Die (kleine) Doctor Who-FAQ + Special über die Romane bei Cross Cult

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Stephen Baxter Doctor Who: Rad aus Eis (Cover © Cross Cult)„Doctor Who“ ist Kult! Und damit meine ich nicht nur Cross Cult, den Verlag, der die Romane dieser Serie hierzulande herausbringt, sondern einfach allgemein. Schließlich existiert keine andere SciFi-TV-Serie, die schon so lange läuft, wie „Doctor Who“. Zeit, eine kleine FAQ zu schreiben, um die Faszination des Phänomens Neugierigen näherzubringen und ihnen gleichzeitig einen Überblick über die bei Cross Cult erschienenen Werke zu verschaffen.

Wer (oder was) ist Doctor Who?
Doctor Who ist eine britische TV-Serie, die mit Unterbrechungen jetzt schon seit 1963 läuft. Der Hauptcharakter ist immer der Doctor, dessen richtigen Namen man nicht kennt.

Wenn die Serie seit 1963 läuft, wie viele Staffeln umfasst sie dann?
Wie gesagt, es gab längere Pausen. So lief die ursprüngliche TV-Serie nur bis 1989. Danach erschien 1995 einen TV-Film in den USA, ehe sie 2005 erfolgreich wiederbelebt wurde. Das heißt, es gibt bislang insgesamt 35 Staffeln mit 826 Episoden, von denen allerdings 97 vermisst werden. Die stammen vor allem aus der Anfangszeit der Reihe.

Was ist das Prinzip der Serie?
„Doctor Who“ erzählt davon, dass der Doctor, ein Time Lord, mit seiner als blaue Telefonzelle getarnten Raum-Zeit-Maschine, genannt TARDIS, und seinen Begleitern („Companions“) durch Raum und Zeit reist und dabei diverse Abenteuer erlebt. So muss er gegen viele Gefahren und Bösewichte antreten, wie zum Beispiel din Daleks, deren Ziel es ist, alle zu eliminieren, die nicht wie sie sind. Oder gegen den Master, der ebenso wie der Doctor ein Time Lord ist, aber grundsätzlich nichts Gutes im Schilde führt.

Gary Russel: Doctor Who: Wunderschönes Chaos (Cover © Cross Cult)Was ist ein Time Lord?
Time Lords – es gibt auch Time Ladies – ist die Bezeichnung für die Bewohner des Planeten Gallifrey. Diese haben vor Urzeiten das Geheimnis der Zeitreisen entdeckt und benutzen Zeitmaschinen, die TARDIS („Time And Relative Dimension(s) In Space“) genannt werden. Diese können sich normalerweise als alles Mögliche tarnen. Bei der Maschine des Doctors ist jedoch der Chamäleonschaltkreis defekt, weshalb sie immer wie eine blaue Polizeitelefonzelle aussieht, die, was ein Running Gag der Serie ist, innen größer ist als draußen.

Wenn die Serie seit 1963 läuft, wie sieht das dann mit den Hauptdarstellern aus?
Das ist der besondere Clou von „Doctor Who“. Es gibt nicht nur den „einen“ Doctor. Es gibt viele verschiedene Inkarnationen, die sich manchmal sogar untereinander begegnen. Erklärt wird das damit, dass der Hauptcharakter als Time Lord über die Fähigkeit verfügt, sich zu regenerieren.

Das heißt, dass er – wann immer er in seiner aktuellen Inkarnation sich dem Ende seines Lebens nähert, entweder weil der Körper zu alt ist, oder, was häufiger der Fall ist, er auf Grund externer Umstände am Sterben ist – sich verwandelt. Er wechselt quasi seine Gestalt und somit auch gleichzeitig die Persönlichkeit. Oft genug ist er direkt nach einem solchen Vorgang verwirrt und sein Charakter muss sich erst noch einstellen.

Jeder Time Lord verfügt über insgesamt 13 Regenerationen, dann stirbt er endgültig. Im Falle des Doctors jedoch wurde mit dem Ableben des elften Doctors ein neuer Zyklus begonnen. Wie das zusammenpasst, werde ich in den kommenden Zeilen erklären.

