Helge Schneider – Weihnachten bei van den Bergs (Hörspiel)

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Helge Schneider - Weihnachten bei van den BergsWie verläuft ein Heiligabend im Hause van den Berg? Äußerst durchschnittlich, unterraschend und kein bisschen spektakulär. Eifrig – oder auch nicht – bereiten Papa Heinz, Mutter Erika und Sohn Jürgen den festlichen Abend vor, aber bevor so richtig Weihnachtsstimmung aufkommen kann, muss Mama noch spülen. Und es muss debattiert werden, wer denn nun die Baumkerzen entflammen darf. Und was darf an Weihnachten nicht fehlen? Genau, das Flötenspiel, der Besuch des Weihnachtsmanns und der Gottesdienst.

Bereits 1992 erschien dieses Mini-Hörspiel und erlangte seitdem in humoristischen Kreisen Kultstatus. Die einen wissen die Weihnachtsfolge „Familie Heinz Becker“ zu schätzen, andere wiederum lieben Loriots „Weihnachten bei Familie Hoppenstedt“, und die Freunde des oftmals dem Dadaismus nahe agierenden Helge Schneider lieben diese rund dreizehn Minuten ausgemachten Blödsinns. Sämtliche Figuren, von Heinz über Erika, Jürgen, dem Weihnachtsmann bis hin zum Pfarrer werden von Schneider selbst gesprochen, wobei der unberechenbare, auch in Film, Literatur, Theater und Musik sehr aktive Künstler auf Effekte und Geräuschkulissen zurückgreift, um dem Ganzen ein authentisches Feeling zu verleihen.

Es ist ganz klar eine Frage dessen, wie man den Humor des in Mülheim an der Ruhr geborenen, seit bald drei Jahrzehnten aktiven Tausendsassas auffasst. Zwischen Kopfschütteln und herzhaftem Lachen gibt es offensichtlich weit und breit gar nichts, Schneider polarisierte, polarisiert und wird immer polarisieren: Entweder man hält „Weihnachten bei van den Bergs“ für ein Juwel der Komik oder für exkrementellen Ausschuss derselben.

Der Schneider-Fan muss nun nicht mehr horrende Preise für dieses vor zwanzig Jahren erschienene Kleinod berappen, sondern kann sich das optisch typisch helge-esk aufgemachte Teil für einen schlanken Zehner ins Regal stellen. Sicherlich besitzt man dann keine Rarität, mit der man bei Freunden groß auftrumpfen kann, aber man kann immerhin ebenfalls ein Original sein Eigen nennen.

Technisch kann man nichts beanstanden – eher muss man mit der Helge-Schneider-Materie und der eigenwilligen Aussprache der singenden Herrentorte vertraut sein, denn oftmals liegt der vielg enannte Teufel im Detail – und der entfesselt den Witz, damit der auch raus kommt. Und das zieht sich hin bis zur Produktion. Hochglanz wäre hier unangebracht.

„Weihnachten bei van den Bergs“ beweist, dass auch spezieller, kauziger Humor erfolgreich sein kann, und auch zwanzig Jahre nach dem ursprünglichen Erscheinen dieses kleinen bildlosen Schauspiels besitzt diese Aufnahme diesen typischen Charme, der sämtlichen Ton-, Schrift- und auch Bilddokumenten inne wohnt.

Cover © ROOF Music/tacheles!

  • Autor/Künstler: Helge Schneider
  • Titel: Weihnachten bei van den Bergs
  • Verlag/Label: Roof Music/tacheles!
  • Sprecher: Helge Schneider
  • Erschienen: 11/2012
  • Spielzeit: 16:22 Minuten auf 1 CD
  • ISBN: 978-3-86484-008-1

 Wertung: keine


Über den Autor

Chris Popp


Chris‘ Nerd-Schreibtisch

1974 in Mannheim geboren, in Heidelberg aufgewachsen, lebt nach 16 Jahren in der nordhessischen Provinz vor Kassel seit 2017 in Berlin. Seine Frau hält es seit 2001 mit ihm aus. Booknerd, Hörbuchnerd, Computernerd, Filmnerd, Seriennerd, Kaffeenerd, Foodnerd, Königsbergerklopsenerd. Meidet belanglosen Smalltalk und schätzt tiefgründige Gespräche. Nachteule. Freundlicher Teilzeitselektivmisanthrop.
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von Chris Popp Artikel-Lesezeit: ca. 2 min
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