Bradley Somer – Der Tag, an dem der Goldfisch aus dem 27. Stock fiel (Buch)

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Bradley Somer - Der Tag, an dem der Goldfisch aus dem 27. Stock fiel (Cover © Dumont)Eine Geschichte über den Fall eines Fisches, welcher mehr beinhaltet als man zu glauben mag.

Sie spielt sich in dem Haus „The Seville on Roxy“ ab, und vielleicht wäre alles anders gelaufen, wenn der Fahrstuhl funktioniert hätte. Hat er aber nicht. Und so folgt ein Ereignis dem anderen, eine Geschichte entsteht, die von vielen Menschen handelt, welche unterschiedlicher kaum sein könnten. Trotzdem scheint all ihr Handeln miteinander verbunden zu sein, alles durch einen Fahrstuhl. Begegnungen, die mit ihm nicht stattgefunden hätten, und Konflikte die entstehen – alles führt dazu, dass in jedem Leben ein kleines Chaos entsteht.

Bradley Somer hat ein unglaubliches Talent, diese Geschichten miteinander zu verknüpfen. Er meistert es, die einzelnen Storys zu ausdrucksstark zu erzählen und Punkte, an denen sich einzelne Bewohner des Hauses treffen, geschickt zu setzen und zu beschreiben. Innerhalb kürzester Zeit gelingt es ihm, viele Charaktere auf einmal so menschlich zu zeichnen und dem Leser zu beschreiben – nie bekommt man den Eindruck, dass es zu viele sind.

Er schreibt einfühlsam und immer aus der perfekten Perspeltive, wenn die „Hauptperson“ des Kapitels wechselt. Somer erzählt alles auf genau den Moment hin, wie er sich genau in der momentanen Fallhöhe des Fisches ereignet. Wie sieht der Fisch die Menschen? Und woran denkt er dabei gerade?

Es gibt ein Behältnis, das Leben und alles andere enthält.

Dies ist der erste Satz, der vom Autor auf der ersten Seite geklärt wird. Er erzählt alles so, dass es sowohl philosophisch als auch lustig ist, was dem Leser ein unglaublich entspanntes Lesegefühl bereitet.

Ian springt erst in Kapitel 54 vom Balkon, als ihm eine tragische Folge von Ereignissen die Chance eröffnet, aus seinem wässrigen Gefängnis zu fliehen.

Das erfährt man bereitsin Kapitel zwei, und auch, wie er fällt. Und das ist, was dem Autor mit einer unglaublichen Leichtigkeit gelingt: Die Geschichten zu beschreiben, und wenn Ian dann am Fenster vorbeifällt, seine Gedanken dazu, zu dieser einen Sekunde, die er sieht, zu beschreiben.

Für den Fisch scheint es nichts zu bedeuten, als er fällt – er vergisst es andauernd. Doch während man liest, ist man nicht nur um die Menschen besorgt, die Ian sieht, sondern auch um Ian.

„Der Tag, an dem der Goldfisch aus dem 27. Stock fiel“ ist eine wundervolle Geschichte, in welcher der Autor eine interessante Sicht auf die Menschen aufzeigt. Ihm gelingt es mit Eleganz, viele Geschichten miteinander zu vereinen, und zwar auf eine philosophisch berührende, menschliche Weise.

 Cover © DuMont Buchverlag

  • Autor: Bardley Somer
  • Titel: Der Tag, an dem der Goldfisch aus dem 27.Stock fiel
  • Originaltitel: Fishbowl
  • Übersetzer: Annette Hahn
  • Verlag: Dumont
  • Erschienen: 3/15
  • Einband: Klappbroschur
  • Seiten: 320
  • ISBN: 978-3-8321-97834
  • Sonstige Informationen:
    Produktseite
    Erwerbsmöglichkeiten

Wertung: 14/15 dpt


Über den Autor

Pauline P.

Informationen folgen bald.

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Bradley Somer – Der Tag, an dem der Goldfi…

von Pauline P. Artikel-Lesezeit: ca. 2 min
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