Wie viele Doctoren existieren denn?
Nach der offiziellen Zählung gibt es zwölf Stück. Inoffiziell sind es allerdings 14, da es zwischen dem achten und aeunten eine Inkarnation namens War Doctor gab (Geschauspielert von John Hurt) und weil es beim zehnten eine abgebrochene Regeneration gab. Das heißt also, dass der Elfte, dargestellt von Matt Smith, in Wahrheit der 13. war und dass der aktuelle zwölfte, charakterisiert von Peter Capaldi, der 14. ist, wodurch natürlich ein neuer Zyklus begonnen hat. Wie das geschehen konnte, werde ich nicht verraten. Ich empfehle an dieser Stelle nur den gelungenen Dreierzyklus an Episoden „The Name of the Doctor“, „The Day of the Doctor“ und „The Time of the Doctor“ empfehlen, die 50 Jahre Doctor Who feierten.

All The Doctors (Bild © BBC UK)

Die Darsteller des Doctors bis zum aktuell vorletzten, Matt Smith (r.) – © BBC UK

Selbstverständlich werde ich jetzt nicht im Einzelnen die ganzen Inkarnationen und ihre Persönlichkeiten aufzählen, weil das jeglichen Rahmen sprengen würde. Für das Verständnis dieses Specials reicht es zu wissen, dass der zwölfte Doctor einen hochintelligenten und auch arroganten Charakter hat. Es kümmert ihn wenig, was andere Leute um ihn denken, solange er nur Leben retten kann. Von allen Doctoren ist er der fremdartigste, der das Verhalten der Menschen nicht immer nachvollziehen kann und Umarmungen nicht mag.

Wie sieht es mit Doctor Who in Deutschland aus?
SciFi hatte es schon immer schwer, sich im deutschen Fernsehen zu behaupten. Wenn es nicht gerade Star Trek war- selbst das wurde teilweise richtiggehend verramscht ausgestrahlt -, wurden die Serien wie ein ungeliebtes Kind behandelt. Das war bei Doctor Who natürlich umso extremer, da die Reihe sehr britisch und dementsprechend nur bedingt massenkompatibel ist. Trotzdem gab es im Laufe der Jahre durchaus einige Versuche, den Doctoren auf den deutschen Fernsehbildschirmen zu etablieren.

Den ersten, nachdem das ZDF einen bereits in den Ansätzen abbrach, unternahm RTL. Man strahlte 1989 Episoden des siebten Doctors aus, stellte dies aber schnell ein, als kurze Zeit später die Serie in Großbritannien eingestellt wurde. Das Material, das der Sender besaß, wurde dann nächtens ausgestrahlt, ehe die Rechte an VOX verkauft wurden. Diese kauften und synchronisierten die Abenteuer des sechsten Doctors dazu.

Douglas Adams, Gareth Roberts: Doctor Who: Shada (Cover © Cross Cult)Den nächsten Vorstoß unternahm ProSieben 2008, und zwar zu der Zeit des neunten und zehnten Doctors. Die Episoden wurden allerdings gekürzt und im Nachmittagsprogramm gesendet. Das Ergebnis waren natürlich niedrige Einschaltquoten, wodurch auch dieses Kapitel schon bald beendet war.

Einen weiteren Versuch machte der Pay-TV Sender FOX, der die Abenteuer des elften Doctors erwarb und mit Erfolg ausstrahlte.

Die Erlebnisse des aktuellen Doctors kann man seit diesem Jahr auf one (ehemals einsfestival) sehen.

Und wie steht es mit den Buchabenteuern?
Natürlich existiert zu der Fernsehserie jede Menge Printmaterial. In Großbritannien erscheint jedes Jahr einiges an Büchern und sogar Hörbüchern. Viele Doctoren erleben quasi eigene Abenteuer abseits der TV-Serie, wie zum Beispiel der achte. Diese Produktionen von Big Finish werden es allerdings auf absehbare Zeit vermutlich nicht über den Kanal schaffen (bzw. ins Deutsche übertragen ).

Die erste Begegnung mit dem Doctoren in Form von deutschsprachigen Romanen gab es 1970. Der Schneider-Verlag brachte Kinderbuchversionen von Episoden heraus. Über die Qualität dieser Adaptionen der für Kinder nur bedingt geeigneten Reihe breiten wir besser den Mantel des Schweigens.

