Thor: Love and Thunder

©Marvel Studios 2022

Nach “Spiderman: No Way Home” entfesselt Marvel den nächsten Helden auf die Leinwände: Thor. Chris Hemsworth darf somit im vierten Solofilm mit dem Titel “Thor: Love and Thunder” als Donnergott Abenteuer bestreiten. Wie schon in “Avengers: Endgame” zu sehen, macht er das nicht alleine, da er sich den Guardians of the Galaxy angeschlossen hat. Spaß und Irrwitz sind somit vorprogrammiert.

Der Auftritt der bunten Truppe beschränkt sich allerdings nur auf Szenen am Beginn des Films, schließlich hat Thor selbst einiges zu erledigen. Sein steinerner Freund Korg berichtet über den zerrütten Thor, der neben seiner Familie, seinen Heimatplaneten auch seine große Liebe Jane verloren hat. Generell ist Liebe ein zentrales Thema in diesem Film und zeigt die gesamte Bandbreite an Gefühlen des Muskelprotzes. Chris Hemsworth weiß hierbei absolut zu überzeugen: Trauer, Leid, Euphorie, Schmetterlinge im Bauch – hier wird alles an göttlicher Emotion abgerufen und vom Australier perfekt gemimt. Durch die hohe Gagdichte, besteht allerdings manchmal die Gefahr, dass der Charakter zu sehr ins dümmlich-naive abdriftet. 

Batmans Rückkehr

Christian Bale als Götterschlächter Gorr.

Welches Abenteuer muss Thor allerdings nun bestreiten? Nun sein Gegenspieler ist niemand geringerer als Batman. Ok, es ist Christian Bale. Doch der Charakterschauspieler wird seinem Ruf gerecht – und wie. Er schlüft dabei in die Rolle von Gorr, Vater einer Tochter und betet zu seinem Gott, damit es endlich regnet. Das gesamte Volk ist bereits verdurstet. Doch der Gläubige wird von seiner Gottheit nur verhöhnt – und das, kurz nachdem auch seine Tochter der Hitze zum Opfer fiel. Passenderweise gelangt Gorr in den Besitz des Nekroschwertes und somit macht er sich fortan auf, um die Götter abzuschlachten.

Sein Weg führt ihn daher auch nach Neu-Asgard auf der Erde, dort wo Thor sein neues Zuhause gefunden hat. Das beschauliche kleine Städtchen ist mittlerweile eine einzige Wikinger-/Avengers Touristenattraktion und dementsprechend überlaufen. Somite ein perfektes Ziel für Gorr und seine Schattenmonster. Die aktuelle Herrscherin über die Asgardianer, Valkyrie und Thor haben alle Hände voll zu tun, die Eindringlinge aufzuhalten bis sie Unterstützung erhalten von einem weiblichen Thor. Dieser entpuppt sich als Jane Foster (einige Namensgags mögen im Film noch folgen), welche mit dem göttlichen Hammer Mjölnir umzugehen weiß und augenscheinlich würdig ist.

Es gibt auch ein Wiedersehen mit den Guardians of the Galaxy, unter anderem mit Mantis (Pom Klementieff) und Starlord (Chris Pratt).

Während es absolut erfreulich ist, dass Natalie Portman ihre Rolle als Wisschenschaftlerin Dr. Jane Foster wieder aufgenommen hat, ist der gesamte Handlungsstrang wie sie zu “Mighty Thor” geworden ist, sehr abgespeckt. Aufgrund einer Krebserkrankung im letzten Stadium erhoffte sie sich durch den Hammer Heilung und es macht auch absolut Spaß ihr bei den Kämpfen und in Kombination mit Thor zuzusehen, allerdings bleibt das Gefühl bestehen, bedeutende Charaktermomente verpasst zu haben.

Jedenfalls macht sich die Truppe aus Thor, Mighty Thor, Valkyrie und Korg nun auf, Gorr aufzuhalten und nebenbei die entführten Kinder aus Neu-Asgard zu befreien. Ein kurzer Abstecher in Allmacht-Stadt zeigt uns weitere Gottheiten wie einen dicklichen Zeus (Russel Crowe) und abgefahrene Gestalten wie den Gott der Knödel (sic!). Die Götter wollen sich lieber etwaigen Orgien hingeben, als zu kämpfen, sodass die vier auf sich alleine gestellt sind und auf einen epischen Endkampf vorbereiten müssen.

Während in der ersten Filmhäfte der Klamaukfaktor recht hoch ist, überzeugen dann vor allem im letzten Drittel die Charaktermomente und hierbei insbesondere Christian Bale und Natalie Portman. Beide hätten sich wahrlich mehr Screentime verdient um ihr Können unter Beweis zu stellen und um noch mehr Tiefe in die Geschichte deren Charaktere zu legen.

Es warten auch noch diverse andere Cameoauftritte auf das geneigte Publikum, welche sicher für den ein oder anderen Schmunzler sorgen werden. Regisseur Taika Waititi hatte sichtlich Freude daran, all seine Ideen in den zweistündigen Film zu packen.

Jane Foster (Natalie Portmann) trifft als Mighty Thor auf ihren Exfreund Thor (Chris Hemsworth).

Getragen wird das optisch bunte und wunderhübsche Abenteuer vor allem von 1980er Hard-Rock. Gerade in manchen Kampfszenen liegt die Annahme nahe in “Guns’n’Roses – The Movie” zu sitzen, als in einer Comicverfilmung. Dies soll der Stimmung aber keinen Abbruch tun.

Der Vollständigkeit halber, Marvel-Kenner sollten das ohnehin wissen, sei erwähnt, bis zum kompletten Abspann sitzen zu bleiben.

Fazit: “Thor: Love and Thunder” ist bunt, musikalisch, komisch und zeigt dennoch viel Emotionen seiner Charaktere. Ob Marvel-Profis oder nicht, hier werdet ihr gebührend unterhalten.

  • Titel: Thor: Love and Thunder
  • Originaltitel: Thor: Love and Thunder
  • Produktionsland und -jahr: USA 2022
  • Genre: Action
    Superhelden
    Fantasy
    Komödie
  • Erschienen: 06.07.2022
  • Label: Marvel / Disney
  • Spielzeit: 119 Minuten
  • Darsteller: Chris Hemsworth
    Nathalie Portman
    Tessa Thompson
    Christian Bale
    Taika Waititi
    Russel Crowe
  • Regie: Taika Waititi
  • Drehbuch: Taika Waititi
    Jennifer Kaytin Robinson
  • Kamera: Barry Baz Idoine
  • Schnitt: Matthew Schmidt
    Peter S. Elliot
    Tim Roche
    Jennifer Vecchiarello
  • Musik: Michael Giacchino
    Nami Melumad
  • FSK: 12
  • Sonstige Informationen:
    Produktseite


Wertung: 13/15 dpt

Szenenbilder: © Marvel Studios 2022


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