Francis Nenik – Ach, bald crashen die Entrechteten furchtlos gemeingefährliche, hoheitliche Institutionen, jagen kriegserfahrene Leutnants mit Nachtsichtgeräten oder parlieren querbeet Russisch, Swahili, Türkisch und Vietnamesisch, während Xanthippe Yamswurzeln züchtet (Buch, Alliterationen)

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Francis Nenik - Alliterationen (Buch)Aberwitzige, alberne, abstrakte, außerdem auch anständige Alliterations-Ansammlungen amüsieren alle Alliterationsaffinen, aber auch Anhänger anderer Ausdrucksformen admirieren Andersartiges allemal – Allophobiker allerdings allesamt angewidert! Banausen bekommen bei besprochenem Buch bestimmt bösen Brechdurchfall (Bauchinhalt beispielsweise Bratwurst, Borschtsch, Bagels, Bananen, Brie, bottichweise bodenwärts bröckelnd), booknerds-Belegschaft bleibt begeistert, beschwingt, beflügelt: Besondere Bücher bekämpfen Borniertheit, bekehren brabbelnde Besserwisser, bringen beizeiten besseres Befinden bei brummigen Bürgern.

„Chancenlos!“ chantieren cerebrumschwache chartorientierte coolnessheischende Charaktere cholerisch choral contra. Doch Donnerwetter, diese Dickköpfe denken defizitär, denn dieses daliegende Druckwerk dürfte diese definitiv düpieren, dazu derbst desillusionieren, da das Dargebotene der denkerischen Deutungskraft derjenigen denkbar diametral davonsegelt.

Echt edel: Entgegen einiger Erwartungen entzückt ebendieser exzellente Einfall eines Experimentalliteraten enorm, eliminiert effektiv Eindimensionalität, ebenso entlockt ebenjener einigen Einzelnen eimerweise Erkenntnis, erweitert Empfinden extrem, etwa Eisverkäufern, Erbrechtsanwälten, Eisenschmieden, Eltern, Erzieherinnen, Extremsportlern, Elektronikfachverkäufern, Eliteuniversitätsprofessoren, Entomologen, Engländern, Eisenhüttenstädtern eigentlich ebenso – egal.

Frech, frisch, frei filettiert Francis Festgefahrenes, forscht fröhlich Fremdartiges, findet Fantastisches, formuliert Famoses, flicht Fiktives, füttert funktionierenden Festplatten fröhlich Fertiges, frönt Freidenkertum, fördert folglich Faktor „Fun“ fortlaufend! Genial Grenzen gängigem Geschriebenem getrotzt, gewinnt gezeigtes gedrucktes Gut gnadenlos gegen grandios gescheitertes, gewöhnliches Grau – genau, gelingt gelinde gesagt galaktisch geil, gell?

Hundertprozentig Hektoliterweise Herzblut hat Halina hineingesteckt: Haufenweise hübsche, hammermäßige, hervorragende Handzeichnungen, herzerwärmend (hach!), humorvoll (hihi!), hintergründig – herrlich! Interessante, intelligent integrierte Illustrationen intensivieren immens Individualität – ist immer ideal inmitten irrsinniger infiltrationswürdiger Irrelevanz.

Jedenfalls johlt jetzt jeder „Juwel!“, ja: jagdwurstessende Jugendliche, jointrauchende Jäger, johlende Jockeys, jazzhörende Jetpiloten, jecke Jahrmarktbesucher, junggebliebene Jahrhundertalte, jammernde Jüngelchen, ja, jüngst jauchzte jenseits Jesus, jawohl, jedermann jubiliert! Kirschners Kunstwerke kontern kompetent Konventionen: Kreatives Können, klar, konturenreich, krass kontrastvoll, karikaturesk-kaputt, komisch-krank (kicher, kicher), keinesfalls kindische Krakeleien, keinesfalls kritzelige Kontraproduktivität.

Läden, Läden: Lauter Ladungen langweiliger Literatur liegen leider lastwagenweise – Leute, lauscht: Liebhaber lustiger, lebendiger Literatur lesen lieber langlebigere Lektüre! Männer, Mädels, Mensch Meier, Mut macht manchmal manches machbar, minimiert Minderkreativität, maximiert Möglichkeiten mehrfach, multipliziert Mumm mentaler Muskeln – Mann, mann. mann, macht mal mobil, modifiziert manifestierte Muster, meidet Memmentum, Mindopening macht’s möglich!

Nein, Neniks Novität neutralisiert nicht nur nichtssagende Normalität, nebenbei neckt’s nämlich Neugierige, Nonkonformisten, Nachahmer (nanu!), nutzt Neuronenkapazität (Nachdenken!), nervt Normalos (niemals nachgiebig!), nährt nimmersatte Neuheiten-Nerds. Oh, Obacht, ominöse Opponenten: Obwohl Output Opulenz offenbart, Output offensichtlich ordentlich operiert, ohne offensichtliche Opfer (Oberlehrerhaftigkeit, Obsoleszenz, Onanie) – optimal!