Einen neuen Versuch unternahm der Cross Cult-Verlag im Jahr 2013 mit dem Roman „Rad aus Eis“, geschrieben vom bekannten SciFi-Autoren Stephen Baxter. Es war ein Erfolg, da seitdem stetig weitere Romane des Doctors erschienen sind. Schwerpunktmäßig werden Abenteuer des zwölften herausgebracht, derweil man im Ebook-Only-Format die „Zeitabenteuer“ genießen kann, die verschiedene Inkarnationen als Hauptcharakter haben.

Im Folgenden werde ich die wie üblich einzelnen Bücher vorstellen, die im Printformat veröffentlicht wurden. Die Geschichten aus „Zeitabenteuer“ werden dann in einem weiteren Special Thema sein.

Stephen Baxter Doctor Who: Rad aus Eis (Cover © Cross Cult)Stephen Baxter „Doctor Who: Rad aus Eis(Originaltitel: Doctor Who – Wheel of Time), erschienen 2013 im Cross Cult-Verlag
Der Doctor in seiner zweiten Inkarnation landet mit seinen Begleitern auf einer Minenkolonie auf dem Saturn. Dort geschehen merkwürdige Dinge. Etwas Uraltes scheint an diesem Ort zu erwachen. Und es hat definitiv nichts Gutes vor.
Es war ein wagemutiges Experiment, als der Cross Cult-Verlag mit „Rad aus Eis“ den ersten Roman der Figur in Deutschland herausbrachte. Weshalb man quasi auf Nummer sicher ging, und eine Geschichte publizierte, die von dem gerade nicht unbekannten Stephen Baxter geschrieben wurde. Gleichzeitig war dies einer der wenigen Bände, die von dem Verlag als Hardcover herausgebracht wurden. Ein kalkuliertes Risiko, das sich aus heutiger Sicht gelohnt hat.
Dabei ist „Rad aus Eis“ eine gute Auftaktgeschichte. Man erhält einen guten Vorgeschmack auf das, was einen noch erwarten wird. Denn Stephen Baxter schreibt einen Roman, der gleichzeitig lustig, aber ebenso spannend ist. Der sowohl offen für Neueinsteiger ist, doch den auch Hardcore-Fans genießen können. Und bei dem fast alle Charaktere gut dargestellt werden. Einzige Ausnahme ist der Antagonist, der sehr flach und eindimensional charakterisiert wird.

Wertung: 12/15 dpt

Gary Russel: Doctor Who: Wunderschönes Chaos (Cover © Cross Cult)Gary Russel „Doctor Who: Wunderschönes Chaos“ (Originaltitel: Doctor Who – Beautiful Chaos), erschienen 2013 im Cross Cult-Verlag
Der zehnte Doctor kehrt mit Donna Noble zurück nach London. Sie wollen etwas Zeit mit Donnas Familie verbringen. Doch es kommt anders als geplant, als sich herausstellt, das ein uraltes Böses die Erde bedroht.
Verhältnismäßig wenig Zeit verging, ehe der Nachfolger zu „Rad aus Eis“ herauskam. Dieses Mal wandte sich die Geschichte einer Inkarnation zu, die bei vielen Fans die beliebteste unter den neueren war, dem zehnten Doctor, der von David Tennant dargestellt wurde. Und der Ton der Story war bittersüß. So behandelte der Autor Gary Russel unter anderem das Thema „Alzheimer“, und das auf eine respektvolle und würdige Art und Weise.
Allgemein ist der Roman hervorragend geschrieben und bietet erstklassige Charakterisierungen. Davon profitieren vor allem Donna Noble und ihr Großvater Wilf. Und es macht gewisse Entwicklungen, die mit den Figuren in der TV-Serie passierten, umso bitterer. Doch auch der Gegenspieler wird großartig dargestellt, und es macht Spaß, zu lesen, wie er plant und agiert.

