Mein Jahresrückblick 2025 – Jochen König

Same procedure as last year. And the years before: Autokraten, reaktionäre Dummheit, Faschismus, Meinungen statt Fakten – es braucht eigentlich kein „Evil Dead“-Franchise, das Übel pflanzt sich weiter fort, schafft es das Gute (gerade in der Politik) zu diskreditieren und dann sein schattiges Haupt zu erheben, um die eigene Widerlichkeit als Erfolg zu feiern. Bestandsaufnahme (mit Silvester als bestem Beispiel): Wir lassen uns das Böllern nicht verbieten. Angeblich ohne bemerken zu wollen, dass es die Welt ist, die gerade explodiert.


Zu den öffentlichen Desastern gesellten sich dann 2025 noch persönliche Konfrontationen mit der Endlichkeit. Fahrten durch die Nacht mit ungewissem Ausgang, metaphorisch wie real. Alles endet, alles verändert sich. Und natürlich verabschieden sich mit zunehmenden Jahren auch die (pop)kulturellen Wegbegleiter, die Impulsgeber, kreativen Bereicherungen, Menschen, die einen ideell, wenn nicht sogar persönlich über Jahrzehnte begleitet haben. Mein Nekrolog beschränkt sich auf wenige, mir besonders wichtige Namen, ansonsten würde das hier Ausmaße von „Krieg und Frieden“ annehmen. Was allerdings irgendwie auch passend wäre.


Bereits im Januar starben mit David Lynch und Marianne Faithfull zwei Kulturschaffende, die mich über Dekaden geprägt haben. Lynch vom ersten Artikel im „Sounds“ und dem anschließenden Besuch von „Eraserhead“ an, Marianne Faithful mit „Broken English“ und besonders im Verbund mit Mark isham und Alan Rudolph. „Trouble In Mind“, der Signature-Sound zu einem tollen Film, der leider unterm Radar durchsegelt. Seit Jahren.

Zu David Lynchs (literarischem) Schaffen habe ich mich ausführlich auf diesen Seiten geäußert, speziell zu „Twin Peaks“ an anderer Stelle. Das findet ihr bei Interesse schon.

There is a sadness in this world, for we are ignorant of many things. Yes, we are ignorant of many beautiful things — things like the truth. So sadness, in our ignorance, is very real. The tears are real. […] Then the day when the sadness comes — then we ask: „Will this sadness which makes me cry — will this sadness that makes me cry my heart out — will it ever end?“ The answer, of course, is yes. One day the sadness will end.“ Die Log Lady, „Twin Peaks“, 1.04


Im Juni ging Sly Stone, der Soul- und Funk-Magier, der nicht nur Prince eine Blaupause lieferte und später in der Versenkung verschwand, verarmt, aber nie vergessen. Ganz nahe dran, aber mit 51 wesentlich jünger, folgte ihm im November D’Angelo. Falls es ein Leben im Jenseits gibt, wären Sly Stone, D’Angelo und Prince ein Wahnsinnstrio.


Musikalisch ebenso schmerzlich vermissen werde ich David Ball, die instrumentale SOFT CELL-Hälfte und natürlich Ozzy Osbourne. Bereits im Gedenken an selige „Mister Hit“-Zeiten, die für mich mit „Sabbath, Bloody Sabbath“ begannen und das weithin nicht besonders beliebte „Never Say Die!“ partytauglich machten. Das schafften wir auch mit „Bloody Well Right“ und „Dreamer“ von SUPERTRAMPS vielleicht bestem Album, „Crime Of The Century“. Entdeckt bei der großen Schwester eines Freundes (gemeinsam mit „Tales Of Mystery Imagination – Edgar Allan Poe“ vom ALAN PARSONS PROJECT. Ein Muss für mich als Poe-Fan), gleich geliebt, mehr noch, als die signifikante Klavierlinie des Titellieds zum zentralen Thema einer kurzlebigen Serie über die Geschehnisse in einem deutschen Jugendknast wurde („Block 7 – Jugendliche im Strafvollzug“, 1976). Rick Davies, der Sänger und Keyboarder der Band gehört leider auch zu den Toten des Jahres.

