5: Antiquariat, Buchdienstleister.

Und jetzt zum eigentlichen Messe-Erlebnis: Menschen. Sehr viele Menschen.

Spätestens ab späten Vormittag wurde es kuschelig. An den kleinen Ständen ging es, bei großen Verlagen hieß es: anstellen und warten.

Besonders wild wurde es bei New Adult, Romance, Dark Fantasy und Dark Romance. Da gabs teilweise Einlasssysteme. Schlange stehen, um reinzukommen, dann nochmal Schlange stehen fürs Buch. Aber dafür gab es Special Editions, signierte Exemplare und Goodies. Wir waren ja nicht zum Spaß hier. 

Signierstunden, Lesungen und Events waren unterschiedlich organisiert – mal brauchte man ein Ticket, mal nicht. Es lohnte sich, bereits im Vorfeld zu schauen.

An kleineren Ständen traf ich dafür öfter Autor:innen ganz entspannt und konnte auch mal ins Gespräch kommen oder ein Foto machen – zum Beispiel bei Michelle Schrenk, Birgit Pirker, Summer Alesilia, Kiss&Kill oder dem Empire-Verlag mit Messeteam rund um Claudia Tallian.

Auch mein persönliches Meet & Greet am Stand des Empire-Verlags war richtig angenehm. Kein Stress, liebe Menschen, einfach gute Gespräche.

Da standen plötzlich Leute vor mir, die extra meinetwegen gekommen sind, ließen sich Bücher signieren und erzählten, wie sehr sie meine Geschichten mögen.

Mit Spannung verfolgte ich, wie bekannte Autor:innen unterwegs waren – zum Beispiel Sebastian Fitzek, der von drei Bodyguards zu seinen Terminen begleitet wurde. Die brauchte „ich“ zum Glück nicht, aber D.c. Odeza hätte mir bestimmt einen ihrer Lords als Bodyguard geliehen.

Gleichzeitig merkte ich, dass inzwischen auch Buch-Influencer eine riesige Rolle spielen. Teilweise sind die Schlangen für Fotos mit ihnen sogar länger gewesen, als die bei Autor:innen.

Generell habe ich den Eindruck, dass Social Media – vor allem Plattformen wie TikTok/Instagram – einen großen Einfluss auf den Erfolg von Büchern hat. Gerade bei jüngeren Leser:innen entstehen dadurch richtige Hypes. Schreiben allein reicht oft nicht mehr, Marketing gehört für Autor:innen mittlerweile genauso dazu.

Manchmal wirkt es auf mich so, als würde ein Buch per se nicht reichen. Merch, Farbschnitte, Duftsticker, Charakterkarten, Special-Events und andere Extras spielen eine große Rolle. Ganze Marken entstehen rund um Buchreihen. Das sorgt natürlich auch für mehr Druck. Finanziell aber auch organisatorisch – bei Verlagen, Autor:innen und vor allem Selfpublishern.

Wenn ich die Branche mit früher vergleiche, merke ich, wie sehr sich alles verändert hat.

Trotzdem: Die Messe war eine richtig gute Erfahrung.

Als Besucher kann man viele neue Eindrücke sammeln, Autor:innen und Stars treffen, Events besuchen und signierte Bücher mitnehmen. Ich finde, man sollte es einmal gesehen haben. Für entspanntes Stöbern ist dann aber wahrscheinlich doch die Buchhandlung um die Ecke die bessere Wahl.

Rezensionen auf booknerds.de

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