Christie Golden – Assassin’s Creed – Der offizielle Roman zum Film (Buch)

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Christie Golden - Assassin's Creed - Der Roman zum Film - Cover © PaniniFür Ubisoft hat sich die „Assassin’s Creed“-Reihe seit dem ersten Teil zu einem Garanten für finanziell erfolgreiche Spiele entwickelt. Im Laufe der Zeit kamen unzählige Games und andere Produkte wie Romane oder Figuren zu diesem Franchise heraus. Auch kleinere Filme wurden produziert, die Nebengeschichten zur Mainstory erzählten.

Doch dann wagte Ubisoft den großen Sprung. Der Spieleentwickler wollte seine bekannten Marken auf Leinwand bringen. Den Anfang machte letztes Jahr „Assassins Creed“, für den man hochkarätige Schauspieler wie Michael Fassbender und Jeremy Irons gewinnen konnte. Die Romanadaption hat niemand Geringeres als Christie Golden geschrieben. Für die Autorin war es nicht der erste Beitrag zu diesem Franchise, hatte sie doch früher bereits „Assassin’s Creed: Ketzerei“ verfasst.

Das Leben des Jugendlichen Callum „Cal“ Lynch verändert sich von Grund auf, als sein Vater, ein Assassine, seine Mutter umbringt. Er läuft daraufhin von zu Hause fort und lebt jahrelang auf der Straße. Bis er eines Tages nach dem Mord an einem Zuhälter festgenommen und zum Tode verurteilt wird. Doch anstatt per Giftspritze umgebracht zu werden, wird er stattdessen betäubt und dem Konzern Abstergo übergeben.

Denn dieser hat etwas besonders mit ihm vor. Man will mit Hilfe der Animus-Maschine aus seiner DNA auf die Erinnerungen des früheren Assassinen Aguillar de Narha zugreifen, der im 15. Jahrhundert in Andalusien lebte. Während des Granada Krieges war jener in den Besitz eines Edenapfels gekommen, den Abstergo, der in Wahrheit die moderne Form des Templerordens ist, den alten Feinden der Assassinen, seit Ewigkeiten sucht. Und für ihr großes Ziel sind sie bereit, auch über Leichen zu gehen.

Wer wie ich ein Fan des Assassin’s-Creed-Franchises ist, für den gab es keinen Weg um den Kinofilm herum. Man musste, man wollte ihn sehen! Doch nach der Vorfreude kam schnell die Ernüchterung. Denn das Leinwandabenteuer, das man da sah, war, um es milde auszudrücken, enttäuschend. Daher stellt sich natürlich die Frage, wie Christie Golden versucht, das Beste aus der Vorlage zu machen.

Zumindest der Beginn ist gut geworden. Die Autorin stellt dem Leser die Figur Cal Lynch vor und führt einen, falls man das Franchise noch nicht kennt, in den Grundkonflikt zwischen Templern und Assassinen ein. Diesbezüglich kommen also keine weiteren Fragen auf.

Ebenso wird mit Dr. Sofia Rikkin ein Charakter eingeführt, der dafür sorgt, dass die Templer eben nicht einfach die Bösen sind, sondern auch durchaus gewisse Sympathiewerte erhalten. Natürlich nicht zu viele, das verhindert schon ihr Vater Alan Rikkin, der skrupellos seine Ziele verfolgt und dabei auf die Interessen seiner Tochter wenig Rücksicht nimmt.

Doch Spannung oder Stimmung vermag nicht so recht aufkommen. Das liegt unter anderem auch an den Nebenfiguren, die Christie Golden im Laufe der Handlung einführt. Es handelt sich um vielversprechende Figuren, die ihre Faszination vor allem aus den Querverbindungen zum Assassin’s Creed-Universum beziehen. Doch schafft es die Autorin nicht, dass man mit ihnen warm wird. Sie werden im Laufe der Haupthandlung kaum charakterisiert, sondern dürfen nur hier und da ein paar Aktionen durchführen oder dem Leser ihre Gedanken mitteilen. Doch wirklich kennenlernen tut man sie erst dann, wenn die Geschichte vorbei ist. Dann nämlich gibt es Extrakapitel, in denen sie näher dargestellt werden. Wieso diese dann nicht im Hauptteil des Buches eingebaut wurden, bleibt unklar.

Ebenso stört, dass gewisse Ereignisse einfach so passieren, ohne dass es großartig aufgebaut oder erklärt wird. Da wird Cal in einen Raum geführt, wo all jene Menschen sind, die das Animus-Experiment mental nicht verkraftet haben. Darunter auch sein Vater, der zufälligerweise seinem Sohn ein paar wichtige Worte mitteilen kann. Oder die Tatsache, dass Cal bereits nach wenigen Aufenthalten in dem Gerät in der Lage ist, sich mit den Erinnerungen seines Vorfahren perfekt zu synchronisieren. Etwas, was vollkommen übertrieben wirkt, vor allem, wenn man sich der bisherigen Auswirkungen des Animus auf andere Hauptfiguren des Franchises entsinnt, die teilweise deutlich länger brauchten, um dies zu erreichen.

Und dann ist da noch das Finale, das an Lächerlichkeit nicht zu überbieten ist. Denn auf einmal überschlagen sich die Ereignisse und alles erscheint zu einfach. Mal ganz abgesehen davon, dass, vollkommen klischeehaft, Rache geschworen wird, weil eine wichtige Person umgebracht wird. Hier wird krampfhaft versucht, ein Sequel vorzubereiten, auch wenn dafür jedes erdenkliche Klischee verwendet werden muss.

Am Ende ist das Buch enttäuschend und nur für Hardcore-Fans zu empfehlen.

Cover © Panini Verlag

Wertung: 5/15 dpt

  • Autor: Christie Golden
  • Titel: Assassin’s Creed – Der offizielle Roman zum Film
  • Originaltitel: Assassin’s Creed The Official Film Tie-In
  • Übersetzer: Andreas Kasprzak
  • Verlag: Panini Verlag
  • Erschienen: 01/2017
  • Einband: Broschiert
  • Seiten: 352
  • ISBN: 978-3-8332-3352-4
  • Sonstige Informationen:
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Über den Autor

Götz Piesbergen


Ich darf mich vorstellen? Wunderbärchen! :D

Mein Name ist Götz Piesbergen, wobei ich in den Weiten des World Wide Web auch noch ein paar andere Pseudonyme verwende. Ich bin ein Vielschreiber und Vielleser, der quasi alles verschlingt, was Buchstaben hat (hmm, lecker! :D). Und da ich zu den Leuten gehöre, die ihre Meinung im Netz gerne kundtun, bespreche ich auch die Sachen, die ich lese oder zocke oder sehe.

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von Götz Piesbergen Artikel-Lesezeit: ca. 3 min
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