W. C. Bauers – Die Chroniken von Promise Paen 1: Unverwüstlich (Buch)

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W.C. Bauers - Die Chroniken von Promise Paen 1 - Unverwüstlich - Cover © Cross CultKategorien haben es an sich, dass sie mitunter viele Unterkategorien besitzen. Das gilt auch für die Science Fiction. Eines ihrer Subgenres ist das der Military SciFi. Es handelt sich dabei um Stories, die actionbetont sind und oft genug den Konflikt aus der Sicht eines „einfachen“ Soldaten schildern. Bekannte Beispiele sind die „Honor Harrington“-Reihe von David Weber sowie die „Clone Rebellion“-Serie von Steven L. Kent. Letztere ist ebenfalls im Cross Cult-Verlag erschienen und pausiert momentan.

Nun veröffentlicht der Verlag die „Die Chroniken von Promise Paen“-Reihe. Der erste Band „Unverwüstlich“ ist seit September erhältlich, während der zweite, „Unbeugsam“ im Februar veröffentlicht wird. Geschrieben wird die Serie von W. C. Bauers.

Der Autor ist Amerikaner und lebt aktuell den Rocky Mountains, gemeinsam mit seiner Frau und seinen drei Jungs. Er hat einen schwarzen Gürtel in Taekwondo und interessiert sich für Militärgeschichte. Seine Lieblings-SciFi-Bücher sind „Ender‘s Spiel“ und „Dune“.

Promise Paen stammt von Montana, einer weit abgelegenen Welt. Nach dem Tod ihrer Mutter und der Ermordung ihres Vaters durch Piraten wollte sie eigentlich nie zurück. Doch das Militär der »Republik Angeschlossener Welten« schickt sie und einen Trupp von Marines zurück, da der Rivale der RAW, das Lusistanische Imperium, ein Auge auf das System geworfen hat. Und es ist bereit, alles zu tun, um in den Besitz dieser Planeten zu kommen.

„Unverwüstlich“ ist ein merkwürdiger Roman. Einerseits gibt es wenig, das wirklich für ihn spricht. Aber andererseits ist er trotz der vielen negativen Merkmale, die im Folgenden aufgezählt werden, kein kompletter Reinfall. Woran das liegt? Sicher daran, dass er zumindest teilweise Spannung aufweist. Vor allem der Endkampf hat wiederholt Passagen, in denen man es kaum erwarten kann, zu lesen, wie es weitergeht.

Allerdings eben auch nicht immer. Das Schlimmste an der ganzen Geschichte ist, dass einem die Figuren herzlich egal sind. Sogar die Titelheldin schafft es nicht, das Interesse des Lesers zu wecken und dauerhaft zu fesseln.

Es wirkt schon sehr befremdlich, wenn sie immer wieder mit dem Geist ihrer verstorbenen Mutter spricht oder als Familienerbstück eine uralte, aber gut gepflegte Glock mit sich führt. Ebenso hat man nicht das Gefühl, dass sie die Situation unter Kontrolle hat, sondern dass es häufig eher umgekehrt ist. Sie stolpert eher in Gegebenheiten, in denen sie glänzen kann, als dass sie sie kontrolliert herbeiführt.

Gleichzeitig werden fleißig Klischees bedient. So ist das Imperium natürlich eine Monarchie, die illegal  ständig neue Welten in ihr Reich einverleibt, welche dann auch erst einmal jahrelang bluten dürfen, ehe sie überhaupt ansatzweise Rechte erhalten. Nepotismus und Inkompetenz sind im Militär stark vertreten und internationale Gesetze werden mit Füßen getreten. Es wird also ein ziemlich negatives Bild dieses Gegners gezeichnet.

Montana hingegen, die Welt, auf der sich alles abspielt, wird als bodenständig und hart im Nehmen dargestellt. Einfache Leute, die es mit Hilfe von heldenreichen Soldaten wagen, den Invasoren die Stirn zu bieten, obwohl sie technologisch gesehen im Nachteil sind. Natürlich sind sie etwas eigen, doch gerade das soll sie wohl für den Leser so liebenswert machen. Das Problem ist nur, dass dieses Volk ähnlich interessant ist wie trocknende Farbe.

Auch bedient sich der Autor an einigen Stellen einem allzu bekannten Vokabular. Wenn die Rede von einem Hexa-Puma ist oder die Lusistaner die Montaner als Neobarbaren bezeichnen, erscheint einem ein gewisses Déjà-vu. Dann fühlt man sich nämlich an die „Honor Harrington“-Reihe erinnert, die dieselben Begriffe verwendet. Und David Webers Serie ist wesentlich älter, bekannter und umfangreicher, als dass es sich um ein Versehen handeln könnte.

Was ebenfalls negativ auffällt, ist die kaum vorhandene Charakterisierung der Nebenfiguren. Nur ganz wenige erhalten den Ansatz, den Hauch einer Darstellung. Doch in den meisten Fällen soll man sich eigentlich so mit ihnen identifizieren, dass einem ihr Schicksal nicht gleichgültig ist. Nur irgendwie schafft es W. C. Bauers nicht, dies zu erreichen. Die meisten Handlungsträger bleiben einem fremd und kommen dem Leser nicht näher.

Wenn man als Cross Cult-Fan Military SciFi lesen möchte, ist man mit der „Clone Rebellion“-Reihe besser bedient.

Cover © Cross Cult

 

  • Autor: W. C. Bauers
  • Titel: Die Chroniken von Promise Paen 1: Unverwüstlich
  • Teil/Band der Reihe: Die Chroniken von Promise Paen 1
  • Originaltitel: The Chronicles of Promise Paen 1 – Unbreakable
  • Übersetzer: Christian Humberg
  • Verlag: Cross Cult
  • Erschienen: 09/2016
  • Einband: Taschenbuch
  • Seiten: 580
  • ISBN: 978-3-86425-866-4
  • Sonstige Informationen:
    Produktseite
    Erwerbsmöglichkeiten

Wertung: 3/15 dpt


Über den Autor

Götz Piesbergen


Ich darf mich vorstellen? Wunderbärchen! :D

Mein Name ist Götz Piesbergen, wobei ich in den Weiten des World Wide Web auch noch ein paar andere Pseudonyme verwende. Ich bin ein Vielschreiber und Vielleser, der quasi alles verschlingt, was Buchstaben hat (hmm, lecker! :D). Und da ich zu den Leuten gehöre, die ihre Meinung im Netz gerne kundtun, bespreche ich auch die Sachen, die ich lese oder zocke oder sehe.

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von Götz Piesbergen Artikel-Lesezeit: ca. 3 min
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