Ebenso seine proggigen Kollegen Dave Cousins (STRAWBS, für mich „Hero And Heroine), Mike Ratledge (SOFT MACHINE) und John Lodge. „Nights In White Satin“ haben Tanzschule und Partys geprägt, ganz eng. Irgendwann kam ich zu dem Schluss, dass ich die MOODY BLUES komplett brauche. Es gibt Sachen, durch die muss man durch. Weil man es will. Dr. Livingston, I presume.

Mit Daniel Woodrell starb ein geschätzter Autor, den ich persönlich kennenlernen durfte, und dessen bescheidene, freundliche Art ich sehr mochte. Woodrell war begeistert und ein bisschen verwundert, dass wir seine Bücher hier in Deutschland sehr gern lasen. Es war die Zeit von „Winter’s Bone“ und Daniel Woodrell hatte den damit verbundenen Ruhm hochverdient.


Udo Kier wiederum war ein Schauspieler ganz besonderer Art. Egal, ob er Jim Morrison oder einen somnambulen Vampir verkörperte, Kier war immer etwas besonderes, eine echte Kultfigur. Er schaffte es sogar, lausige Filme sehenswert zu machen.

Und dann ist da noch Chris Rea, ein Musiker, der mich über viele Jahre begleitete. Er verstarb im späten Dezember nach langem Leidensweg im Alter von 74 Jahren.

1994 wurde bei ihm Bauchspeicheldrüsenkrebs diagnostiziert, eine hoch aggressive Variante. Er überlebte, nach aufreibenden Therapien, Operationen und langen Krankenhausaufenthalten.
2016 erlitt er einen Schlaganfall, überstand auch das, verlor zeitweise Sprache und die Fähigkeit Gitarre zu spielen. Aber er kämpfte sich zurück und gab nach längerer Rekonvaleszenz sogar wieder Konzerte. In den letzten Jahrzehnten, hauptsächlich seiner großen Leidenschaft, dem Blues gewidmet. Das gleiche galt für seine Veröffentlichungen, Rea scherte sich nicht mehr um Erwartungshaltungen, sondern spielte und lebte den Blues.

Dabei würde ich seine Rock-,Popstar-Zeit vor der Erkrankung nicht unterschätzen. Ich beschäftigte mich erstmals intensiv mit Chris Rea, als eine sehr coole Studienfreundin (die ihr Studium früh abbrach, um Schneiderin im hohen Norden zu werden und mir das Soloschaffen Rupert Hines nahebrachte. Allein dafür bin ich ihr äußerst dankbar) Reas Stimme mit der von John Cale verglich, einem meiner musikalischen Heroen nicxht nur zur damaligen Zeit. Und ich musste ihr recht geben. Nicht musikalisch, aber von der Tonlage war da was dran.

Es war die Zeit von „Benny Santini“, „Deltics“, „Tennis“ und dem selbst betitelten vierten Album, noch vor den Charterfolgen „Josephine“ und „Driving Home For Christmas“. Knarziger Rock-Pop, gefühlvoll wie bluesverliebt. Das wurde nachher glatter, aber größtenteils nicht unbedingt schlechter. „Josephine“ ist eine anrührende Ballade, „Driving Home For Christmas“ eine unpeinliche Weihnachtsschnulze, die man Jahr für Jahr durchaus wieder ausgraben und hören kann. Gut, sein wahrscheinlich bekanntester Track „Fool (If You Think It‘s Over)“ ist bei weitem nicht sein bester, aber es gibt erheblich schlimmeres.

„On The Beach“ hingegen ist einer der lässigsten gefühligen Sommer-Songs aller Zeiten (getoppt noch von „Looking For The Summer“) und „The Road To Hell“ ist ein Highway, den man mit brennenden Reifen befahren kann– ohne je das Gaspedal durchdrücken zu müssen. So wurde Rea zum verlässlichen Begleiter in allen möglichen Gemüts- und Lebenslagen. Egal, dass es manchmal arg kitschig wurde, Chris Rea wusste wie man Gefühle und Hirn eindrücklich triggern konnte.