Praktiziert präsente Publikation planlose papierne Plapperei? Papperlapapp! Perfekt platzierte Pointen prasseln pfundweise, packende Plots plätten, prima Produkt parodiert Popkultur, pulverisiert Profanität! Quittiert quatscherfülltes Querulantentum, quengelndes Quaken, quälende Quacksalber, quotiert Quellen quintessentieller Qualität! Revolutionäre Randgruppen, rüstige Rentner, rabiate Rabauken, rassige Rothaarige, ruppige Rechtsverdreher, resignierende Realschullehrer, rollmopssüchtige Ruderer, rastlose Restbevölkerung: Rast rasch raus, radfahrend, rennend, regionalbahnfahrend, reitend, rollschuhlaufend, rollstuhlsteuernd, rechtzeitig radikale Rohdiamanten retten!

Skepsis sinnlos: Statt schwachsinniger Schriftsuppe schillern sämtliche Short-Stories sowie sonstige schriftstellerischen Stücke seitenweise seriös – selbst solche Stücke seltener Schriftzeichen signalisieren stets Sinn, super Sache, so soll’s sein! Taktvoll Tristesse trotzend, traumwandlerisch, tragisch, tollpatschig, Traditionen tolerierend/traktierend,  tausende Töne tiefsinniger Texte tragend – Tatsache (Täuschung tabu!) total twittertauglich teilend: Total toll!

Unbestreitbares Urteil: Urige Unikate umschiffen und untergraben ungeniert Universalliteratur und umgarnen ungehemmt umtriebige, ursprungsunabhängige Unkonventionalitätsuntergebene – und unter Umständen unterstützt Unnormales unvorhersehbar Umdenken. Vergesst verschlossenes Verhalten, Vielseitigkeit verdrängt verständlicherweise Verbohrtheit, Vielfalt vernichtet verdammt vorhersehbares, vielfach vorhandenes Volkseinerlei – Variation verspricht Veränderung, verleiht verdammt viel Vitalität.

Wohltuend wird Weltoffenheit wogenweise weitergereicht, wunderbarerweise wird Wonne wirklich, wahrlich wunderbare Wahl: Wer, wann, wo warum – wir wissen: wahnsinnig wurscht – witzige Wolfgangs, weinerliche Wiltruds, weltoffene Willis, warzige Witwen, wirbelige Windelpopos, wehleidige Wurstbudenbesitzer, weitere Weltenbewohner wie: Xenophile, xylophonspielende Xavers. Yohimbekonsumierende Yachten-Yuppies.

Zusammengefasst: Zahlreich zügig Zaster zücken, zackig zulegen, Zögern zigfach zwecklos!

 Cover © ed[ition].cetera

  • Autor: Francis Nenik
  • Titel:
    Ach, bald crashen die Entrechteten furchtlos gemeingefährliche, hoheitliche Institutionen, jagen kriegserfahrene Leutnants mit Nachtsichtgeräten oder parlieren querbeet Russisch, Swahili,Türkisch und Vietnamesisch, während Xanthippe Yamswurzeln züchtet
  • Verlag: ed[ition]. cetera
  • Erschienen: 04/2013
  • Einband: Paperback
  • Seiten: 64
  • ISBN: 978-3-94447-800-5
  • Sonstige Informationen:
    Texte stehen unter der Creative Commons-Lizenz (CC-BY-NC-SA 3.0)
    Illustrationen © Halina Kirschner
    Satz & Umschlaggestaltung: Katja Eichfeld
    (E-Book für Sommer 2013 geplant)
    Erwerbsmöglichkeit beim Verlag

Wertung: 13/15 dpt


Über den Autor

Chris Popp


Chris‘ Nerd-Schreibtisch

1974 in Mannheim geboren, in Heidelberg aufgewachsen, lebt nach 16 Jahren in der nordhessischen Provinz vor Kassel seit 2017 in Berlin. Seine Frau hält es seit 2001 mit ihm aus. Booknerd, Hörbuchnerd, Computernerd, Filmnerd, Seriennerd, Kaffeenerd, Foodnerd, Königsbergerklopsenerd. Meidet belanglosen Smalltalk und schätzt tiefgründige Gespräche. Nachteule. Freundlicher Teilzeitselektivmisanthrop.
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  13. So, das eBook ist jetzt da, für alle Formate und alle Reader. Und das Beste: Es kostet nur 6,99 Euro. Zu haben bei diversen Online-Buchhändlern und natürlich auch über die Verlagswebseite. Das Team der ed[ition]. cetera wünscht viel Spaß!

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