Kirsten Beyer – Star Trek: Voyager 9 – Bewahrer (Buch)

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Seit Band 5 werden die Geschicke der Voyager nach dem Ende der TV-Serie von Kirsten Beyer geschrieben. Und jetzt liegt mit „Bewahrer“ der neunte Roman vor. Ehe ich anfange, das Buch zu rezensieren, möchte an dieser Stelle eine Spoilerwarnung aussprechen, denn in dem letzten Teil ist etwas geschehen, das für die aktuelle Handlung von großer Bedeutung ist. Wer also „Ewige Gezeiten“ noch nicht gelesen hat, der sollte dies schleunigst nachholen.

Nochmal: Spoilerwarnung! Wer trotzdem weiterliest und sich hinterher darüber beschwert, dass ich gewisse Dinge verraten habe, dem ist nicht zu helfen!

Kathryn Janeway ist wieder unter den Lebenden. Ihr Patenkind q hat sich geopfert, um einerseits die weitere Existenz des Q-Kontinuums zu garantieren, andererseits aber auch dafür zu sorgen, dass das vorzeitige Ableben des ehemaligen Kapitäns der Voyager ungeschehen gemacht wurde. Doch es bleibt für sie keine Zeit, die erneute physikalische Existenz mit ihrer Liebe Chakotay zu genießen, denn sie wird zur Erde zurückbeordert.

Dort angekommen, erhält sie wieder ihren Admiralsposten und darf für eine Weile Daumen drehen. Denn die Sternenflotte muss nach den Ereignissen der „Destiny“-Romanreihe überlegen, wie es mit ihr und dem Projekt „Full Circle“ weitergehen soll. Und angesichts des Verlusts von fünf der ursprünglichen neun Schiffen, die die Flotte umfasste, erscheint es schwer, Argumente für die Fortführung zu finden, da neue Raumschiffe plus entsprechender Besatzung rar sind.

Doch sowohl Janeway als auch Chakotay sind nicht bereit, die Einstellung einfach so zu akzeptieren. Sie versucht, auf der Erde Gründe für die Wiederaufnahme zu nennen, derweil er mit der Voyager und der Demeter, zwei der noch übrig gebliebenen Schiffen des Projekts, die Mission fortführt: Nämlich den Delta-Quadranten zu erforschen und Kontakt zu fremden Zivilisationen aufzunehmen und gleichzeitig herauszufinden, ob die Borg wirklich nicht mehr existieren. Und was bietet sich da mehr an, als einem Notruf nachzugehen, den die Voyager während ihrer ursprünglichen Reise durch diesen Part des Weltraums aufgefangen hatte?

Über eines muss man sich im Klaren sein: „Bewahrer“ ist ein Übergangsroman. Das heißt, dass Kirsten Beyer hier jede Menge Plots schreibt, von denen viele erst in den nächsten Bänden weitergeführt werden. Jede Menge liebgewonnene Figuren werden zumindest im nächsten Teil der Serie nicht mehr Mitglied der „Full Circle“-Flotte sein, sodenn diese überhaupt weiterhin ihre ursprünglichen Mission weiterführen kann.

Und so ist dieser Band vor allem im Vergleich zu den früheren Teilen wesentlich dramalastiger. Das macht sich vor allem bei Kathryn Janeway bemerkbar, denn deren Wiederbelebung löst eben nicht nur rundherum Begeisterung aus. Viele Personen machen ihr deswegen Vorwürfe, was sie schwerer trifft, als sie es sich zugestehen möchte.

Es ist auch gut, dass Kirsten Beyer darauf verzichtet, die Konsequenzen von Janeways Rückkehr unter die Lebenden zu sehr positiv auszudrücken. Denn dafür ist diese bedenklich, da so der Eindruck entstehen kann, dass der Tod für wichtige „Star Trek“-Persönlichkeiten bedeutungslos ist. Eine Entwicklung, die bereits in der Welt der Comics alles andere als gut ist. Doch durch die Schwierigkeiten, die sich für Kathryn Janeway ergeben, wird die Skepsis abgemildert.

Jedoch ist die Plotebene rund um die zurückgekehrte Janeway vor allem zu Beginn sehr zäh geschrieben. Die Handlung braucht etwas Zeit, um Fahrt aufzunehmen. Fast hat man den Eindruck, als ob die Autorin selbst nicht so recht wusste, was sie jetzt mit der Figur machen wollte. Erst die Rückkehr zur Erde führt dazu, dass der Plot Geschwindigkeit aufnimmt und man mit Interesse die verschiedenen Entwicklungen sowohl im Alpha, als auch im Delta-Quadranten, liest und unter anderem die Bedenken vonn Seven of Nine bezüglich der charakterlichen Entwicklung des Doktors teilen.

Doch am besten ist der Roman dann, wenn er sich auf die Erlebnisse der Voyager und der Demeter konzentriert. Die Interkation zwischen Chakotay und dem etwas exzentrischen Kapitän des letztgenannten Schiffs, Liam O’Donnell, ist dabei das Salz in der Suppe. Hier zielstrebiger Kommandant der Voyager, dem alles daran liegt, den Erfolg von „Project: Full Circle“ zu beweisen. Dort sein Konterpart auf der Demeter, der ein wissenschaftliches Genie ist, aber dafür oft unvorhersehbar agiert. Hierbei wirken die Reibereien zwischen den beiden natürlich und nicht forciert. Und man merkt, dass sie trotz allem an einem Strang ziehen, was die aktuelle Mission angeht. Die gleichzeitig auch spannend geschrieben ist und lauter ungeahnte Wendungen aufweist.

Am Ende ist dies ein guter Band der „Voyager“-Reihe, der Lust auf die Fortsetzung macht.

Cover © Cross Cult

Wertung: 12/15 dpt

  • Autor: Kirsten Beyer
  • Titel: Star Trek – Voyager 9: Bewarher
  • Teil/Band der Reihe: 9
  • Originaltitel: Star Trek – Voyager: Protectors
  • Übersetzer: Renè Ulmer
  • Verlag: Cross Cult
  • Erschienen: 10/2016
  • Einband: Taschenbuch
  • Seiten: 480
  • ISBN: 978-3-95981-146-0
  • Sonstige Informationen:
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Über den Autor

Götz Piesbergen


Ich darf mich vorstellen? Wunderbärchen! :D

Mein Name ist Götz Piesbergen, wobei ich in den Weiten des World Wide Web auch noch ein paar andere Pseudonyme verwende. Ich bin ein Vielschreiber und Vielleser, der quasi alles verschlingt, was Buchstaben hat (hmm, lecker! :D). Und da ich zu den Leuten gehöre, die ihre Meinung im Netz gerne kundtun, bespreche ich auch die Sachen, die ich lese oder zocke oder sehe.

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von Götz Piesbergen Artikel-Lesezeit: ca. 3 min
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