Aaron Rosenberg, Keith R. A. DeCandido, Dave Galanter, Scott Ciencin, Dan Jolly – Star Trek – Corps of Engineers Sammelband 3 (Buch)

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Aaron Rosenberg, Keith R. A. DeCandido, Dave Galanter, Scott Ciencin, Dan Jolley - Star Trek - Corps of Engineers Sammelband 3 Cover © Cross CultGlaubt man den vielen Star Trek-Filmen und –Serien, dann ist der Posten eines Ingenieurs kein Zuckerschlecken. Ständig werden sie mit Situationen konfrontiert, in denen ihr gesamtes Geschick verlangt wird. Und Wunder sollen gefälligst vorgestern geliefert werden.

Doch Scherz beiseite: Ingenieure wie Montgomery Scott oder Miles Edward O’Brien genießen bei den Fans dank ihrer Taten Kultstatus. Immer wieder schaffen sie es, das Unmögliche möglich zu machen. Und das deutet natürlich auf eine gute Ausbildung hin.

In den USA wurde den Leistungen dieser Männer und Frauen ein literarisches Denkmal gesetzt, denn mit der Serie „Corps of Engineers“ wurden sie in den Mittelpunkt gestellt. Die Romanreihe erzählte die Abenteuer der Crew des Raumschiffes U. S. S. DaVinci, dessen Besatzung einzig und allein aus Ingenieuren bestand.

Eine weitere Besonderheit der Reihe war, dass sie monatlich veröffentlicht wurde. Das war nur deshalb möglich, weil die Romane e-Book only waren. Zwar gab es auch Printsammelbände der e-Books, doch die wurden meistens erst mit großer Verzögerung herausgebracht.

Der Cross Cult-Verlag wagte sich daran, diese Serie hierzulande herauszubringen. Der Aufschrei bei einigen Fans war allerdings enorm, weil diese sich dem e-Book-Format verweigerten. Immerhin versprach der Verlag, selbst irgendwann Printsammlungen zu veröffentlichen. Was sie letzten Endes 2015 taten. Im November 2016 kam schließlich der dritte und vorerst letzte Sammelband heraus. Eine Fortführung hängt vermutlich davon ab, ob und wann die e-Book-Reihe fortgeführt wird, die der Verlag mit der Nummer 26 erstmal wegen mangelhaften Verkaufszahlen pausierte. Was ehrlich gesagt schade ist, denn auch wenn die Qualität der Geschichten sich von Roman zu Roman unterscheidet, da eben viele verschiedene Schriftsteller an der Reihe schreiben, so ist die Serie insgesamt doch sehr unterhaltsam.

Der dritte Sammelband sammelt die Ausgaben 9-12. Die Autoren sind Aaron Rosenberg, Keith R. A. DeCandido, Dave Galanter, Scott Ciencin und Dan Jolley. Die Stories, die dabei jeweils erzählt werden, sind alle abwechslungsreich.

In „Der Außenposten“ muss die Crew der DaVinci untersuchen, wieso der Kontakt zu einer Station am Rande des Föderationsgebietes abgebrochen ist. Diese Story ist vor allem deshalb so interessant, weil hier der Autor Aaron Rosenberg auf das veränderte Beziehungsgeflecht an Bord des Schiffes eingeht. Man muss nämlich wissen, dass in den Romanen zuvor der erste Offizier des Schiffes, Sonya Gomez, ihr erstes, eigenes Kommando erhielt. Und das macht sich in dieser Erzählung bemerkbar. Zu lesen, wie sich zum Beispiel die Beziehung zwischen Sonya Gomez und Kieran Duffy entwickelt, macht mit einen Charme der Geschichte aus.

Der titelgebende Außenposten löst hingegen keine Jubelsprünge aus. Dafür ist die Story zu langweilig und läuft die Ermittlungsarbeit zu spannungsarm ab. Und das trotz einiger interessanter Einsätze.

