Ben Aaronovitch – Doctor Who: Die Hand des Omega (Buch)

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Ben Aaronovitch - Die Hand des Omega (Cover @ Bastei Lübbe)Lange Zeit besaß Cross Cult die Lizenz für die »Doctor-Who«-Romane. Das änderte sich 2017, als Bastei Lübbe übernahm. Seitdem erscheinen regelmäßig neue Romane bei dem Verlag, während bei Cross Cult »nur« noch der Band »13 Doktoren, 13 Geschichten«, die Fortsetzung des 2014 erschienen »11 Doktoren, 11 Geschichten«.

Den Auftakt zu dieser neuen »Doctor-Who«-Ära macht Ben Aaronovitch mit »Die Hand des Omega«. Der Name des Autors dürfte natürlich vielen bekannt vorkommen. Schließlich ist er der Schriftsteller der berühmten Urban-Fantasy-Serie »Die Flüsse von London«. Der vorliegende Roman stammt jedoch aus einer Zeit, als er als Drehbuchautor für die »Doctor Who«-Fernsehserie tätig war, also noch bevor er überhaupt das erste Wort seiner Reihe verfasste.

Genauer gesagt basiert der Titel auf der Episode »Remembrance of the Daleks«, die vom 5. bis zum 26. Oktober 1988 auf BBC lief. Kenner der Materie wissen natürlich sofort, mit welcher Inkarnation des Doktors es man zu tun hat. Nämlich mit der Siebten, dargestellt von Sylvester McCoy. Bekannt wurde er vor allem dadurch, dass die TV-Serie, die damals seit Jahrzehnten im Fernsehen zu sehen gewesen war, während seiner Zeit eingestellt wurde. Ihre Rückkehr feierte sie erst 2005, mit einem neunten Doktor, dargestellt von Christopher Ecclestone. Doch das ist ein anderes Thema

Der Doktor kehrt zurück in das Jahr 1963. Denn er hat in jener Zeit in seiner ersten Inkarnation ein mächtiges Artefakt hinterlassen, die sogenannte Hand des Omega. Jedoch ist er nicht der Einzige, der daran interessiert ist. Auch seine Erzfeinde, die Daleks wollen das Objekt haben, wobei der siebte Doktor es dieses Mal sogar mit zwei rivalisierenden Fraktionen zu tun hat.

Begleitet wird er von der 80er-Jahre-Jugendlichen Ace, die sich während ihres Aufenthalts in jener Epoche diversen Problemen stellen muss. Es geht um Rassismus, aber ebenso um einen unbewältigten Vorfall ihrer Vergangenheit. Erst, wenn sie diesen verarbeitet hat, kann sie dem Doktor behilflich sein.

»Die Hand des Omega« ist der erste Roman von Ben Aaronovitch. Und wenn man das Werk liest, merkt man schon vieles von dem, was den Autor später auszeichnet. Spannung und Humor halten sich die Waage, während der Schriftsteller sich nicht scheut, heikle Themen wie zum Beispiel Rassismus anzusprechen.

Der Roman entwickelt dabei einiges an Charme, was nicht zuletzt dank dem Kontrast zwischen der in den Acntzigern groß gewordenen Ace und den gesellschaftlichen Verhältnissen der Sechzigerjahre entsteht. Sie ist eine eigenständige, agile und gefährliche Frau, vollkommen anders, als es in jener Zeit kurz nach dem Zweiten Weltkrieg gesellschaftlicher Standard war. Gleichzeitig gerät sie allerdings eben wegen ihrer Eigenschaften ständig in Situationen, aus denen sie der Doktor retten muss. Daran merkt man, dass die Geschichte ursprünglich einem Jahrzehnt entstammt, in der die Gleichberechtigung zwar schon Fortschritte machte, jedoch noch längst nicht so weit fortgeschritten war wie heutzutage.

Beim Doktor selbst gelingt Ben Aaronovitch das Kunststück, ihn einerseits zu einer Hauptfigur zu machen, aber andererseits ist er gleichzeitig ein Nebencharakter, da der Fokus mehr auf anderen Figuren liegt wie Ace. Ebenso muss man bemängeln, dass er zu selten die Kontrolle über die Situation verliert, was auf Dauer langweilig ist.

Ebenfalls muss man kritisieren, dass es dem Roman gut getan hätte, wenn Ben Aaronovitch sich auf einige wenige Plots konzentriert hätte. Denn neben der Handlung mit den Daleks, der Hand des Omega und den unbewältigten Problemen von Ace kommen zusätzlich noch der Rassismusplot hinzu und Nebencharakter Mike, der mit den Ideen der Nazis sympathisiert. Ganz zu schweigen von dem Konflikt zwischen den Daleks, der ja auch noch irgendwie dargestellt werden muss. Es ist einfach zu viel des Guten und nimmt sich gegenseitig die Luft zum Atmen. Besonders der Plot um die Schwierigkeiten von Ace leidet darunter, da er erstens sehr spät eingeführt wird und zweitens nur halbherzig behandelt wird.

Doch bei aller Kritik muss man sagen, dass das Buch sich gut lesen lässt. Zum Einstieg in die »Doctor- Who«-Zeit von Bastei Lübbe ist der Band sehr geeignet.

  • Autor: Ben Aaronovitch
  • Titel: Doctor Who: Die Hand des mega
  • Teil/Band der Reihe: Doctor Who Romane, Band 1
  • Originaltitel: Doctor Who – Remembrance of the Daleks
  • Übersetzer: Axel Merz
  • Verlag: Bastei Lübbe
  • Erschienen: 07/2017
  • Einband: Taschenbuch
  • Seiten: 240
  • ISBN:978-3-404-20881-4
  • Sonstige Informationen:
    Produktseite
    Erwerbsmöglichkeiten

     

    Wertung: 10/15 dpt

    Cover © Bastei Lübbe


Über den Autor

Götz Piesbergen


Ich darf mich vorstellen? Wunderbärchen! :D

Mein Name ist Götz Piesbergen, wobei ich in den Weiten des World Wide Web auch noch ein paar andere Pseudonyme verwende. Ich bin ein Vielschreiber und Vielleser, der quasi alles verschlingt, was Buchstaben hat (hmm, lecker! :D). Und da ich zu den Leuten gehöre, die ihre Meinung im Netz gerne kundtun, bespreche ich auch die Sachen, die ich lese oder zocke oder sehe.

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von Götz Piesbergen Artikel-Lesezeit: ca. 3 min
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