Joe Biden – Versprich es mir

Joe Biden - Versprich es mir - Cover - © Beck

Am heutigen Tag wird Joseph Robinette Biden, Jr., besser bekannt als Joe Biden, als 46. Präsident der Vereinigten Staaten von Amerika vereidigt. Der Weg dorthin war ein langer und steiniger, vor allem mit einem Konkurrenten wie Donald Trump. Doch das Buch “Versprich es mir – Über Hoffnung am Rande des Abgrunds”, welches bereits 2017 in den USA veröffentlicht wurde, handelt weniger von der politischen Karriere des mittlerweile 78-jährigen Demokraten.

Thanksgiving bei den Bidens

Im ersten Kapitel dieses autobiografischen Werks wird eine langjährige Familientradition vorgestellt. Das alljährliche Thanksgiving-Essen findet auf der Insel Nantucket, einer Insel an der Nordostküste der Vereinigten Staaten, statt. Dort versammeln sich Bidens Kinder mit dessen zweiten Ehefrau, um gemeinsam ein paar ruhige Stunden zu verbringen und über das nahende Weihnachtsfest zu sprechen. Joe Bidens erste Frau Neilia Hunter starb mit seiner Tochter 1972 kurz nach der Geburt bei einem tragischen Autounfall. Die beiden älteren Söhne Joseph Robinette “Beau” und Robert Hunter überlebten, verbrachten aber eine längere Zeit im Krankenhaus. Vater Joe, als Anwalt und bereits politisch aktiv, wird dadurch alleinerziehend und 1973 am Krankenbett als Senator des Bundesstaates Delaware angelobt. Mit 29 Jahren als bisher jüngster überhaupt.

Der Kummer sollte aber ein steter Begleiter des baldigen Präsidenten sein. Bei seinem ältesten Sohn “Beau” wurde 2013 ein Glioblastom diagnostiziert, ein bösartiger Hirntumor. Zu diesem Zeitpunkt war Joe Biden bereits in seiner zweiten Periode als Vizepräsident unter Barack Obama und Beau war General Attorney (Generalstaatsanwalt bzw. Justizminister) für den Bundesstaat Delaware.

Sachlich und dennoch emotional

Das Buch beleuchtet vor allem die Zeit Joe Bidens als Vizepräsident sowie die gleichzeitige Sorge um seinen Sohn. Mit Barack Obama verbindet Biden eine aufrichtige Freundschaft und ein wertschätzender Umgang. Durch seine langjährigen Erfahrungen als Politiker, übernahm Biden oftmals schwierige außenpolitische Verhandlungen. Gerade der Konflikt in der Ukraine, das Aufkommen des Islamischen Staates im Irak und die Beziehungen in Mittelamerika zählten zu wichtigen Aufgaben und werden im Buch immer wieder behandelt.

Auch in den USA selbst gab es genug Problemherde, vor allem durch die rassistischen Anschläge in New York City, wo Polizisten erschossen wurden, sowie das Attentat in einer Kirche in Charleston. An beiden Brennpunkten war Biden vor Ort und dank seiner ruhigen und aufrichtigen Trauer, unterstützte er die Angehörigen. Hier geht Biden sogar selbst ein wenig auf die Thematik ein, dass er Menschen gerne umarme oder den Körperkontakt sucht. Rein um Trost zu spenden und trotz seiner Position als warmherziger Mitmensch wahrgenommen zu werden.

Gleichzeitig werden all diese Erzählungen und Erfahrungen sehr strukturiert und schematisch erzählt. Geschehnisse werden klar und ohne weiteren Ausschmückungen wiedergegeben. Fast könnte man meinen, es wirkt etwas kühl.

Dennoch schwingt immer die schwere Last mit, welche auf den Schultern von Joe Biden und seiner Familie liegt. Beaus Bruder Hunter ist eine wichtige Stütze in dieser schwierigen Zeit und weicht nicht von dessen Seite. Die Ärzte versuchen Unmögliches und kurz sieht es sogar erfolgreich aus. Letztlich verstirbt aber Beau Biden am 30. Mai 2015. Gerade in einer turbulenten Zeit, wo es darum ging, ob Joe Biden als demokratischer Kandidat für die US-Präsidentschaftswahl 2016 anzutreten. Dieser Zerrissenheit und auch die Geschehnisse im Vorwahlkampf werden im letzten Viertel des Buchs beschrieben.

Ein Versprechen

Das titelgebende Zitat “Versprich es mir” stammt von Beau Biden, welches er von seinem Vater abverlangte. Er solle mit der Krankheit und der Situation klar kommen und nicht auf seinen Dienst für die amerikanischen Bürgerinnen und Bürger vergessen. Auch wenn es schwer war und ist, hat Joe Biden dieses Versprechen eingelöst und wird nun heute als Präsident der Vereinigten Staaten von Amerika angelobt.

"Versprich mir, dass du klar kommst, egal was passiert."

Fazit:
Joe Bidens Autobiografie “Versprich es mir” zeichnet ein persönliches und nachvollziehbares Bild des nächsten US-Präsidenten. Trotz all der Trauer und Prüfungen im Leben des Demokraten, bestand immer Hoffnung und der Wille weiter nach vorne zu blicken.

  • Autor: Joe Biden
  • Titel: Versprich es mir – Über Hoffnung am Rande des Abgrunds
  • Originaltitel: Promise me, Dad. A Year of Hope, Hardship and Porpuse.
  • Übersetzer: Henning Dedekind, Friedrich Pflüger
  • Verlag: C.H.Beck
  • Erschienen: 24. November 2020
  • Einband: Hardcove
  • Seiten: 250
  • ISBN: 978-3-406-76713-5
  • Sonstige Informationen:
    Produktseite
    Erwerbsmöglichkeiten

Wertung: 12/15 dpt


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