Peter David – Star Trek – New Frontier 15: Vermisst (Buch)

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Peter David - Star Trek - New Frontier 15: Vermisst (Cover © Cross Cult)Ein neuer Anfang war quasi der Auftakt zu einer Staffelpremiere, bei der vieles aufgebaut wurde, was dann in dem zweiten Teil aufgegriffen, fortgeführt und teilweise auch abgeschlossen wird. Der Fokus lag dabei vor allem darauf, dem Leser die vielen Änderungen näherzubringen, die der Autor Peter David an seiner „Star Trek – New Frontier“-Reihe durchgeführt hat. Mit „Vermisst“ liegt jetzt der eben erwähnte zweite Teil vor.

Ausgangspunkt der Geschichte ist, dass Mackenzie Calhoun mit der Excalibur und dessen Crew im Kampf gegen ein monströses Raumschiff gestorben sein soll. Was jedoch seine Ehefrau Admiral Elizabeth Shelby und Captain Kat Müller von der U.S.S. Trident bezweifeln. Deshalb wollen sie in das Protektorat Neu Thallon reisen, um mehr herauszufinden und Beweise für sein Überleben zu finden.

Allerdings herrscht in der Region Bürgerkrieg, der durch die Tatsache ausgelöst wurde, dass Si Cwans Schwester Kalinda ihren Bräutigam, der aus einer rivalisierenden Familie stammt, umgebracht hat. Dass sie in Wahrheit ein Doppelgänger ist, der das Geschehen zugunsten einer fremden, feindlichen Macht manipuliert, wissen dabei nur die wenigsten. Die Föderation selbst hat derweil beschlossen, sich nicht in die Vorläufe einzumischen und deshalb ein Reiseverbot für den Sektor erlassen.

Beobachtet werden die Ereignisse von Soleta, die nach ihrer Flucht aus der Föderation jetzt für das romulanische Imperium arbeitet und ein spezielles Spionageschiff kommandiert. Sie hat das Problem, dass ihre Besatzung sie nicht respektiert und sie lieber heute als morgen abservieren möchte. Weshalb sie  hin- und hergerissen ist zwischen dem Bedürfnis, einerseits ihren ehemaligen Freunden zu helfen und sich andererseits den Respekt ihrer Crew zu verdienen.

Und der totgesagte Mackenzie Calhoun? Ist noch am Leben. Allerdings befindet der sich mit seinem Raumschiff in einem anderen Universum. Dort wird er in einen Konflikt zwischen den beiden letzten überlebenden Rassen verwickelt, wozu er all seine Gewieftheit braucht, um sowohl zu überleben als auch die sicherere Rückkehr seines Schiffes mitsamt seiner Crew zu ermöglichen.

Wie man anhand der Inhaltszusammenfassung erkennen kann, ist in „Vermisst“ einiges los. Dabei wirken die ersten hundert Seiten des Romans verwirrend und zäh. Man weiß zunächst nicht, wie die einzelnen Elemente der Handlung zueinander passen. Teilweise wirkt es wie bei einer schlechten TV-Episode, in welcher bis zu drei verschiedene Plots vorhanden sind, die parallel zueinander laufen, ohne dass sie sich irgendwann überschneiden.

Zum Glück legt sich diese Befürchtung im Laufe des Romans. Denn immer mehr und mehr bringt Peter David in die jeweilige Handlung Elemente ein, die dafür sorgen, dass sich nach und nach Überlappungen mit den anderen Plots herausbilden, so dass man am Ende nicht viele verschiedene vor sich hat, sondern einen einzigen. David verwebt diese einzelnen Stränge derart gut, dass das Buch nach dem etwas zähen Beginn zu einem wahren Pageturner wird.

Allgemein muss man zu der Geschichte sagen, dass der Autor hier erst nach einem mühsamen Anfang zur Bestform aufläuft. Er spielt mit den Erwartungen des Lesers und überrascht ihn ein ums andere Mal mit einer Entwicklung, die man so nicht hat kommen sehen können. Das merkt man vor allem an den Ereignissen im Protektorat Neu Thallon, wo man mit Plottwists konfrontiert wird, die den Status Quo regelmäßig auf den Kopf stellen.

Gleichzeitig beweist der Autor auch, dass er ein Meister des Humors ist. Vor allem zu Beginn hat man es nämlich nicht mit dem sonst so üblichen derben Humor zu tun, sondern eher mit feiner, hintersinniger Komik. Hier reizt Peter David die Lachmuskeln des Lesers mal auf eine andere Art und Weise, als man es normalerweise von ihm gewohnt ist. Ebenso gibt es am Ende eine im Prinzip todernste Passage, in der man trotzdem lachen muss. Dabei sorgt diese Reaktion dennoch nicht dafür, dass der Ernst der Lage konterkariert wird.

Die Hauptkritik beim letzten Buch – dass der Autor sich mehr auf seine altbewährten Figuren konzentriert, anstatt sich auf die neuen Charaktere zu konzentrieren – gilt dieses Mal nicht mehr. Nun stehen neue Handlungsträger wie Kat Müller oder Tania Tobias im Vordergrund, derweil ein altbekannter Protagonist wie zum Beispiel Zak Kebron bis auf wenige Szenen eher am Rande auftritt. Es tut dem Buch gut, dass Peter David endlich seine neuen Figuren zu würdigen weiß, da so die Handlung abwechslungsreicher wird und neue Charakterkonstellationen entstehen. Wie beispielsweise das Miteinander zwischen Kat Müller und Elizabeth Shelby, dass ein Highlight dieses an Highlights nicht gerade armen Romans ist.

Dieser Band ist trotz des zähen Beginns insgesamt sehr empfehlenswert. Und zwar nicht nur für Fans von „New Frontier“, sondern für „Star Trek“-Leser allgemein.

Cover © Cross Cult

  • Autor: Peter David
  • Titel: Star Trek – New Frontier 15: Vermisst
  • Teil/Band der Reihe: Star Trek – New Frontier 15
  • Originaltitel: Star Trek – New Frontier: Missing in Action
  • Übersetzer: Helga Parmiter
  • Verlag: Cross Cult
  • Erschienen: 08/2017
  • Einband: Taschenbuch
  • Seiten: 407
  • ISBN: 978-3-95981-200-9
  • Sonstige Informationen:
    Produktseite
    Erwerbsmöglichkeiten

    Wertung: 12/15 dpt

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Über den Autor

Götz Piesbergen

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Ich darf mich vorstellen? Wunderbärchen! :D

Mein Name ist Götz Piesbergen, wobei ich in den Weiten des World Wide Web auch noch ein paar andere Pseudonyme verwende. Ich bin ein Vielschreiber und Vielleser, der quasi alles verschlingt, was Buchstaben hat (hmm, lecker! :D). Und da ich zu den Leuten gehöre, die ihre Meinung im Netz gerne kundtun, bespreche ich auch die Sachen, die ich lese oder zocke oder sehe.

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von Götz Piesbergen Artikel-Lesezeit: ca. 3 min
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