Obi-Wan Kenobi

Was bedeutete Star Wars?

Star Wars, insbesondere die Original-Trilogie wird immer einen speziellen Platz in meinem Herzen haben. Das liegt daran, dass ich mich genau erinnere, wie mir meine Eltern verbaten Episode 4 im Fernsehen zu sehen und ich es dann heimlich bei den Großeltern gesehen habe. Das war ein ziemlich prägendes Erlebnis auch für die weitere Beziehung, die ich mit meinem Großvater hatte. Star Wars hat dementsprechend Kindheit und Jugend geprägt.
Dann kamen die Prequels in die Kinos und „Episode 1 – Die dunkle Bedrohung“, war einer der ersten Kinofilme, an die ich mich aktiv erinnern kann. Danach kauften meine Freunde und ich Plastiklichtschwerter, liefen in Parks herum und kämpften als Sith gegen Jedis. 
Die Prequels haben viele Probleme, seien es die hölzernen, peinlichen Dialoge, das teilweise furchtbare CGI, oder das laienhafte Spiel mancher Darsteller, aber in einem sind sich fast alle Star-Wars-Fans einig: Ewan McGregor war ein fantastischer junger Obi-Wan Kenobi. Er trägt diese drei Teile und dementsprechend gehypt war ich, als ich hörte, er würde zurückkommen, um den Charakter ein weiteres Mal zu spielen.

YouTube

Mit dem Laden des Videos akzeptieren Sie die Datenschutzerklärung von YouTube.
Mehr erfahren

Video laden

Obi-Wer Kenobi?

Ich erwartete mir eine Serie, in der es sechs Folgen lang primär um jenen Charakter gehen würde, dessen Namen sie trägt. Aber schon die Erste hätte mir reichen sollen, um zu erkennen, dass Disney mal wieder eine Chance vertan hat. Und das macht mich persönlich ziemlich wütend!
Den Einstieg finde ich gelungen. Zuerst Order 66: Jünglinge sterben, und die Hintergrund Geschichte eines der wichtigsten Charaktere der Serie wird gezeigt … und nein, das ist in der Obi-Wan Kenobi-Serie leider nicht Obi-Wan-Kenobi. Aber dazu später mehr.

Wir sehen einen gebrochenen Obi, der sich auf Tatooine zurückgezogen hat, einer Tätigkeit als „Metzger“ nachgeht und aus der Ferne Luke beobachtet. Und dann Schnitt … zunächst auf Lea Organa, ein zehnjähriges Mädchen, das zu jung aussieht, sich aber unnatürlich altklug verhält. Danach erleben wir Reva, die mächtige Inquisitorin, die fanatisch nach Obi-Wan sucht. Warum? Egal! Selbst als wir es erfahren ist es keine große Überraschung und so leid es mir für Moses Ingram tut, dass sie im Internet rassistisch angefeindet wurde, ist ihr Charakter absolut beschissen geschrieben. Ja, ja, nur ein Sith denkt in Absoluten! Das ändert aber die Tatsachen nicht. Dafür kann die Schauspielerin nichts … Das haben die Drehbuchautorinnen verbockt! Reva ist einseitig, impulsiv und sie interessiert mich einfach nicht. Schön, dass der Charakter eine eigene Serie bekommt, aber muss man die Obi-Wan Serie dazu nutzen, um ihr dermaßen viel Screen Time zu geben? Ihre Story bringt auch nie wirklich Spannung mit und da haben wir es mit dem ewigen Prequel Problem zu tun: Es ist schwer Spannung für bestimmte Charaktere zu erzeugen, wenn man weiß, dass diese überleben. Better Caul Saul, das Prequel zu Breaking Bad löst dieses Problem auf eine fantastische Art, indem man neue Charaktere einführt, die einen als Zuseher interessieren. Bei Reva ist das leider nicht der Fall! Ich würde ja mehr über Obi-Wan schreiben, aber er wird zu oft zu einem Nebencharakter in seiner eigenen Serie degradiert. 

Schlechte Action – dumme Handlungen

Die Serie ist natürlich nicht nur schlecht. Sie hat sogar einige richtig tolle Momente, aber das reicht lange nicht. Eine Szene entschädigt nicht für eine hundsmiserable dumme Folge. Der erwartete Kampf zwischen Darth Vader und Obi-Wan sieht furchtbar aus, selbst der zweite, der wesentlich besser ist, hat einige sehr absurde unfreiwillig komische Momente.

Was die Serie am Ende des Tages ein wenig rettet, ist die Performance von Ewan McGregor. Er ist ein fantastischer Schauspieler und das zeigt er in den meisten Szenen, in denen er in die Rolle des Jedis schlüpft. Das reicht nur leider nicht aus.

Um mich kurzzufassen: Obi-Wan Kenobi kommt kaum über ein Okay hinaus und das ist bei einer Serie mit solchen Legacy-Charakteren eine Schande. Es ist enttäuschend, dass keine Original-Musik verwendet wurde und irgendwelchen unbedeutenden Nebencharakteren dermaßen viel Screen-Time gegeben wird. Dabei sind die Folgen dermaßen kurz, dass ich mich ernsthaft frage: Hattet ihr wirklich nichts zu erzählen? Ist euch Obi-Wan als Charakter so dermaßen egal? 
Abschließend bleibt nur eines zu sagen: Man hat die Chance vertan, eine interessante Geschichte im Star-Wars-Universum zu erzählen, und mal wieder zeigt sich eines ganz klar: Disney produzierte Content, für Menschen die hirnlos konsumieren und nicht hinterfragen wollen…


Wertung: 7/15 dpt 

  • Titel: Obi-Wan Kenobi
  • Originaltitel: Obi-Wan Kenobi
  • Produktionsland und -jahr: USA, 2021
  • Genre: Science-Fiction
  • Erschienen: Mai, 2022
  • Label: Disney+
  • Spielzeit: 6 Episoden je 30- 50 Minuten 
  • Darsteller: Ewan McGregor
    Moses Ingram
    Hayden Christensen
  • Producer: Deborah Chow
    Ewan McGregor
    Kathleen Kennedy 
  • Director: Deborah Chow
  • FSK: 12

Schreibe einen Kommentar

Hinweis: Mit dem Absenden deines Kommentars werden Benutzername, E-Mail-Adresse sowie zur Vermeidung von Missbrauch für 7 Tage die dazugehörige IP-Adresse, die deinem Internetanschluss aktuell zugewiesen ist, in unserer Datenbank gespeichert. E-Mail-Adresse und die IP-Adresse werden selbstverständlich nicht veröffentlicht oder an Dritte weitergegeben. Du hast die Option, Kommentare für diesen Beitrag per E-Mail zu abonnieren - in diesem Fall erhältst du eine E-Mail, in der du das Abonnement bestätigen kannst. Mehr Informationen finden sich in unserer Datenschutzerklärung.

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.

Ähnliche Beiträge

Du möchtest nichts mehr verpassen?
Abonniere unseren Newsletter!

Total
35
Share