“Diablo II” war vor zwanzig Jahren, die Action-Rollenspiel-Referenz schlechthin. Blizzard veröffentlichte ein düsteres und beklemmendes Abenteuer, indem man nicht nur gegen den titelgebenden Diablo, sondern auch noch gegen seine zwei dämonischen Brüder Mephisto und Baal kämpfen musste.

Wohl kein anderes Spiel hat das Hack-&-Slay-Prinzip damals so konsequent und stimmungsvoll umgesetzt. Durch das Töten von Feinden erlangt man Fähigkeitenpunkte, welche wohl überlegt eingesetzt werden wollten. Die fünf Spieleklassen unterschieden sich teilweise deutlich. Die Auswahl bestand aus Amazone, Barbar, Paladin, Totenbeschwörer und Zauberin. Im Add-on “Lord of Destruction” kamen dann noch Assassine und Druide hinzu.

“Diablo II” war wohl auch federführend für das Sammeln und Craften von Gegenständen. Welches Monster verlor nun wieder bessere Beute? Die Seltenheit und Attribute der Waffen, Stäbe, Ringe und Co. wurden durch verschiedene Farben gekennzeichnet (zB: blau, gelb, gold, etc.). Das klingt natürlich heutzutage absolut selbstverständlich, löste aber damals regelrechtes Suchtverhalten aus, da man immer seltener und bessere Gegenstände finden wollte und dadurch das Spiel beliebig oft und in unterschiedlichen Schwierigkeitsgraden zockte.

Blizzard-typisch lebt ein Spiel natürlich auch von der Geschichte, welche für damalige Verhältnisse schon in sehr beeindruckenden Rendersequenzen weitererzählt wurde. Auch die tolle Lokalisation und schier unzähligen Dialoge trugen zum Spielerlebnis bei.

Auf Knopfdruck gibts die alte Grafik aus 2000.

Sogar noch heute, kann und wird das Spiel über das hauseigene Battle.net weltweit gespielt.

Dann erschien 2012 der Nachfolger “Diablo III”, welcher vor allem durch seine viel hellere und buntere Spielewelt auffiel. Während die Spielmechanik durchaus sinnvoll verbessert wurde, fand der geänderte Grafikstil bei Fans wenig Anklang.

Umso erfreulicher war dann zu Beginn des Jahres die Meldung, dass es ein Remake mit dem Titel “Diablo 2: Ressurected” geben soll. Nachdem Blizzard aber mit “WarCraft 3: Reforged” keine guten Erfahrungen gemacht hat, wurde die Entwicklungsarbeit an Vicarious Visions abgetreten, welche schon die Remakes zu “Tony Hawk 1 & 2” perfekt umgesetzt hatten und passenderweise zum Mutterkonzern Activision Blizzard gehören.

Genug von der langen Einleitung, nun geht es ans Eingemachte. Blizzard veröffentlichte Ende August eine öffentliche Beta-Version und verspricht ein Release zum 23. September 2021.

Die Videos wurden allesamt neu erstellt.

Schon die ersten Introscreens überzeugen und spätestens bei den neu gerenderten Videos in 4K-Auflösung, hat mich die Welt von Sanktuario voll gepackt. “Diablo II: Resurrected” ist düster und detailverliebt. Die Gänge in den Dungeons sind noch finsterer, die Texturen hochaufgelöst und teilweise um Details (von liebevoll kann man wohl bei Leichenteilen nicht sprechen?) ergänzt. Es fließt Blut in Maßen und Gold wandert in unseren Beutel. Allerdings nun automatisch und ohne lästige Klicks. Während die Story und Spielmechanik großteils unverändert blieb, wurden hier und da einige tolle Verbesserungen vorgenommen.

So wurde beispielsweise die Beutetruhe vergrößert um mehr Items lagern zu können. Nachdem das Spiel nun auch auf den gängigen Konsolen erscheint, können nicht nur Charaktere, sondern auch Gegenstände plattformübergreifend verwendet werden. Am Weg zur Arbeit also nochmals kurz auf der Switch ein paar Untote killen und abends dann gemütlich auf der Couch vor der PlayStation oder am Gaming-PC, kein Problem. Ebenso können Gegenstände unter unseren Charakteren getauscht werden. Also wenn unser Barbar einen tollen Schild ergattert hat, können wir diesen auch unserer Amazone ausrüsten.

Um den Nostalgie-Faktor nochmals etwas anzuheben, kann im laufenden Spiel auf die Original-Spielegrafik umgeschaltet werden. Ein kurzer Druck auf “G” und schon wechselt man von hochauflösenden Texturen in eine pixelige Welt in 800×600. In der verklärten Erinnerung hat das damals doch schöner ausgesehen.

Fazit: Noch nie hat ein “Diablo”-Teil so gut ausgesehen und so perfekt funktioniert. Die Beta-Version lief stabil und ohne Probleme. Von daher freue ich mich auf ein düsteres Gemetzel ab nächster Woche.


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