Wertung: 14/15 dpt

Douglas Adams, Gareth Roberts: Doctor Who: Shada (Cover © Cross Cult)Douglas Adams, Gareth Roberts „Doctor Who: Shada“ (Originaltitel: Doctor Who – Shada) erschienen 2014 im Cross Cult-Verlag
Wie wird man ein Gott? Indem man an das „Verehrungswürdige und Uralte Gesetz von Galifrey“ kommt. Und indem man den Gefängnisplaneten Shada besucht. Wäre da nur nicht ein gewisser Doctor.
Eine der beliebtesten Inkarnationen allgemein war die vierte. Dargestellt von Tom Baker erlebte dieser Doctor sieben Jahre lang Abenteuer, so lange wie keiner zuvor oder danach. Gleichzeitig waren diese Erlebnisse teilweise sehr humorvoll geschrieben, was auch an den Geschichten lag, die von Douglas Adams zu Papier gebracht wurden. Der Drehbuchautor fand schließlich durch die „Per Anhalter durch die Galaxis“-Reihe nachhaltigen Ruhm, ehe er leider viel zu früh verstorben war. Und trotzdem hinterließ er jede Menge Material. Wobei „Shada“ etwas Besonderes war, da es sich hier um ein Drehbuch für eine Episode handelte, die verfilmt werden sollte, aber aufgrund eines Streiks nie wurde.
Dabei ist die Geschichte Douglas Adams-typisch sehr humorig geschrieben. Der Autor Gareth Roberts schafft es perfekt, den Schreibstil des bekannten Schriftstellers nachzuahmen. Ein wirklicher wahrnehmbarer Unterschied ist nicht festzustellen. Allerdings ist der Humor auch der Schwachpunkt der Story, da dieser oftmals etwas bemüht erscheint.

Wertung: 11/15 dpt

 

Neil Gaiman, Derek Landy, Charlie Higson, Alex Scarrow, Malorie Blackman, Richelle Mead, Patrick Ness, Philip Reeve, Marcus Sedgwick, Michael Scott, Eoin Colfer:  Doctor Who: 11 Doktoren, 11 Geschichten (Cover © Cross Cult)Eoin Colfer, Michael Scott, Marcus Sedgwick, Philip Reeve, Patrick Ness, Richelle Mead, Malorie Blackman, Alex Scarrow, Charlie Higson, Derek Landy, Neil Gaiman “Doctor Who: 11 Doctoren, 11 Geschichten” (Originaltitel: Doctor Who – 11 Doctors, 11 Stories) erschienen 2014 im Cross Cult-Verlag
Zehn Mal hat sich der Doctor im Laufe der Jahre regeneriert. Und während dieser Zeit hat er so manches Abenteuer erlebt. In diesem Buch werden einige von ihnen wiedergegeben.

2013 wurde der gute Doctor 50. Anlässlich dieses Jubiläums gab es nicht nur einige exzellente Fernsehepisoden, sondern auch – mit etwas Verzögerung – einen Band, bei dem diverse Autoren jeweils ein Abenteuer von einer Inkarnation des Doctors erzählten. Und wer sich diese Liste durchliest, wird gleich auf einige bekannte Namen stoßen, wie zum Beispiel Eoin Colfer oder Neil Gaiman. Das sind jetzt wahrlich keine Unbekannten. Und es zeigt, welchen Status Doctor Who in Großbritannien genießt.
Und überwiegend ist dieser Kurzgeschichtenband auch wirklich erstklassig. So kann bereits die erste Story überzeugen, in der Eoin Colfer ein Abenteuer mit dem ersten Doctor erzählt. Diese Geschichte hat alles, was die Serie so auszeichnet. Humor, Horror und Spannung gleichermaßen sind hervorragend vertreten.
Der einzige Ausreißer nach unten ist Marcus Segwicks „Der dritte Doctor: Der Speer des Schicksals“. Hier schreibt der Autor leider eine Erzählung, in der der Companion des Doctors, Jo Grant, zu einem bloßen Anhang reduziert wird. Einer „Damsel in Distress“ und Stichwortgeber. Was halt die anderen Charaktere in ähnlicher Funktion in den anderen Stories nicht sind.

