Peter David – Star Trek – New Frontier 14: Neue Zeiten (Buch)

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Peter David war und ist einer der bekanntesten und profiliertesten „Star Trek“-Schriftsteller überhaupt. Jahrelang hat er Romane zu diesem literarischen Universum beigesteuert, die unvergessen sind, wie zum Beispiel „Eine Lektion in Sachen Liebe“. Sein Markenzeichen ist dabei die Fähigkeit, Geschichten zu schreiben, die sowohl ernst sein können als auch lustig. Wobei dieser Humor an sich ebenso ein Kennzeichen des Autors ist.

Mit der Serie „New Frontier“ durfte er schließlich im literarischen „Star Trek“-Uni­versum neues Land betreten. Zum ersten Mal wurden in den USA Romane veröffentlicht, bei denen die einzelnen Geschichten in einem Zusammenhang standen. Dessen Protagonisten nur teilweise aus den bekannten TV-Serien stammten, sondern auch aus Comics – oder für die Romanreihe gänzlich neu erfunden wurden. Die Erzählungen über den raubeinigen Mackenzie Caloun, der mit seiner Mannschaft im ehemaligen thallonischen Imperium für Frieden sorgen sollte, zogen den Leser sofort in ihren Bann. Und setzten zugleich Maßstäbe für alle nachfolgenden Buchserien.

„Neue Zeiten“ ist der Titel des 14. Bandes der Reihe, und der Name ist Programm, da storytechnisch ein kleiner Zeitsprung geschehen ist. Das verheiratete Ehepaar Elizabeth Shelby und Mackenzie Calhoun wurde räumlich getrennt, da sie zum Admiral befördert wurde und inzwischen eine Raumstation leitet. Ihr Schiff, die Trident, wird derweil von Kat Mueller (einer Deutschen) geleitet, ihrer ehemaligen ersten Offizierin.
Auch an Bord der Excalibur gibt es Veränderungen. Morgan Prime ist inzwischen ein Computerprogramm geworden und Zak Kebron hat die Pubertät durchlaufen, weshalb er jetzt neben seinem Posten als Sicherheitsoffizier ebenso den eines Counsellors innehat. Was durchaus passend ist, da der früher so schweigsame Brikar sich jetzt als äußerst redegewandt entpuppt.

Beide Schiffe müssen zusammenarbeiten, als im Protektorat Neu Thallon das Chaos ausbricht. Einer politischen Ehe wird die angehende Braut entführt. Und der Kidnapper ist niemand anderes als Mackenzie Calhouns leiblicher Sohn Xyon. Das kann ja nur eine Katastrophe werden!

Das Element eines Zeitsprungs kennt man heutzutage bereits aus diversen Mangareihen. Serien wie „One Piece“ oder „Naruto“ haben sich dieses Tricks bedient, um die Handlung um neue Elemente anzureichern. Peter David nutzt diesen Kniff, um einmal mehr dem Leser und Fan von „New Frontier“ das zu erwartende Unerwartete zu präsentieren.

Dazu zählt allein schon die Tatsache, dass Robin Leffler und der thalonische Prinz Si Cwan offiziell ein Paar sind und gemeinsam das Protektorat Neu Thallon regieren. Wobei die beiden in einigen Dingen extrem unterschiedlicher Ansichten sind, was der Autor natürlich für diverse humorige Stellen ausschlachtet. Dazu zählt zum Beispiel der Umgang mit einigen Gästen, mit denen Si Cwan nichts zu tun haben möchte.

Oder der auf Kat Mueller, die neue erste Offizierin, große Stücke hält, dies sich aber öffentlich nicht anmerken lässt. Wobei das nicht das einzige Mal ist, dass ein führender Offizier Geheimnisse gegenüber seinen Untergebenen hat. Da ist nämlich zum Beispiel auch Tania Tobias, die ein neuer Offizier an Bord der Excalibur ist, und heimlich im Auftrag von Mackenzie Calhoun vom Schiffscomputer überwacht wird.

Eins haben diese neuen Charaktere gemein: Sie werden eingeführt, aber kaum genutzt. Stattdessen konzentriert sich Peter David viel zu sehr auf die bereits etablierten Figuren und schildert, was genau sich bei ihnen verändert hat. Da ist zum Beispiel Soleta, die die Sternenflotte verlassen hat und mit den Romulanern paktiert, ohne allerdings ihre einstige Heimat zu verraten. Das ist natürlich ebenfalls interessant zu lesen. Doch gleichzeitig fragt man sich, wieso er diese neuen Charaktere eingeführt hat, wenn er sie kaum einsetzt.

Ebenso wirkt auch der Konflikt, der die Handlung erst in Bewegung setzt, sehr konstruiert. Man grübelt, wieso der Entführer überhaupt vorher so erfolgreich sein konnte, wenn er in diesem Fall ohne zu überlegen agiert und dabei jede Menge Schaden anrichtet. Immerhin rettet Peter David trotz dieses Patzers den Roman noch und schreibt eine vergnügliche Story.

Falls dieses Buch für jemanden die erste Begegnung mit der „New Frontier“-Reihe ist, wird diese Person vermutlich enttäuscht sein. Doch als Altleser weiß man, dass die Serie schon immer ein qualitatives Auf und Ab war. Und kann daher diesen Band lesen, sich an ihm erfreuen und sich auf den nächsten Teil freuen, der wahrscheinlich dann wieder besser sein wird.

Cover © Cross Cult

  • Autor: Peter David
  • Titel: Star Trek – New Frontier 14: Neue Zeiten
  • Teil/Band der Reihe: 14
  • Originaltitel: Star Trek – New Frontier: After the Fall
  • Übersetzer: Helga Parmiter, Claudia Kern
  • Verlag: Cross Cult
  • Erschienen: 11/2016
  • Einband: Taschenbuch
  • Seiten: 400
  • ISBN: 978-3-95981-160-6
  • Sonstige Informationen:
    Produktseite
    Erwerbsmöglichkeiten

Wertung: 10/15 dpt


Über den Autor

Götz Piesbergen


Ich darf mich vorstellen? Wunderbärchen! :D

Mein Name ist Götz Piesbergen, wobei ich in den Weiten des World Wide Web auch noch ein paar andere Pseudonyme verwende. Ich bin ein Vielschreiber und Vielleser, der quasi alles verschlingt, was Buchstaben hat (hmm, lecker! :D). Und da ich zu den Leuten gehöre, die ihre Meinung im Netz gerne kundtun, bespreche ich auch die Sachen, die ich lese oder zocke oder sehe.

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von Götz Piesbergen Artikel-Lesezeit: ca. 3 min
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