Fresh (Disney+)

Erinnert ihr euch noch an The Sixth Sense? Damals durfte man ja niemandem davon erzählen, dass Bruce Willis in Wirklichkeit Tod ist, um einem nicht das Sehvergnügen zu rauben. Ähnlich verhält es sich bei Fresh von Mimi Cave.

Fresh wurde mir von einer Kritiker-Kollegin empfohlen, und zwar mit folgenden Worten: „Sieh dir keinen Trailer an, lies keine Kritik, sondern schau dir einfach den Film an und danach reden wir.“
Ich war verdammt froh, dass ich mich daran gehalten habe. Daher werde ich versuchen, in dieser Review möglichst gar nichts über den Film zu verraten.

In den Hauptrollen spielen Sebastian Stan, der mir zuletzt schon in Pam und Tommy außergewöhnlich gut gefallen hat. In Fresh beweist er einmal mehr, was für ein wandelbarer Schauspieler er ist. Ihm an die Seite gestellt wird Daisy Edgar-Jones, die hier in ihrer ersten größeren Rolle mitspielt. Beide überzeugen auf voller Linie und schaffen es, einen in diese Geschichte hineinzuziehen.

Ganz toll fand ich auch die Kameraarbeit vor allem in Momente, wo das Bild die Handlung vorwegnimmt. Dabei wird ein besonderes Merkmal auf das Spiel mit Schärfe und Unschärfe gelegt. Das wäre durchaus ein Film gewesen, den ich mir im Kino angesehen hätte.

Fresh ist ziemlich intensiv! Für mich ist ein Film dann besonders gut, wenn ich auch zwei Tage danach noch über die Handlung nachdenke. Daher meine Empfehlung: Lest euch nichts über den Film durch, seht euch keinen Trailer an, erlebt Fresh am besten so wie ich, ohne etwas darüber zu wissen.

Einige Kritikpunkte muss ich anbringen, daher kann es in diesem Absatz zu kleineren Spoilern kommen, auch wenn ich versuche, diese möglichst so zu formulieren, dass von der Handlung nichts preisgegeben wird.
Da wäre zum einen das Ende, das zu lange und zu vorhersehbar geraten ist. Hier hält man sich an eine klassische Hollywood-Formel, wobei das zu Fresh irgendwie nicht wirklich passen will.
Mein zweiter Kritikpunkt ist, dass es eine Nebenstory um einen Barkeeper gibt, die aber zur eigentlichen Handlung nichts beiträgt. Sie dient nur dazu, um uns zu zeigen, dass alle Männer in abgestufter Form miese Arschlöcher sind. Das ist nicht unbedingt subtil und nimmt dem Film gleichermaßen Zeit, die in anderen Szenen weitaus besser genutzt worden wäre. Am Ende kann ich aber eine klare Empfehlung für Fresh aussprechen!


Wertung: 11/15 dpt

  • Titel: Fresh
  • Originaltitel: Fresh
  • Produktionsland und -jahr: USA 2021
  • Genre: Thriller
  • Erschienen: 04.2022
  • Label: Searchlight Picture
  • Spielzeit: 114 Minuten
  • Darsteller:
    Sebastian Stan
    Daisy Edgar-Joney
  • Regie: Mimi Cave
  • Drehbuch: Lauryn Kahn
  • Kamera: Pawel Pogorzelski
  • FSK: 16
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