Der Rausch (VoD)

Wer den großartigen Film von Thomas Vinterberg und ja, ich nehme die Wertung gleich im ersten Satz ein wenig vorweg, im Kino nicht gesehen hat, bekommt ab dem 22.01. die Chance das auf Amazon-Prime nachzuholen.

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Der Rausch – Trailer

Der dänische Regisseur Thomas Vinterberg sollte Cineasten kein Unbekannter sein, immerhin hat er mit „Die Jagd“ von 2012 schon einen beeindruckenden Film geschaffen, der unter anderem für einen Golden Globe und den Oscar nominiert wurde. Mit „Der Rausch“ gewann er übrigens verdienterweise den Oscar für den besten Internationalen Film.

Aber warum geht es? Ist der Film einfach nur eine lustige Komödie, in der es ums Saufen geht? Mitnichten!

Die Prämisse des Films ist im Grunde genommen relativ simpel: ist unser Leben besser, wenn wir die ganze Zeit einen leichten Pegel haben? Der norwegische Psychiater, Psychotherapeut und Hochschullehrer Finn Skarderud stellte die These auf, dass Menschen mit einem konstanten Alkoholpegel von 0,5 Promille sowohl sozialer als auch geistig leistungsfähiger wären.

Vier Lehrer stellen sich in „Der Rausch“ dieser These und wagen ein folgenschweres Selbstexperiment.

„Der Rausch“ schafft es, weder den Konsum von Alkohol zu glorifizieren, obwohl man den Protagonisten den betrunkenen Spaß deutlich anmerkt, hebt aber auch nicht auf moralische Weise den Zeigefinger und verteufelt das Trinken. Er wandert auf einer feinen Linie genau dazwischen und zeigt mit ehrlichen Bildern, wie Rauschmittel die eigene, aber auch die fremde Wahrnehmung auf einen verändern. 

Was mir besonders gefallen hat, war die Art, wie der Film es schafft die verschiedenen Stufen des Rausches darzustellen. Jeder der schonmal ein paar durchzechte Nächte mit seinen Freund*innen verbracht hat, wird sich in so manchem Moment wiederfinden. Es ist nicht übertrieben wie in vielen amerikanischen Filmen, wenn es um die Darstellung von Alkohol oder Drogen geht, sondern stets nachvollziehbar. Abgesehen davon werden sowohl die geistigen, als auch körperlichen Auswirkungen klar gezeigt. 

Der Film schafft es auch visuell, diesen Grad an Betrunkenheit widerzuspiegeln. Da sind zum einen sehr klare, nüchterne und statisch gedrehte Szenen, aber umso mehr Alkohol fließt, desto verwackelter werden im späteren Verlauf die Bilder. 

Als Zuseher steuert man auf ein Finale zu, dass zwar irgendwie voraussehbar war und einen dann doch nachdenklich und überrascht zurücklässt. 

„Der Rausch“ schafft es, meisterhaft Komödie und Drama zu verbinden, und gewinnt sogar noch, wenn man ihn sich ein zweites (oder in meinem Fall) ein drittes Mal ansieht. Wer ihn im Kino verpasst hat, sollte sich nicht die Möglichkeit entgehen lassen, ihn zu Hause nachzuholen.


Wertung: 15/15 dpt

  • Titel: Der Rausch
  • Originaltitel: Druk
  • Produktionsland und -jahr: Dänemark, Schweden, Niederlande, 2021
  • Genre: Drama, Komödie
  • Erschienen: 22.01.2022
  • Spielzeit: 116 Minuten
  • Darsteller:
    Mads Mikkelsen, Thomas Bo Larsen, Magnus Millang, Lars Ranthe, Maria Bonnevie, Helene Reingaard Neumann, Susse Wold
  • Regie: Thomas Vinterberg
  • Drehbuch: Thomas Vinterberg
  • Sprachen/Ton:  D, E, Dän
  • Untertitel: D, E
  • FSK: 12


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