Wolfgang Kleinert & Dieter Schwalm – Beste Bilder – Die Cartoons des Jahres 4 (Buch)

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Beste Bilder - Die Cartoons des Jahres 4 (Buch) © Lappan VerlagIst man Freund des satirischen Cartoons, wie man ihn in “Titanic”, “Eulenspiegel”, “Das Magazin” und Co., aber auch in zahlreichen Zeitungen und Zeitschriften (“Spiegel”, “Stern”, “SZ”, “FAZ”, “Die Zeit”, “taz” etc.) sowie auf Postkarten und selbstverständlich auch in sämtlichen Ecken des Internet zu sehen bekommt, so findet man rund zweihundertfünfzig der besten Werke gesammelt in diesem vierten “Beste Bilder”-Teil aus dem Hause Lappan, der wie immer auf hochwertiges, schweres Hochglanzpapier gedruckt wurde.

Die beiden Herausgeber Wolfgang Kleinert und Dieter Schwalm haben Zeichnungen von rund achtzig Cartoonisten zusammengetragen, darunter BECK, Lilli Bravo, Rattelschneck, BURKH, Miguel Fernandez, Steffen Gumpert, Haderer, Michael Holtschulte (Tot aber lustig), Hurzlmeier, Katz & Goldt und Tetsche, und dabei werden auf herrlich politisch unkorrekte Weise die Themen durch den Kakao gezogen, welche 2013 aktuell waren. Die Bundestagswahlen sowie Mutti Merkel und die FDP werden zwar auch berücksichtigt, aber nicht so ermüdend inflationär, wie es in den Jahren zuvor gerne praktiziert wurde. Auch Politik und Gesellschaft im Allgemeinen, Dopingsünden, Demenz, Sex, Pferdefleisch, Prism und die NSA, Snowden, Behinderungen, der technische Fortschritt inklusive iPad, Smartphone, Apps und dem Laptop als Sofakuschelpartner, Sensationslust, Dummheit, Künstlerdasein, Tod, Religion, Kirche, Klima, Kriegspolitik, Soziale Netzwerke, gerne auch alltägliche Banalitäten und Menschliches werden mal mehr (überwiegend), mal weniger (verschwindend selten) amüsant aufs Korn genommen – teilweise gar wunderbar schlecht, jedoch im positiven Sinn.

Liest man viele Zeitungen und Zeitschriften und ist cartoonhungrig, werden einem die meisten Illustrationen sicherlich schon hier und dort begegnet sein, doch auch das ein oder andere Déjà-vu mit diesem oder jenem gezeichnet-geschriebenen Witzchen ist ob der Aktualität und des Bisses nicht wirklich langweilig, sodass man selbst nach einmaliger Lektüre immer wieder gerne mal durch die 168 Seiten blättert. Und – wer kennt das nicht? – wenn man diese Sammlung nach ein paar Jährchen wieder ausgräbt wie alte Titanic- oder Eulenspiegel-Hefte, erwischt man sich mit ziemlicher Sicherheit dann doch noch mal grinsend beim Durchblättern und prokrastiniert munter vor sich hin, wo man doch eigentlich gar nicht sein Lektürematerial sortieren müsste und im Grunde doch deutlich wichtigere Dinge zu tun hat.

Obwohl … Haha, ja, der war auch klasse … Ach ja, stimmt, das war auch gut! … Oh, an den erinnere ich mich ja gar nicht mehr! …  Mist, jetzt sollte der Kühlschrank aber wirklich mal wieder ausgewa- … Hihi, den wollte ich doch in den Pausenraum für die Kollegen aufhängen! Ha! … Hier, kennt ihr den schon…?

Cover © Lappan Verlag

 

 

Wertung: 13/15 dpt

 


Über den Autor

Chris Popp


Chris’ Nerd-Schreibtisch

1974 in Mannheim geboren, in Heidelberg aufgewachsen, lebt nach 16 Jahren in der nordhessischen Provinz vor Kassel seit 2017 in Berlin. Seine Frau hält es seit 2001 mit ihm aus. Booknerd, Hörbuchnerd, Computernerd, Filmnerd, Seriennerd, Kaffeenerd, Foodnerd, Königsbergerklopsenerd. Meidet belanglosen Smalltalk und schätzt tiefgründige Gespräche. Nachteule. Freundlicher Teilzeitselektivmisanthrop.
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Wolfgang Kleinert & Dieter Schwalm – …

von Chris Popp Artikel-Lesezeit: ca. 2 min
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