Christopher L. Bennett – Star Trek – Rise of the Federation 1: Am Scheideweg (Buch)

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Christopher L. Bennett - Star Trek - Rise of the Federation 1: Am Scheidweg (Cover © Cross Cult)Es war Anfang 2015, als der Cross Cult-Verlag mit „Star Trek – Enterprise 6: Der Romulanische Krieg – Die dem Sturm trotzen“ die Romanserie aufgrund schlechter Verkaufszahlen einstellen musste. Das war vor allem insofern Schade, weil die Reihe in den USA auf jene Geschichten nachfolgend eine neue Ära einläutete, nämlich „Rise of the Federation“, Aufstieg der Föderation. Wie der Name schon verrät, sollten sich die Geschichten um den Aufstieg der Föderation der Vereinigen Planeten drehen, etwas, was ja ursprünglich in der „Enterprise“-Fernsehserie erzählt werden sollte, die dann allerdings auf Grund schlechter Quoten mit der vierten Staffel eingestellt wurde. Gerade dann, als sie endlich begann, wirklich die Vorgeschichte zu den früheren „Star Trek“-Serien zu erzählen.

Doch der Cross Cult-Verlag hat ein Einsehen mit den Fans. Denn zwei Jahre nach dem vorzeitigen Ende erscheint jetzt doch die Fortsetzung, wenn auch nicht unter dem Titel „Star Trek – Enterprise“, sondern „nur“ als „Star Trek – Rise of the Federation“. Was einem vor dem Lesen merkwürdig vorkommt, entpuppt sich dann im Laufe der Geschichte schnell als richtige Entscheidung. Der Star der Erzählung ist eben nicht mehr die Enterprise, sondern die ehemalige Crew. Das Schiff wurde nach dem romulanischen Krieg in den ehrenvollen Ruhestand geschickt und die Besatzung auf andere Raumschiffe aufgeteilt, wobei einige von ihnen sogar in der Kommandohierarchie aufstiegen.

Geschrieben wurde der Roman von Christopher L. Bennett. Der Autor lebt in Cincinnati, Ohio und hat bereits viele „Star Trek“-Romane und Kurzgeschichten verfasst. Außerdem stammen auch einige Marvel-Bücher sowie diverse eigene fiktionale Werke aus seiner Feder.

Der Romulanische Krieg ist vorbei, und aus der einstigen Koalition der Planeten ist eine Föderation geworden. Doch diesem frisch gegründeten Sternenbündnis stehen schwere Zeiten bevor. Denn seine Genese ist den anderen Kräften im Quadranten nicht entgangen und es gibt einige Feinde, die das Bündnis lieber früher als später scheitern sehen möchten.

Doch die Föderation hat den Vorteil, dass sie mehr als genug Idealisten in ihren eigenen Reihen besitzt, die bereit sind, für die weitere Existenz des Sternenbündnis alles zu tun! Es sind Leute wie Jonathan Archer, der mittlerweile zum Admiral ernannt wurde und ein enger Vertrauter des Föderationspräsidenten ist. Es sind Leute wie Malcom Reed, der mit der U.S.S. Pioneer sein erstes, eigenes Kommando erhält oder T’Pol, die dasselbe bei der Endeavour bekommt. Denn nur in gemeinsamer Zusammenarbeit können sie diesen Bedrohungen begegnen.

Die Inhaltszusammenfassung verrät ja schon, dass der Beginn der Föderation alles andere als einfach ist. Dementsprechend überrascht es auch nicht, dass der Autor immer wieder Stolpersteine in die Geschichte einbaut, Hindernisse, mit denen die Protagonisten wachsen können. Sachen, wie die Tatsache, dass auf absehbare Zeit kein lebendes Material gebeamt werden darf, wegen der Gefahr etwaiger genetischer Schäden. Oder wie der Maltusier Garos, ein alter Feind der Enterprise, fleißig Intrigen spinnt, um die Föderation bereits in der Wiege zu töten.

Dabei gelingt es Christopher L. Bennett, dass man als Leser zwar einerseits merkt, dass einige dieser Stolpersteine recht konstruiert wirken. Das bemerkt man vor allem bei den Transportern. Natürlich weiß man aus der Classic-Serie, dass dieses Problem bis dahin behoben ist, was dem Thema die Spannung nimmt. Aber andererseits stört das einen nicht so sehr, weil der Autor es vollbringt, den Leser durch die Charakterisierungen mitzureißen.

Tatsächlich ist der Roman insgesamt spannend geschrieben und wartet mit vielen kleinen Momenten und Anspielungen auf die bereits bekannte Zukunft der Föderation auf. So begegnet man einem gewissen Tobin Dax oder einem Samuel Abraham Kirk. Das sind Namen, die langjährigen Fans natürlich etwas sagen. Das Schöne ist, dass diese Hommagen nur ein sehr guter Fanservice sind, ein nettes Schmankerl, das die eigentliche Handlung jedoch nicht bestimmt.

Dabei meistert es der Autor problemlos, allen Charakteren gerecht zu werden. Jedes Crewmitglied, das man aus der Fernsehserie her kennt, erhält seinen Moment und kann wachsen. Doch auch die neuen Figuren, wie eben Tobin Dax, gehen nicht unter, sondern werden sehr gut ausgebaut und charakterisiert.

Es ist ein großartiger Auftakt, den Christopher L. Bennett hier geschrieben hat. Und vor allem ist es einer, der einen heiß auf die weiteren Romane der Serie macht!

Cover © Cross Cult

Wertung: 13/15 dpt

  • Autor: Christopher L. Bennett
  • Titel: Star Trek – Rise of the Federation 1: Am Scheidweg
  • Teil/Band der Reihe: Star Trek – Rise of the Federation 1
  • Originaltitel: Star Trek – Enterprise: Rise of the Federation: A Choice of Futures
  • Übersetzer: Bernd Perplies
  • Verlag: Cross Cult
  • Erschienen: 05/2017
  • Einband: Taschenbuch
  • Seiten: 350
  • ISBN: 978-3-959811-88-0
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Über den Autor

Götz Piesbergen


Ich darf mich vorstellen? Wunderbärchen! :D

Mein Name ist Götz Piesbergen, wobei ich in den Weiten des World Wide Web auch noch ein paar andere Pseudonyme verwende. Ich bin ein Vielschreiber und Vielleser, der quasi alles verschlingt, was Buchstaben hat (hmm, lecker! :D). Und da ich zu den Leuten gehöre, die ihre Meinung im Netz gerne kundtun, bespreche ich auch die Sachen, die ich lese oder zocke oder sehe.

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von Götz Piesbergen Artikel-Lesezeit: ca. 3 min
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