Weniger Bücher, mehr Neues. So lässt sich mein Jahr 2025 aus Booknerds-Perspektive vermutlich kurz und knapp zusammenfassen.
Aus verschiedenen Gründen hatte ich deutlich weniger Zeit zu lesen als im Jahr zuvor. Mit insgesamt 58 Büchern zähle ich aber wohl immer noch zu den Viel-Leser*innen. Natürlich waren darunter auch ein paar Highlights, die ich euch in diesem Beitrag weiter unten vorstellen möchte.
Da ich aber ein Fan von chronologischen Reihenfolgen bin, starten wir erstmal im März mit der Leipziger Buchmesse, die ich zum zweiten Mal mit Presseakkreditierung besuchen durfte. Und auch in 2025 war es mir ein Fest! Buchmessen zu besuchen, fühlt sich immer ein wenig an, wie nach Hause kommen – vor allem natürlich, weil sich alles um’s liebste Hobby dreht, aber auch weil man immer wieder nette Menschen trifft, die man durch dieses Hobby kennengelernt hat. Ganz besonders in Erinnerung geblieben ist mir die Blogger-Veranstaltung vom Leykam-Verlag – so herzlich und so ein großartiges Programm! Aber auch beim begleitend stattfindenden Festival „Leipzig liest!“ habe ich wieder einige tolle Events besuchen dürfen. Mehr erfahrt ihr darüber in meinem Rückblick zur Messe.

Im Juni hat sich in der Buchhandlung Neusser Straße in Köln ein Buchclub gegründet, der sich bis heute einmal im Monat trifft, um über das gemeinsam ausgewählte Buch zu sprechen. Mein erster „Real-Life-Buchclub“ war definitiv eine bereichernde Erfahrung und ich habe einige Bücher gelesen, die ich sonst wohl eher nicht ausgewählt hätte. Darunter z. B. „Schwebende Lasten“ von Annett Gröschner (nominiert für den deutschen Buchpreis) und „Das Geschenk des Meeres“ von Julia R. Kelly.
Ein weiterer toller analoger Treffpunkt in Köln ist der monatlich stattfindende Buchblogger-Stammtisch, der sich für mich in den letzten Jahren zu einem festen Termin gemausert hat. Auch die Silent-Reading-Party, organisiert vom Kiwispace-Verlag, war eine schöne Gelegenheit, andere Büchermenschen in freier Wildbahn zu erleben.
Im September durfte ich R. F. Kuang bei einer Lesung live erleben. Und auch wenn mir ihr aktuelles Buch „Katabasis“ nicht ganz so gut gefallen hat, hat mich diese Frau mit ihrer Präsenz, ihrem Intellekt und ihrer Herangehensweise an das Schreiben von Büchern stark beeindruckt.
Im Herbst habe ich außerdem endlich nochmal Theatervorstellungen besucht und war auch in der Oper. Ganz besonders zum Nachdenken angeregt hat mich die Inszenierung von „Prima Facie“. Suzie Miller hat sowohl das Buch geschrieben wie auch eine Ein-Personen-Inszenierung. Gespielt wurde es in Köln großartig im Theater im Bauturm von Sonja Baum. Ein Stück, das immer noch in mir nachhallt. Ab Januar gibt es auch wieder Vorstellungen in Köln – wer aus der Nähe kommt, sollte sich das nicht entgehen lassen! Nehmt euch aber besser eine nette Person zur Begleitung mit, ihr werdet danach definitiv Gesprächsbedarf haben.
Tatsächlich war mein 2025 mehr durch Begegnungen als durch eigene Lesezeit geprägt. Es fiel mir in diesem Jahr immer schwerer, noch einmal Bücher zu entdecken, die mich komplett umhauen. Sechs haben es dann trotzdem geschafft.
„Wenn wir lächeln“ von Mascha Unterlehberg zum Beispiel. Ein roher, stilistisch nicht ganz einfacher Coming-of-age-Roman, der mich völlig mitgerissen hat. Aber auch der Reread meines absoluten Kindheits-Lieblingsbuch „Mio, mein Mio“ hat mir ein weiteres Mal gezeigt, dass Astrid Lindgren nach wie vor zu den ganz großen gehört. Mit „Das Beste sind die Augen“ von Monika Kim habe ich einen Ausflug in den literarischen Horror gewagt – und es nicht bereut. Eher in Richtung Folk- und Fantasy-Horror geht „Slewfoot“ von Brom, das mich von Beginn an abholen konnte. Mit „Das Septemberhaus“ von Carissa Orlando habe ich ein Buch entdeckt, dass mir so gut gefallen hat, dass ich es auch nochmal verschenkt habe. Horror, der sich selbst nicht so ganz ernst nimmt und trotzdem nichts an Grusel verliert. Weniger gruselig, dafür aber mythologisch und folkloristisch wurde es mit dem Trilogie-Finale „Aufstand der Fabelwesen“ von Florian Schäfer und Elif Siebenpfeiffer. Ein fulminantes Ende für eine großartige Buchreihe! Einblicke in den zweiten Teil dieser Collected-Content-Novel findet ihr hier.
Ich habe in 2025 aber nicht nur gelesen, sondern auch Cozy Games für mich entdeckt! Ich hatte zu Videospielen nie wirklich einen Bezug, komme mit der Steuerung häufig nicht zurecht und bin sehr wählerisch was das Artwork der Spiele angeht. Mit „Tiny Bookshop“ von Neoludic Games, das auch den deutschen Entwicklerpreis gewonnen hat, habe ich aber DAS Spiel für mich gefunden. Knuffiges Design, einfache Steuerung per Point-and-Click und eine vollumfänglich heimelige Storyline. Und das Beste: Man eröffnet im Spiel seinen eigenen Buchladen und empfiehlt real existierende Bücher! Durch dieses Spiel habe ich mich dabei erwischt, dass ich lieber zocken als lesen wollte, was vorher unvorstellbar gewesen wäre.
Eine ähnliche Sogwirkung hatte „The Winter Burrow“ von Pina Creek Games auf mich. Vom Artdesign her hat mir das sogar noch besser gefallen. Wir spielen dort eine kleine Maus, die im tiefsten Winter ihren Bau reparieren muss und dabei auf alle möglichen anderen Waldbewohner trifft, die auch ihre Hilfe brauchen. Spannung kommt nicht nur durch die Bedrohung durch Kälte auf, sondern durch allerlei Gegner, die bekämpft werden müssen. Allerdings halten sich diese Kämpfe im Rahmen und waren auch für mich als ungeübte Spielerin zu bewältigen.
Auch wenn ich mich nächstes Jahr weiterhin mit Spielen beschäftigen werde, wird es hier von mir weiterhin hauptsächlich buchige Artikel geben. Ich taste mich zwar gerade ans Gaming heran, aber davon, eine sinnige Rezension schreiben zu können, bin ich noch weit entfernt.
In diesem Sinne wünsche ich ein großartige Lesejahr! Meine Bücherliste steht und ich freue mich schon wieder neue Welten zu entdecken!








Schöner Jahresrückblick! Was das Zocken betrifft, geht es mir ähnlich – ich hatte bisher nie großartiges Interesse, bin aber irgendwie nun doch dazu gekommen und habe Cozy Games für mich entdeckt. Mit „Tiny Bookshop“ liebäugle ich schon seit längerem, werde es mir aber nach deiner Rezension jetzt definitiv anschauen! 😊
Oh, wie schön, das freut mich! 🙂 Ich wünsche dir ganz viel Spaß mit dem Spiel, es ist wirklich toll!