Und wie sieht es in „Achtung, Monster!“ aus? Keith R. A. deCandido, ein Veteran des literarischen Star Trek-Universums, schildert eine Geschichte, die sich mit den Aufräumarbeiten der „Portal“-Storyline beschäftigt, die damals zuvor in den Serien lief. Hier sind monsterartige Wesen auf eine andere Welt geraten und das Ingeneuerkorps muss aktiv werden.

Es ist interessant, wie der Autor die Geschichte aufbaut bzw. erzählt. Denn er wechselt immer wieder die Perspektiven, um einen anderen Winkel des Geschehens zeigen zu können. Das ist spannend und gut erzählt.  Schade ist dann nur das verkorkste Ende, denn hier greift der Autor tief in die Klischeekiste, was so gar nicht zu der bisherigen Story passt.

Dave Galanters „Der Hinterhalt“ bietet wiederum einen etwas anderen Ansatz. Er schildert, wie eine Kolonie angegriffen wird und die DaVinci versuchen muss, das schlimmste zu verhindern. Im Prinzip wird hier eine einzige Raumschlacht aus der Sicht der Crew des Föderationsraumschiffes erzählt.

Und bis auf das vollkommen misslungene Ende ist das wirklich spannend zu lesen. Denn so eine Story hatte man noch nie im literarischen „Star Trek“-Universum. Besonders die kleinen Momente, in denen jedes Crewmitglied zur Geltung kommt, sind großartig geworden.

Und dann ist da noch Scott Ciencins und Dan Jolleys „Schritt für Schritt“. Die DaVinci-Crew wird zu einer Künstlerkolonie gerufen, die ein technisches Problem hat. Denn ihr Zentralrechner macht Probleme.
Eine Welt, in der alles Kunst ist, sogar Licht; Das ist interessant und wird vom Autorenduo auch entsprechend beschrieben. Doch dann wird man über einige Elemente stolpern, die einem den Spaß an der Story verderben.

So wird versucht, dem Leser krampfhaft beizubringen, dass die Kolonie niemanden hat, der sich mit Rechnern oder Technik auskennt. Da aber vorher explizit ein Kunstwerk genannt wird, dass an einem Computer entstanden ist, muss es zumindest eine Person geben, die entsprechende Kenntnisse besitzt.
Und dann hat man das Gefühl, dass die Autoren nicht wussten, auf wen sie sich in der Story konzentrieren sollten. Mit der Folge, dass sie gleich drei Figuren haben, von denen keine einzige sich richtig entfalten kann.

Es ist schade, dass die Serie fürs erste nicht mehr weitergeführt wird. Denn wie gesagt: Unterhaltsam ist sie. Trotz diverser Mängel.

Cover © Cross Cult

  • Autor:
    Aaron Rosenberg
    Keith R. A. DeCandido
    Dave Galanter
    Scott Ciencin
    Dan Jolley
  • Titel: Star Trek – Corps of Engineers Sammelband 3: Wunder dauern etwas länger
  • Originaltitel: Star Trek – S.C.E.; Book 3
  • Übersetzer: Susanne Picard
  • Verlag: Cross Cult
  • Erschienen: 11/2016
  • Einband: Taschenbuch
  • Seiten: 320
  • ISBN: 978-3-95981-158-3
  • Sonstige Informationen:
    Produktseite 
    Erwerbsmöglichkeiten

Wertung: 9/15 dpt


Über den Autor

Götz Piesbergen


Ich darf mich vorstellen? Wunderbärchen! :D

Mein Name ist Götz Piesbergen, wobei ich in den Weiten des World Wide Web auch noch ein paar andere Pseudonyme verwende. Ich bin ein Vielschreiber und Vielleser, der quasi alles verschlingt, was Buchstaben hat (hmm, lecker! :D). Und da ich zu den Leuten gehöre, die ihre Meinung im Netz gerne kundtun, bespreche ich auch die Sachen, die ich lese oder zocke oder sehe.

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Aaron Rosenberg, Keith R. A. DeCandido, Dave Gal…

von Götz Piesbergen Artikel-Lesezeit: ca. 4 min
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