Wertung: 12/15 dpt

George Mann: Doctor Who: Kriegsmaschinen (Cover © Cross Cult)George Mann: „Doctor Who: Kriegsmaschinen“ i(Originaltitel: Doctor Who: War Machines) erschienen 2015 im Cross Cult-Verlag
Der Krieg zwischen den Daleks und den Time Lords wogt durch Zeit und Raum. Und der Doctor, in seiner Inkarnation als Kriegs-Doctor, kämpft vorne mit. Und dann stößt er auf einen Plan seiner Erzfeinde, den Konflikt für sich zu entscheiden. Was er verhindern muss.
Eine der größten Überraschungen des 50. Geburtstags von Doctor Who war die Enthüllung des sogenannten War Doctors, des Kriegs-Doctors. Seine Existenz war zuvor verschwiegen worden, weil seine Taten so ungeheuerlich waren. Dargestellt wurde der Charakter im TV übrigens vom bekannten Charakterschauspieler John Hurt.
Und wer wissen wollte, was diese Figur in diesem Time War zwischen Daleks und Time Lords erlebt hatte, der kam um „Kriegsmaschinen“ nicht herum. Dies war eine exzellente Geschichte, die den Horror, den dieser Krieg darstellte, sehr gut rüberbrachte. Der Kriegs-Doctor wurde wunderbar charakterisiert und es wurden wichtige Schritte zu der Jubiläumsepisode „The Day of the Doctor“ eingeleitet.

Wertung: 15/15 dpt

James Goss Doctor Who: Die Blutzelle (Cover © Cross Cult)James Goss „Doctor Who: Die Blutzelle“ (Originaltitel: Doctor Who: The Blood Cell). erschienen 2015 im Cross Cult-Verlag
Der zwölfte Doctor ist ein Gefangener. In einem Gefängnis am Rande des Universums. Und dann fängt das Morden an.
Nachdem die vorherigen „Doctor Who“-Romane vor allem ein Streifzug durch die Geschichte des Doctors waren, ändert sich das mit „Die Blutzelle“. Ab sofort und nur mit wenigen Ausnahmen erscheinen Bücher, die den zwölften und damit aktuellen Doctor als Hauptfigur haben. Und leider ist der Auftakt mit „Die Blutzelle“ nicht gut geworden.
Auf der einen Seite stimmt natürlich die Charakterisierung. Der Doctor und Clara haben dieselbe Chemie, wie man es aus der Fernsehserie gewohnt ist. Ebenso kann auch die Spannung überzeugen. Doch dann meint der Autor einen sozialen Kommentar in die Story einbauen zu müssen, der einfach nur fehl am Platze wirkt. Zudem baut die Spannung ab der zweiten Hälfte rapide ab.

Wertung: 9/15 dpt

Justin Richards: Doctor Who: Silhouette (Cover © Cross Cult)Justin Richards „Doctor Who: Silhouette“ (Originaltitel: Doctor Who: Silhouette) erschienen 2015 im Cross Cult-Verlag
Auf einem Jahrmarkt im viktorianischen England werden Menschen ermordet. Und auch sonst beißen Leute ins Gras, die vorher auf dieser Kirmes waren. Ein Fall für den Doctor. Und die Paternoster-Gang.
Eine der vielleicht beliebtesten und bekanntesten Nebenfiguren, die die „Doctor Who“-Serie jemals einführte, war die sogenannte Paternoster-Gang. Bestehend aus der Silurianerin Madame Vestra, ihrer Ehefrau Jenny Flint und dem Sontaraner Strax haben sie diverse Abenteuer erlebt. Und jedes Mal, wenn sie erneut auftauchen, kann man sich auf amüsante und spannende Unterhaltung freuen.
Das ist auch bei „Silhouette“ der Fall. Der Roman liest sich wie eine Fernsehepisode, spannend, aber ebenso voller Humor. Vor allem gefällt, wie die Ermittlungen geschildert werden. Man kriegt einen guten Eindruck, wie die Intelligenz des zwölften Doctors und Madame Vestra sich ergänzen und den Fall am Ende aufklären.

Wertung: 14/15 dpt

Douglas Adams, Justin Roberts, James Goss Doctor Who: Die Stadt des Todes (Cover © Cross Cult)Douglas Adams, Gareth Roberts, James Goss „Doctor Who: Die Stadt des Todes“ (Originaltitel: Doctor Who – City of Death), erschienen 2015 im Cross Cult-Verlag
Als der Doctor gemeinsam mit Romana das Paris im Jahr 1979 aufsucht, hat er zunächst nur eins im Sinn: Urlaub. Doch dann kommt es anders, als er denkt. Und schon bald sieht er sich in eine Verschwörung um die Mona Lisa verwickelt, in der auch Zeitreisen eine wichtige Rolle spielen.
Erneut eine Douglas Adams-Geschichte, die von mehreren Autoren in eine Buchform gebracht worden ist. Und wieder steht der vierte Doctor im Mittelpunkt des Geschehens. Doch anders als noch bei „Shada“ ist das Ergebnis dieses Mal eine durchaus vergnügliche Story, bei der wirklich alles stimmt.
Jede Figur trägt ihren Teil mit dazu bei, dass man bei diesem Roman sehr viel lachen und schmunzeln wird. Jeder Charakter hat mindestens einen Running Gag, wie zum Beispiel der Privatdetektiv Duggan. Dessen erste Reaktion immer ist, jemanden K.O. zu schlagen. Was zu so manch lustiger Situation führt.

