Wilfried Manheller – In Mayen lauert der Tod (Buch)

Eine Mordserie in der Vulkaneifel

März 1919. Das „Mayener Tageblatt“ verkündet, das Kommissar van de Molen einen wichtigen Posten beim Staatsschutz der Berliner Kriminalpolizei übernimmt und daher seine Zeit in Mayen vorbei sei. Eine Nachricht, die nicht alle Bürger der kleinen Eifelstadt mit Unfreude zur Kenntnis nehmen. Anders, das elfjährige Lisbethchen, die sich an ihren Kommissar gewöhnt hatte, schließlich hatte er sich sehr um sie gekümmert. Die „Königin der Diebe“ fühlt sich von ihm verraten, hatte er doch seine Rückkehr versprochen. So kehrt Lisbethchen zurück zum Flotten Philipp, der von den nächtlichen Einbrüchen seiner Klaukinder lebt.

Derweil hat van de Molens Vertreter, Kriminalsekretär Winter, einen Mordfall aufzuklären, denn im Wald hinauf zum Schälkopf wurde der Wildhüter Lorenz Seifenmacher erschossen. Die Zeiten nach Kriegsende sind hart, zu essen gibt es wenig, da schießt sich so mancher ein wenig Fleisch für den Eigenbedarf. Und darüber hinaus.

Gut eine Woche nach der Meldung im „Tageblatt“ kehrt van de Molen zurück und hat gleich mehrere Probleme zu lösen. Lisbethchen bleibt verschwunden, die Diebstähle nehmen zu, die Ermittlung im Fall Seifenmacher tritt auf der Stelle und Dechant Dr. Ölheim hetzt wie gewohnt sonntäglich von der Kanzel. Zudem stellt sich ein Grubenunglück mit zwei Toten als Mord heraus, während vier ausgediente Soldaten im Wirtshaus „Weihwasserkessel“ für Unruhe sorgen. Als wenig später Philipp auf dem Marktplatz angeschossen wird, ist klar, dass die Mordserie noch nicht zu Ende ist.   

Zweiter Fall für den gutmütigen Kommissar van de Molen

Nach „In den dunklen Gassen von Mayen“ setzt Wilfried Manheller seine Eifel-Krimi-Serie um Kommissar Jakob van de Molen mit dem vorliegenden Roman fort. Und prompt ist das illustre Figurenensemble wieder höchstlebendig in Aktion. Die Polizisten Winter, Wagner, Eisenmann und Kaspari arbeiten wie ihr Chef, gefühlt, rund um die Uhr. Dr. Ölheim, der selber alles andere als moralisch integer ist, hetzt was das Zeug hält und vertritt dabei Positionen, die einst im Mittelalter mehrheitsfähig waren. Oder im Kaiserreich. Doch die Kirche ist eine Institution und als solche sakrosankt. Der neue, alte Bürgermeister Dr. Pohl wirkt erneut oftmals hilflos, Löffler, der Redakteur des „Tageblatts“, sowieso. Er wirkt wie die Karikatur eines Journalisten, gleichwohl muss man natürlich bedenken, dass die Geschichte 1919 spielt und somit seine Bücklingshaltung passt.

„Schau dich um, überall Hunger. Es ist nichts da, was sich die Leute noch leisten könnten. Und dann heulen sie dem Kaiser nach, der ihnen die Suppe eingebrockt hat. Die Zeit ist krank.“

Ebenso passt die Verunsicherung in der Bevölkerung. Der Krieg ist vorbei, die Folgen sind allgegenwärtig. Die Not ist groß, ebenso wie die Angst, sich mit den Mächtigen anzulegen. Dies führt auch dazu, dass kaum jemand mit der Polizei reden will, man könnte ja das nächste Opfer des Mörders sein. Diese lassen nicht lange auf sich warten, was den Krimiplot zunächst spannend macht, allerdings wird dies ein wenig getrübt, da recht früh klar wird, wer hinter den Morden steckt. In der weitläufigen Eifel einen oder mehrere Täter zu stellen, ist dann aber doch nicht so einfach. Mayen sowie die umliegenden Orte und Weiler bilden die illustre Hintergrundkulisse, die – neben dem erwähnten Figurenensemble – diesen beschaulichen Eifel-Krimi lesenswert machen. Das Ende des Romans legt zudem eine Fortsetzung nahe. Eine gute Nachricht!

  • Autor: Wilfried Manheller
  • Titel: In Mayen lauert der Tod
  • Verlag: KBV
  • Umfang: 390 Seiten
  • Einband: Taschenbuch
  • Erschienen: September 2026
  • ISBN:   978-3-95441-781-0
  • Produktseite

Wertung: 11/15 dpt

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