Julia Boehme – Tafiti und die Reise ans Ende der Welt (Hörbuch, gelesen von Christoph Maria Herbst)

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Julia Boehme - Tafiti und die Reise ans Ende der Welt (Hörbuch)

Irgendwo in der afrikanischen Wildnis lebt das kleine Erdmännchen Tafiti mit seiner Familie. Das vorwitzige Tierchen ist nicht nur lebhaft, sondern auch äußerst neugierig. Zum Beispiel darauf, was hinter dem fernen, geheimnisvollen Hügel zu sehen sein mag. Tafitis Wunsch, sich dorthin zu begeben und das Geheimnis für sich zu lüften, wird immer größer.

Opapa behauptet nämlich ständig, dass dahinter angeblich überhaupt nichts sei – dort höre die Welt einfach auf, Ende, aus, basta! Das ist doch Unsinn, denkt sich Tafiti, und so macht sich das junge Scharrtier nun endgültig auf den Weg, herauszufinden, ob Opapa nur Quatsch erzählt oder nicht. Selbst Brüderchen Tutu kann nicht viel mehr tun, als Tafiti vor den da draußen lauernden Gefahren zu warnen.

Wie es der Zufall will, trifft er am Anfang seiner heimlich angetretenen Reise auf ein Pinselohrschwein namens Pinsel, welches ihn bei seinem Vorhaben unterstützt. Und tatsächlich kommt alles, wovor Tafiti gewarnt wurde, beinahe auf einmal: Der stets hungrige, lispelnde Löwe King Kofi, der gierige Geier Mister Gogo, Schlangen, reißendes Wasser und vieles mehr!  Welch ein Glück, dass der Erdmännchen-Junge einen cleveren Weggefährten an seiner Seite hat, der ihm viel Angst nimmt und so manch schlauen Trick auf Lager hat. Es dauert nicht lange, bis die beiden dicke Freunde sind.

„Tafiti und die Reise ans Ende der Welt“ ist eine warmherzige, lustige und spannende Geschichte, die von der emsigen Kinderbuchautorin Julia Boehme („Meine Freundin Conny“, „Lou + Lakritz“, „Leselöwen“, „Leo & Lolli“, „Lesefrösche“, „Bilderdrachen“ und vieles, vieles mehr) gänzlich ohne Belehrungen erzählt wird. Anstatt mit dem erhobenen Zeigefinger zu wedeln und mit gerunzelter Stirn den Kopf in „Nein, nein!“-Manier zu schütteln, wird dem Kind eher vermittelt, dass man sich bei einem Weg, den man geht, potentiellen Gefahren stets bewusst sein muss.

Die herzallerliebst von der Illustratorin Julia Ginsbach gezeichneten Figuren begleiten die Geschichte selbstverständlich nicht so, wie es in der Buchversion geschieht, denn die Zeichnungen beschränken sich auf Cover, das vierseitige Booklet und das Inlay, und so gibt es optisch nicht ganz so viel zu entdecken wie im gedruckten Achtzigseiter.

Stattdessen muss Kopfkino her. Für dieses sorgt kein Geringerer als der Schauspieler Christoph Maria Herbst, der für „Stromberg“, „Kreutzer kommt“, „Hui Buh“, „Wickie und die starken Männer“ und viele weitere Produktionen vor der Kamera stand und auch als Synchron- und Hörspielsprecher aktiv ist, beispielsweise bei „Mullewapp“, „Shaun das Schaf“, „Horton hört ein Hu! oder „Urmel aus dem Eis“ – auch im Hörbuchsektor beweist er seine Vielseitigkeit immer wieder, beispielsweise in „Er ist wieder da“, „Vollidiot“, „Millionär“, „BGB – Das Beste aus dem Bürgerlichen Gesetzbuch“ oder „Nicht mein Tag“.

Bei „Tafiti und die Reise ans Ende der Welt“ ist Herbst demnach einmal mehr in seinem Element, findet sich problemlos in die verschiedenen Rollen ein, und anhand der überzeichneten Charaktere lässt er das Abenteuer für die Kleinen zu einem sprachmalerischen Erlebnis werden – den Lispellöwen könnte man kaum besser darstellen, und auch Tafiti selbst oder beispielsweise Omama und Opapa kann man sich lebhaft vorstellen.

Der gebürtige Wuppertaler liest allerdings nicht ausschließlich vor, sondern lässt das Pinselschwein auch quieken und grunzen, King Kofi brüllen und gierig lachen, die Schlange zischen oder etwa die Tür quiiiiietschen. Für Erwachsenenohren mag das alles manchmal schon ein wenig übertrieben wirken, doch man sollte sich hierbei auch in die Kinder, die das Hörspiel hören, hineinversetzen können, denn die sind letztendlich die Zielgruppe. Und was kann einem als Knirps Besseres passieren als eine Geschichte so lebendig und bunt erzählt zu bekommen wie es hier der Fall ist? Wir Großen hätten als Zwuckel doch auch riesigen Spaß gehabt, oder?

Aus der Menge der vorhandenen Kinderhörbücher auf dem übersättigten Markt sticht Julia Boehmes neuester Streich in Kombination mit Christoph Maria Herbsts Vorlesekunst deutlich heraus, und wenn man seinem Kind eine wirkliche Freude machen oder es gar an den Genuss eines Hörbuchs heranführen möchte, ist „Tafiti und die Reise ans Ende der Welt“ eine hervorragende Wahl.

Cover © Der Hörverlag

 

  • Autor: Julia Boehme
  • Titel: Tafiti und die Reise ans Ende der Welt
  • Verlag: der Hörverlag
  • Erschienen: 25.02.2013
  • Sprecher: Christoph Maria Herbst
  • Spielzeit: 43 Minuten auf 1 CD
  • ISBN: 978-3-8445-1003-4
  • Sonstige Informationen:
    Vollständige Lesung
    Altersempfehlung: ab 4 Jahren

Wertung: 12/15 dpt

 


Über den Autor

Chris Popp


Chris‘ Nerd-Schreibtisch

1974 in Mannheim geboren, in Heidelberg aufgewachsen, lebt nach 16 Jahren in der nordhessischen Provinz vor Kassel seit 2017 in Berlin. Seine Frau hält es seit 2001 mit ihm aus. Booknerd, Hörbuchnerd, Computernerd, Filmnerd, Seriennerd, Kaffeenerd, Foodnerd, Königsbergerklopsenerd. Meidet belanglosen Smalltalk und schätzt tiefgründige Gespräche. Nachteule. Freundlicher Teilzeitselektivmisanthrop.
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von Chris Popp Artikel-Lesezeit: ca. 3 min
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