Music

Music - BluRay-Cover © Alamode Film

Die erfolgreiche, australische Popkünstlerin Sia liefert mit “Music” ihr Filmdebüt ab. Dabei versucht sie den schwierigen Spagat zwischen gefälliger Musikunterhaltung und Drama.

Der Film beginnt wie ein typisches Musikvideo von Sia: bunt, fröhlich, tanzende Menschen mit überzogenen Grimassen. Auch die Protagonistin ist bekannt. Die 18-jährige Maddie Ziegler ist begabte Tänzerin und quasi Schützling der Musikerin und die titelgebende Figur in “Music”. Szenenwechsel. Die junge Music wacht auf und nimmt sich ihre Kopfhörer, bekommt von ihrer Großmutter zwei Spiegeleier mit Ketchupmund serviert, welche nebenbei dem autistischen Mädchen die Haare zu Zöpfe flechtet. Danach macht es einen Spaziergang: zum Kiosk, dann zur Bibliothek und wieder zurück. Die Nachbarn kennen die junge Frau und geben alle auf Music Acht. Ein klar strukturierter Tagesablauf ist für sie daher essenziell.

Maddie Ziegler als Music mit Kopfhörer © Alamode Film
Maddie Ziegler als Music mit Kopfhörer © Alamode Film

Diese Welt gerät außer Fugen, als ihre Großmutter plötzlich verstirbt. Der gutmütige Vermieter George erinnert sich an Musics Halbschwester Kazu und informiert sie. Diese ist trockene Alkoholikerin und hält sich mit Drogendeals finanziell über Wasser. Erste Probleme sind hiermit vorprogrammiert. Zu, wie sie gerne genannt wird, hat nämlich nur ein Ziel vor Augen: ab ins Paradies. Dieses liegt für sie in Ecuador und deswegen will sie für die autistische Schwester keine Verantwortung übernehmen. Obwohl die verstorbene Großmutter wichtige Informationen hinterlassen hat, schert sich die kahl geschorene Kate Hudson nichts. Somit dauert es nicht lange, bis Music ihren ersten Anfall in Gegenwart der überforderten Zu hat. Glücklicherweise eilt Nachbar Ebo (Leslie Odom Jr.) zu Hilfe.

Dieser ist in Folge eine wichtige Stütze bei der Betreuung von Music und letztlich für Zu selbst, welche auf der Suche nach einem geregelten Leben ist. Erwartungsgemäß liegen bis zum Happy End noch einige Hürden vor den Protagonisten. Deren Weg wird von einigen Nebencharakteren geebnet, die allesamt aber in die Unbedeutsamkeit verschwinden. Da hätten wir Zu’s Drogendealer Rudy, der eine Boutique betreibt und sich gar kumpelhaft naiv gibt. Der dicke, chinesische Nachbarsjunge Felix wird von seinem Vater gezwungen zu boxen, wo er doch so gerne tanzen würde und nebenbei noch ein Auge auf Music geworfen hat. Schlussendlich ist da noch eine Drogenabnehmerin, welche von Juliette Lewis verkörpert wird. Das ist allerdings nur ein reiner Kurzauftritt.

Der Film wird von zahlreichen Szenen unterbrochen, welche Music’s Gedankenwelt darstellen sollen, im Grunde aber theatralische Musikvideos sind. In den meisten beweist hier Maddie Ziegler einerseits ihr Tanztalent und andererseits welche Grimassen sie schneiden kann. Dazu hört man, wie könnte es anders sein, Lieder von Sia. Das tut der Stimmung keinen Abbruch, schließlich liefert die Musikerin einen Hit nach dem anderen ab. Allerdings scheinen nicht alle Sequenzen etwas mit Music zu tun und sind in der Summe um ein paar zu viel, da die Handlung dadurch etwas ausgebremst wird.

Leider trifft das auch auf die Hauptprotagonistin zu. Gerade im letzten Drittel des Films nimmt Zus Geschichte und ihre Beziehung zu Ebo sehr viel Platz ein, während Music zur Randfigur verkommt. Im Vorfeld wurde Sia auch stark kritisiert, dass Music nicht von einer autistischen Person gespielt wird. Hier will ich mir keine Beurteilung anmaßen, was nun die bessere Entscheidung gewesen wäre. Zumindest ist es nicht zu bestreiten, dass durchaus Stereotypen vorkommen, wie bereits zuvor erwähnt. Fast hat es den Anschein, dass Sia alle möglichen “Problemfelder” in ihrem Film behandeln wollte. Kate Hudson, welche mir persönlich hauptsächlich aus romantischen Komödien bekannt war, weiß hier hingegen als leicht durchgeknallte, vom Leben gezeichnete Frau zu überzeugen.

Zu umarmt ihre Halbschwester Music © Alamode Film
Music (Maddie Ziegler) mit ihrer Halbschwester Zu (Kate Hudson) © Alamode Film

Zusammenfassend ist “Music” ein gelungener Unterhaltungsfilm, der vor allem von Zusammenhalt handelt. Garniert mit eingängiger Musik und Sia-typischen kunstvollen Musikvideos, gelang der Australierin ein sehenswertes Regiedebüt.

  • Titel: Music
  • Originaltitel: Music
  • Produktionsland und -jahr: USA, 2021
  • Genre: Musik, Drama
  • Erschienen: 12.02.2021 (VOD), 05.03.2021 (BluRay, DVD)
  • Label: das Filmlabel
  • Spielzeit:
    103 Minuten auf 1 DVD
    107 Minuten auf 1 Blu-Ray
  • Darsteller:
    Kate Hudson
    Maddie Ziegler
    Leslie Odom Jr.
  • Regie: Sia
  • Drehbuch: Dallas Clayton, Sia
  • Kamera: Sebastian Winterø
  • Schnitt: Matt Chessé
  • Musik: Craig Deleon, Sia, Labyrinth
  • Extras: Trailer
  • Technische Details (DVD)
    Video:
    2.35:1 (16:9)
    Sprachen/Ton
    :
    DE, E
    Untertitel:
    DE
  • Technische Details (Blu-Ray)
    Video:
    2.35:1 (1080p)
    Sprachen/Ton
    :
    DE, E
    Untertitel:
    DE
  • FSK: 12
  • Sonstige Informationen:
    Produktseite
    Erwerbsmöglichkeiten

    Wertung: 11/15 dpt

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