Was wir nicht sind und niemals sein werden – oder: Der Onlinejournalismus (und Bloggen) im Strudel des Tempowahns, des Detailverlusts und des Ungleichgewichts im Geben und Nehmen.

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was-wir-nicht-sindMan möchte kaum an die grauen Prä-Internet-Zeiten zurückdenken, als die Informationsquellen und die Möglichkeiten zur Verbreitung von Informationen noch äußerst überschaubar und obendrein häufig schwierig zu finden waren. Bei der Informationsbeschaffung von beispielsweise Literatur waren es Literaturmagazine, das Feuilleton, Fernsehen, Radio oder eben die Buchhandlung, die Bibliothek oder literaturaffine Freunde. Bei der Informationsverbreitung war es zudem ungleich aufwändiger. Man musste – oftmals mit erheblichem Kostenaufwand verbunden (Telefon, Post) – seine Informationen mühsam und an ausgewählte Empfänger heranbringen, und es dauerte mitunter Äonen, bis ein Stein ins Rollen kam. Wenn der Stein seitens des Empfängers überhaupt noch einmal angestupst worden war. Steinzeitliche Zustände waren das, wenn man sich die heutige, multipel vernetzte Welt vor Augen führt.

Die langsame Steinzeit vs. die schnelle Jetztzeit

Alles ist reichhaltiger geworden. Im virtuellen Zeitalter sind bestimmte Dinge und gewisse Mechanismen ob ihrer Einfachheit und der damit einhergehenden Geschwindigkeit nur logisch und somit zur Normalität geworden. Eine Information ist heute mit wenigen Tastenschlägen und Mausklicks per Computer oder per „tipp und wisch“ mobil verbreitet. Die Geschwindigkeit lässt sich ganz klar auf die dem technischen Fortschritt zu verdankende Entwicklung zurückführen – und sie ist leider auch einer der Gründe dafür, dass bei alldem, was an einem vorbeizieht, der Blick fürs Detail aus den Augen verloren geht. Fastfood-Information und Express-Informationsverbreitung ziehen oftmals die Nebenwirkungen Oberflächlichkeit und Unaufmerksamkeit mit sich. Die virtuellen Flyer der vielen Einzelnen werden der Menge einfach stapelweise ins Gesicht gepfeffert, respektlos, ohne Rücksicht auf die Individuen:

»Hauptsache raus mit den Informationen.«

So scheinen zahlreiche Zeitgenossen zu ticken, die auf unser Magazin stoßen. Denn unter den Kontaktanfragen, die sich tagtäglich im booknerds.de-Briefkasten tummeln, finden sich unzählige, die nach wenigen Sekunden des Lesens darauf schließen lassen, dass sich die Verfasser der E-Mails kaum bis überhaupt nicht mit booknerds.de beschäftigt haben und somit ausschließlich an der Streuung von Newsinhalten oder der Verbreitung von Eigenwerbung interessiert sind – ganz gleichgültig, über welche Kanäle: Hauptsache Reichweite, Durchsetzung der Idee, Verkauf des Produktes.

Die Rede ist unter anderem von …

a) … Autoren, die Links zu ihren Büchern nicht nur in Gruppen und auf Facebook-Pinnwänden streuen, sondern auch scheinbar wahllos und per „drag & drop“ ihre unpersönliche Produktwerbung per Mail verbreiten. Manche platzieren auch gleich einen amazon-Link in dieser Mail, und besonders dreiste Vertreter betteln zusätzlich um Rezensionen auf dem Portal des Marktriesen.

-> Wer sich unser Magazin mal etwas genauer ansieht, wird bereits auf den ersten Blick feststellen, dass wir solcherlei Werbung nicht weiterverbreiten und auch bei den News äußerst selektiv vorgehen. Unser Schwerpunkt liegt auf Rezensionen und redaktionellen Inhalten. Auf den zweiten Blick dürfte ebenfalls klar werden, dass wir kontinuierlich an einer Liste arbeiten, die potenziellen Buchkäufern zeigen soll, dass man Bücher nicht nur bei amazon und seinen großen Mitbewerbern bestellen kann, sondern auch bei unabhängigen Buchversandhäusern und sogar beim Buchladen um die Ecke, der in vielen Fällen portofrei und ebenfalls schnell, wenn nicht gar schneller als die „Großen“, nach Hause liefert, bestellen kann.

b) … Agenturen/Unternehmen, die mit booknerds.de hinsichtlich Monetarisierung (Sponsored posts, Verkauf eigener Beiträge, Schreiben von Beiträgen für die jeweiligen Portale) in die eine oder andere Richtung eine Kooperation eingehen wollen, die Nutzen für uns suggerieren soll, letztendlich jedoch ausschließlich der Agentur oder dem Unternehmen zuträglich sein wird.

-> Wir schreiben unsere Artikel erstens für booknerds.de, zweitens schreiben wir sie selbst. Wir haben es nicht nötig, Werbung mit Sponsored Posts zu schalten, die booknerds.de inhaltlich verwässern und den Leser damit im ungünstigsten Fall vergraulen und für immer verlieren. Auch liegt es uns fern, unsere Inhalte zu verkaufen und somit (womöglich noch durch schwammige und schwer verständliche AGB) die Rechte für die Inhalte an Dritte abzutreten. Unsere Artikel gehören booknerds.de und dem jeweiligen Verfasser, niemandem sonst.

Wir sind keine Werbeplattform, keine Litfasssäule, keine Newszentrale, kein Reichweitenmultiplikator. Ebenso wir sind keine dummen Schäfchen, die sich mit vermeintlich guten Angeboten ködern lassen und so blauäugig ihre Inhalte in fremde Hände geben.

So ticken wir nicht.

Denn wir sind ein Magazin, das seriös, ernstzunehmend und qualitativ hochwertig bleiben möchte und auch bleiben wird. Integrität, Glaubwürdigkeit und Unabhängigkeit sind für uns nicht nur Substantive, sondern Werte. Wir schätzen das Gleichgewicht zwischen Geben und Nehmen. Und wir schätzen Respekt.

Wer mit uns bezüglich einer Besprechung, eines Gewinnspiels, eines Interviews, einer Mitarbeit oder sonstwie zu uns passenden Inhalten Kontakt aufnimmt, ist stets willkommen. Der Rest, der sich für sich selbst interessiert und nicht für das Miteinander, darf uns fernbleiben.

Foto © booknerds.de

 


Über den Autor

Chris Popp


Chris‘ Nerd-Schreibtisch

1974 in Mannheim geboren, in Heidelberg aufgewachsen, lebt nach 16 Jahren in der nordhessischen Provinz vor Kassel seit 2017 in Berlin. Seine Frau hält es seit 2001 mit ihm aus. Booknerd, Hörbuchnerd, Computernerd, Filmnerd, Seriennerd, Kaffeenerd, Foodnerd, Königsbergerklopsenerd. Meidet belanglosen Smalltalk und schätzt tiefgründige Gespräche. Nachteule. Freundlicher Teilzeitselektivmisanthrop.
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Was wir nicht sind und niemals sein werden ̵…

von Chris Popp Artikel-Lesezeit: ca. 3 min
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