Nina Müller – Kuschelflosse – Das unheimlich geheime Zauber-Riff (Buch)

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Als der in Nina Müller - Kuschelflosse - Das unheimlich geheime Zauber-Riff Cover © magellanFischhausen lebende blaue Fellfisch Kuschelflosse in der Hängematte gemütlich mit seinem Haustier Flauschi in den Tag hineinträumt, hört er im Unterwasser-Radio von einem Riff. Einem offenbar ziemlich geheimnisvollen. Die Stimme im Radio erzählt, dort lebe eine steinalte Zauberschildkröte – eine, die Wünsche zu erfüllen in der Lage sei.

Auch Kuschelflosse hat einen Wunsch und trommelt sofort seine drei besten Freunde zusammen: Die Schwimmerdbeere Emmi, Herr Kofferfisch und das bebrillte Seepferdchen Sebi. Ein bisschen mulmig ist den vier Abenteuerlustigen schon, aber sie lassen sich nicht von ihrem Vorhaben abhalten. Nichts wie hin zum Zauber-Riff. Doch tatsächlich lauern zahlreiche Gefahren auf sie: Unzählige pieksige Seeigel, eine fiese Feuerqualle, der verbotene Stöpsel, und ja, auch der notwendige Flug mit der Aquollo 14 – alles Dinge, die alles andere als ungefährlich sind… Ob der schlaue Sebi, der geräumige Herr Kofferfisch und die vorwitzige Emmi ihm wohl hilfreich sein werden? Und geht Kuschelflosses Wunsch in Erfüllung?

In detailreichen, quietschbunten Bildern erzählt die Autorin und Illustratorin eine spannende, nicht an Text geizende Geschichte, die jedem Kind und sämtlichen Junggebliebenen, die es gern phantasievoll und drollig mögen, bestens munden dürfte. Gerade in zeichnerischer Hinsicht gibt es derart viele, teilweise winzige Kleinigkeiten, die mitunter so herrlich an den Haaren herbeigezogen sind, dass man aus dem Grinsen nicht herauskommt. Denn wo gibt es schon einen Fisch, der nicht nur wie ein Koffer aussieht, sondern auch viele Dinge transportieren kann? Oder Fische, die Fell statt Schuppen haben? Wo findet man schon Unterwasserhäuser mit Schornstein oder Backofen? Der absolute Brüller hinsichtlich glubschäugiger Unterwasser-Flora und -Fauna: Grinsegras.

Die Altersempfehlung liegt bei vier Jahren und ist insofern passend, wenn man das Buch als Vorlesebuch einsetzt – die Textmenge ist allerdings durchaus so groß, dass selbstständiges Lesen doch noch mindestens zwei bis drei Jahre mehr erfordert, um auch die etwas längeren Sätze in ihrer Gänze zu erfassen. Was gar nicht so einfach ist bei einem Werk, dessen visuelle Eindrücke derart ergiebig sind. Das in stabilem Hardcover daherkommende „Kuschelflosse – Das unheimlich geheime Zauber-Riff“ ist somit ein Buch, in dem es auch nach mehrfacher Lektüre etwas Neues zu entdecken gibt.

Anlass zur Kritik besteht kaum, allerdings fällt, gerade wenn man durch das Buch „Die Rosa-Hellblau-Falle“ von Almut Schnerring und Sascha Verlan zusätzlich sensibilisiert wurde, auf, dass sich hier und da Geschlechterklischees, wenn auch höchstwahrscheinlich unbewusst, eingeschlichen haben. Da ist der männliche Fisch blau, das als weiblich erkennbare Haustier Flauschi besitzt einen Farbton irgendwo zwischen pink, lila und Magenta, und die Lieblingsfarbe der Schwimmerdbeere Emmi ist rosa. Und wer steht, wenn auch als Tier, am Herd? Das weibliche.

Doch wenn man diesbezüglich ein Auge zudrückt, erweist sich vorliegende Veröffentlichung als eines der schönsten Kinderbücher des vergangenen Jahres 2014, einfach auch, weil es so herzig ist.

Cover © magellan Verlag

 

  • Autor: Nina Müller
  • Illustrationen: Nina Müller
  • Titel: Kuschelflosse – Das unheimlich geheime Zauber-Riff
  • Verlag: magellan Verlag
  • Altersempfehlung: 4+
  • Erschienen: 21.07.2014
  • Einband: Hardcover mit Prägung und UV-Lack
  • Seiten: 80
  • ISBN: 978-3-7348-2801-0
  • Sonstige Informationen:
    Produktseite (Sparte Kinderbuch, etwas weiterscrollen)
    Erwerbsmöglichkeiten

Wertung: 11/15 dpt


Über den Autor

Chris Popp


Chris‘ Nerd-Schreibtisch

1974 in Mannheim geboren, in Heidelberg aufgewachsen, lebt nach 16 Jahren in der nordhessischen Provinz vor Kassel seit 2017 in Berlin. Seine Frau hält es seit 2001 mit ihm aus. Booknerd, Hörbuchnerd, Computernerd, Filmnerd, Seriennerd, Kaffeenerd, Foodnerd, Königsbergerklopsenerd. Meidet belanglosen Smalltalk und schätzt tiefgründige Gespräche. Nachteule. Freundlicher Teilzeitselektivmisanthrop.
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von Chris Popp Artikel-Lesezeit: ca. 2 min
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