Wertung: 15/15 dpt

Mike Tucker: Doctor Who: Der kriechende Schrecken (Cover © Cross Cult)Mike Tucker „Doctor Who: Der kriechende Schrecken“ (Originaltitel: Doctor Who – The Crawling Terror), erschienen 2016 im Cross Cult-Verlag
Der Doctor in seiner zwölften Inkarnation besucht gemeinsam mit Clara Oswald eine kleine englische Gemeinde. Die wird von Insekten heimgesucht. Und zwar von äußerst riesigen, die es auf die Menschen abgesehen haben.
Von allen Romanen, die der Cross Cult-Verlag zu „Doctor Who“ bislang herausgebracht hat, ist „Der kriechende Schrecken“ der bislang gruseligste. Der Autor fängt den Horror der großen Insekten perfekt ein und baut sie geschickt in den Plot ein. Dabei fällt auf, dass der Doctor und Clara in diesem Fall sehr zurückhaltend in die Geschichte eingeführt werden.
Tatsächlich ist es sogar eher so, dass die beiden Figuren die Handlung nur spärlich beeinflussen. Das Hauptaugenmerk liegt auf den normalen Menschen und wie einige von sich über sich hinauswachsen. Das alles macht „Der kriechende Schrecken“ zu einem der ungewöhnlichsten, aber auch zu einem der besten „Who“-Romane überhaupt.

Wertung: 15/15 dpt

Una McCormack Doctor Who: Königliches Blut (Cover © Cross Cult)Una McCormack „Doctor Who: Königliches Blut“ (Originaltitel: Doctor Who – Royal Blood), erschienen 2016 im Cross Cult-Verlag
Der zwölfte Doctor und Clara landen auf einer Welt, die äußerlich mittelalterlich erscheint. Doch es gibt ebenfalls Aspekte wie elektrisches Kerzenlicht, die darauf hindeuten, dass dieser Planet anders ist. Sie gelangen in die Stadt Varuz, die von verschiedenen Feinden bedroht wird. Der Doctor soll nun helfen, den drohenden Untergang aufzuhalten.
Mit „Köngliches Blut“ liegt der Auftakt zu einem Dreiteiler vor, dessen nächster Roman „Urknall“ bereits im Handel erhältlich ist, derweil der letzte „Aus der Tiefe der Zeit“ für Ende November angekündigt worden ist. Der verbindende Faktor ist der sogenannte „Glamour“. Hierbei handelt es sich um eine sehr starke Waffe.
Für sich gesehen kann der Roman allerdings ebenfalls überzeugen. Denn es gelingt der Autorin eine Welt zu erschaffen, die deutliche Anleihen zu der von König Arthur hat. Und auch die Charakterisierungen sind sehr gut geworden, zum Beispiel die von Herzog Conrad. Hierbei handelt es sich um eine Figur, die äußerst gewieft und intelligent agiert.

Wertung: 14/15 dpt

Aller Cover © Cross Cult
All the Doctors © BBC UK

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Über den Autor

Götz Piesbergen

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Ich darf mich vorstellen? Wunderbärchen! :D

Mein Name ist Götz Piesbergen, wobei ich in den Weiten des World Wide Web auch noch ein paar andere Pseudonyme verwende. Ich bin ein Vielschreiber und Vielleser, der quasi alles verschlingt, was Buchstaben hat (hmm, lecker! :D). Und da ich zu den Leuten gehöre, die ihre Meinung im Netz gerne kundtun, bespreche ich auch die Sachen, die ich lese oder zocke oder sehe.

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von Götz Piesbergen Artikel-Lesezeit: ca. 12 min
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