Jörg H. Trauboth - Bonjour, Saint-Ex! - Cover © ratio-books, Meike Kieras

Fabian Braun verehrt Antoine de Saint-Exupéry und das nicht nur, weil er wie der Schöpfer des kleinen Prinzen Pilot und Schriftsteller ist. Eine familiäre Bindung sorgt dafür, dass er sich dem berühmten schreibenden Piloten verbunden fühlt und sich auf dieselbe Flugreise wie sein großes Idol seinerzeit begibt – nicht ahnend, dass er diesem bald viel näher sein wird, als er es jemals für möglich gehalten hätte.

Es gibt wohl kaum jemanden, der noch nicht von „Der kleine Prinz“ gehört hat und bestimmt nicht wenige haben wenigstens einmal das wohl meistgenannte Zitat „Man sieht nur mit dem Herzen gut. Das Wesentliche ist für die Augen unsichtbar“ gelesen oder gehört. Doch über den Schöpfer dieser beinahe schon magischen Worte ist vielen hingegen nicht so viel bekannt, anders bei dem Protagonisten Fabian und Jörg H. Trauboth.

Der Autor von „Bonjour, Saint-Ex!“, selbst ehemaliger Pilot, hat sich in seiner Novelle einem außergewöhnlichen Schriftsteller und dessen Schaffen gewidmet und dies in einer sowohl einfühlsamen als auch spannenden Weise. In gleich mehreren Varianten bringt der Autor den Lesenden Antoine de Saint-Exupéry näher; sei es in Gesprächen über ihn, mit ihm oder anhand Schilderungen aus seiner Sicht. Diese Vielfalt zeichnet ein besonders gelungenes Bild des Schriftstellers, er wirkt so einerseits „greifbarer“, andererseits bleibt so die geheimnisvolle fesselnde Aura um ihn erhalten.
Fesselnd erzählt Jörg H. Trauboth auch die Begebenheiten von „Major Saint-Ex“ letztem Flug und seine Gedankenwelt und ebenso faszinierend gestaltet ist auch die mysteriöse wie zauberhafte Begegnung Fabians mit dem Schriftsteller.

In dieser offenbart sich besonders die Magie des Buches: Die philosophischen Gespräche zwischen den auf vielerlei verbundenen Piloten reichen in ihrer Wirkung und Aussagekraft beinahe schon an die des weltberühmten Erfinders des kleinen Prinzen.

„Es kommt darauf an, dass wir auf etwas zugehen, nicht auf das Ankommen. Das Tätigwerden ist das Entscheidende, nicht das Ergebnis. Wir würden so viel verpassen, wenn wir uns nur mit dem Ankommen beschäftigen, finden Sie nicht auch, Fabian?“

Die Idee, Fiktion und Realität mit historischen Begebenheiten zu vermischen, ist allein schon deshalb vortrefflich, weil den Lesenden der geheimnisvolle Schriftsteller-Pilot so besonders nahe gebracht wird. Man erfährt eine ganze Menge über das Leben des Künstlers, über seine Tätigkeiten als Flieger, die nicht immer ganz so glanzvoll waren wie seine literarischen Taten und über den Menschen hinter dem kleinen Prinzen. Jörg H. Trauboth ermöglicht es, den weltberühmten Schriftsteller ein wenig menschlicher zu gestalten, ohne ihn dabei vollständig zu entmystifizieren.

„Er ist auch mein Idol, gerade, weil er so war, wie er war“

„Bonjour, Saint-Ex!“ behält den Zauber des kleinen Prinzen bei und das macht den eigenen Zauber des Buches aus.

Dabei ist die Handlung des Buches so sympathisch wie lebensnah, es fällt beim Lesen leicht, sich in Fabians Begeisterung hineinzuversetzen und sich von dieser anstecken zu lassen. Der Schreibstil ist angenehm und zieht ebenso schnell in seinen Bann wie die Botschaft des Buches. Auch die Optik des Buchumschlags ist äußerst ansprechend, die minimalistische, traumartige Gestaltung, die den Bogen zur berühmten Vorlage schlägt und dieser huldigt, verrät die Feinfühligkeit und Liebe zum Detail, die dieser Novelle gewidmet wurde. Sie lädt Liebhaber des kleinen Prinzen und die, die es werden wollen, hervorragend dazu ein, sich Gedanken über die Welt in ihrer heutigen Zeit zu machen und Saint-Ex und Fabian auf ihren philosophischen Reisen zu begleiten.


Wertung: 13/15 dpt

  • Autor: Jörg H. Trauboth
  • Titel: Bonjour, Saint-Ex!
  • Verlag: ratio-books Verlag
  • Erschienen: 2022
  • Einband: Hardcover
  • Seiten: 168
  • ISBN: 978-3-96136-136-6
  • Produktseite
  • Erwerbsmöglichkeiten

Cover: Cover © von Meike Kieras, © ratio-books


2 Kommentare
  1. Liebe Anna Jakob, danke für die einfühlsame Rezension. Besonders ehrt mich dieses: “In dieser offenbart sich besonders die Magie des Buches: Die philosophischen Gespräche zwischen den auf vielerlei verbundenen Piloten reichen in ihrer Wirkung und Aussagekraft beinahe schon an die des weltberühmten Erfinders des kleinen Prinzen.” Liebe Grüße von Fabian, alias Jörg H. Trauboth

    1. Hallo Herr Trauboth, vielen herzlichen Dank für Ihren Kommentar! Ich freue mich wirklich sehr, dass meine Rezension Ihnen gefallen hat! Herzliche Grüße, Anna Jakob

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