Der Horrorclown geht um

© Baggy Cat Ltd.

Wir spielen in “At Dead of Night” Maya, eine junge Frau, die mit Freundinnen campen gehen möchte, aber von einem Sturm überrascht wird. So entscheiden sie sich, in einem abgelegenen Hotel zu übernachten. Der Hotelier Jimmy Hall ist ein etwas seltsam wirkender Mann, der sie zu seiner Comedyshow im Hotel einlädt, bei der er einen „komödiantischen Soziopathen“ spielt. Maya lehnt jedoch irritiert ab und zieht sich in ihr Zimmer zurück.
Jimmy reagiert nach dieser Absage etwas unwirsch und erhält bösartige Zustimmung von Hugo. Hugo ist ein Clown in einem Gemälde, der Jimmy anstiftet, die Gäste wie faule Eier zu zerbrechen.
So beginnt die Jagd.
Maya wird mitten in der Nacht von einem Schrei geweckt und muss zusehen, wie ein Clown eine ihrer Freundinnen betäubt. Entkommen kann sie aber nicht, genauso wenig wie Hilfe holen, da die Telefone kein Netz haben und die Türen verschlossen sind.
Allerdings entdeckt sie ein seltsam anmutendes Gerät, aus dem Stimmen kommen, die sie warnen. Geisterstimmen. Mit dem Apparat kann sie Kontakt zu den Geistern aufnehmen, die ihr helfen, langsam die Geschichte von Jimmy, dem Hotel und den Verstorbenen zu entschlüsseln.
Nur Jimmy, der Horrorclown ist nicht bereit, Maya so einfach durch das Hotel schleichen zu lassen.

Teils Horrorfilm, Horrorspiel und gruselige Geisterjagd

In Egoperspektive laufen wir als Maya durch das rustikale Hotel, welches insgesamt drei Stockwerken hat. Sie huscht die schmalen Gänge entlang, von einer Ecke zur nächsten, in der dauerhaften Angst, dass Jimmy hinter einer der Ecken lauert.
Immerhin bringt der Clown Maya nicht um, sondern knüppelt sie nur nieder und stiehlt ihr Questgegenstände, die sie sich wieder beschaffen muss.
In jedem Hotelzimmer steht ein Schrank, indem Maya sich verstecken kann, falls ihr Verfolger ihr auf den Fersen ist – doch Achtung, ist sie nicht schnell genug, schnappt er sie in ihrem Versteck.
Als Verfolger ist der Clown relativ intelligent: er versteckt sich in den Bädern der Hotelzimmer oder wartet geduldig vor Türen, wenn er Maya in ein Zimmer gehen gesehen hat, jederzeit bereit sie niederzuschlagen.
In den Zimmern kann sie zudem Gegenstände finden, die ihr helfen, mit den Geistern zu kommunizieren. Die gefundenen Hinweise werden im Gespräch mit den Geistern des Hotels kombiniert, doch wenn Maya zu viele Fehler macht, das bedeutet, einen Geist etwas fragt, was dieser nicht wissen kann, zieht er sich zurück. Mitdenken ist also gefragt.
So offenbart sich immer weiter die Geschichte rund um Jimmy und Hugo, dem Hotel und den Geistern, die gewaltsam zu Tode gekommen sind.

Durch das Point&Click ist das Spiel einfach und effizient gehalten, trotz des überfordernd wirkenden Tutorial kann man sich schnell in die Spielmechanik einarbeiten.
Die gesehenen Ereignisse und gefundenen Gegenstände die es zu kombinieren gilt, um mehr Informationen aus den Geistern herauszukitzeln, sind mit gutem Zuhören und Beobachten gut kombinierbar.
Interessant ist zudem, dass die geschilderten Ereignisse und Visionen der Geister als Live-Action-Cutscenes integriert wurden. Somit ist das Spiel also teils Horrorfilm und Horrorspiel.
Die gruselige Atmosphäre und Musik, die düsteren und schmalen Gänge, die Jumpscares, die Geister und nicht zuletzt Jimmy, der Maya jagt, machen den Horror aus.

Der Horrorclown ist in penetranten Momenten mehr nervig als gruselig. Die Detektivarbeit und Geisterjagd alleine sind schon spannend genug und machen Lust auf mehr. Wenn da nicht der Clown wäre, der diesen Fluss stört, wenn er durch die Flure streift und Maya in Schränke flüchten oder Umwege laufen lässt. Wenn Jimmy nicht auf uns Jagd machen würde, würde aber natürlich ein wichtiger Teil des Spiels fehlen und ein großer Gänsehaut-Faktor würde wegfallen, besonders wenn sein gekreischtes „Maaayaaa“, nicht mehr durch die Flure hallen würde.
Ärgerlich ist zudem die schwammige Steuerung, bei der öfter mal der Mauszeiger verrutscht. Da das gesamte Spiel als Point&Click aufgebaut ist, kann es passieren, dass durch einen falschen Klick wegen der verrutschten Maus, Maya in die falsche Richtung läuft oder Aktionen ausführt, die gar nicht so gewollt waren.
Zudem ist es recht schwierig sich in den verwinkelten Stockwerken zurechtzufinden, und zumindest ich kann mir in Stresssituationen (Horrorclown im Nacken), sehr schlecht Wege merken.

Fazit: Alles in einem ein solides Horrorspiel, das mit stimmungsvoller Musik, spannender und interessanter Geschichte und hitzköpfigen Clown zu glänzen weiß. Jumpscares sind zwar vorhanden, aber der Grusel stützt sich nicht alleine darauf, das Spiel kann mehr Schauder als nur billiges abruptes Erschrecken.

Der Geisterapparat (zum Vergrößern bitte draufklicken)
Die engen Flure des Hotels (zum Vergrößern bitte draufklicken)

 

 

 

 

 

 


Wertung: 11/15 dpt

  • Titel: At Dead Of Night
  • Entwickler: Baggy Cat Ltd.
  • Publisher: Baggy Cat Ltd.
  • Genre:
    Indie
    Horror
    Rollenspiel
    Strategie
  • Erschienen: 11/2020
  • Plattform:
    PC
    PlayStation
  • Sprache: Englisch; dt. Untertitel vorhanden
  • Sonstige Informationen:
    Website Baggy Cat
    Erwerbsmöglichkeiten

 


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