Seinen stellenweise ausufernden Blues-Exkursionen bin ich dann nicht mehr konsequent gefolgt, aber wenn man das Genre schätzt, ist die Beschäftigung mit dem Spätwerk auch ein wohltuender Quell der Freude. Kurzum, ein Musiker, den ich sehr vermissen werde. Aber glücklicherweise bleibt das, was ist.

Soft top, hard shoulder
See me come-down that line
I can’t stop too much older now
Let it run in overtime
Run till it breaks up
Overheats and explodes
Pick up what’s left of me
Leave the rest of it way down that road

„Soft Top, Hard Shoulder” von „God’s Great Banana Skin” (1992), noch eine gut abgehangene Hymne über die Endlichkeit.


Es fehlen noch so viele und werden es in Zukunft, die das Leben lebenswerter gemacht haben. Während andere Gestaltwandler, ohne die die Erde besser dran wäre, weiter auf ihr wandeln dürfen. Ein Thema, das einer der besten Filme des Jahres ebenfalls streifte.


„Sinners“ zu deutsch „Blood & Sinners“ (nee, ist klar) ist witzig, spannend, blutig und eminent politisch. Handelt nicht nur von der Kraft der Musik, sondern weiß dies auch in atemberaubend faszinierende Bilder umzusetzen. Nicht nur die Cluberöffnungsszene mit Musik als Zeitmaschine gehört zum besten, was das Kino des einundzwanzigsten Jahrhunderts zu bieten hat.


Insgesamt bot gerade das (erweiterte) Horrorgenre Highlights eines nicht gerade berauschenden Kinojahres, das hierzulande zuschauermäßig vom jämmerlichen „Kanu des Manitu“ angeführt wurde. Altbacken, kümmerlich und immens erfolgreich. Vielleicht gerade deswegen? Schon vergessen.

Im Gegensatz zum schmerzhaften „Bring Her Back“, dieser finsteren Phantasmagorie über Verlust und jene fatale Sehnsucht, die sich über Moral und Ethik hinwegsetzt. Stark auch die, im finalen Akt überbordende, Horror-Groteske „Weapons“, die sich vom düsteren Paranoia-Thriller zur bizarren Reflektion über die Angst vor Fremdsteuerung und dem Altern wandelt, und dabei locker Genregrenzen sprengt. Und mit Amy Madigan als surreal geschminkter Antagonistin glänzt.


Ebenfalls ein visuelles Fest war Robert Eggers „Nosferatu“-Version, mit der sich Eggers erneut als einer der interessantesten Filmemacher der Gegenwart erweist. Sperriges Grand Guignol-Kino über Liebe, Entfremdung und die vergebliche Suche nach Sicherheit, die sich nicht einmal im Tod finden lässt. Zwar am am ersten Weihnachtstag 2024 im Kino gestartet, aber das sehen wir nicht so eng.


„Warfare“ setzt auf Körperkontakt der rabiaten Art. Alex Garland und sein Co-Regisseur Ray Mendoza, der beim gezeigten Häuserkampf im Irak mit dabei war, dekonstruieren Kriegslüsternheit indem sie sich mitten ins Geschehen begeben. Die Kamera ist auf Höhe der Protagonisten, deren Gesichter sich im Staub vermischen. Anspannung, Gewaltausbrüche, meist ohne konkretes Ziel, Tod, Zerstörung, Schreie, Hektik, keine Erklärung, nirgendwo. Intensives Körperkino, das „show, don’t tell“ verinnerlicht hat. Kein Soundtrack, nur Geräusche, verstörende Klänge. Am Anfang steht das sexistische Video von Eric Prydz‘ „Call On Me“ und sich dazu wiegende Soldaten, am Ende LOWs „Dancing In Blood“, zerstörte Seelen und Veteranen im Rollstuhl. Eindrücklich.


Potenzielle Kandidaten für eine lobende Erwähnung warten noch auf Sichtung. Zu „One Battle After Another“, und „In die Sonne schauen“ bin ich noch nicht gekommen. Wird aber.


Literarisch war mein Jahr, teilweise den äußeren Umständen geschuldet, von karger Ausbeute. Unter den aktuellen Erscheinungen waren unter anderem Mariana Travacios wortkarge, punktgenau treffende, phantastische Rachegeschichte der ganz eigenen Art, „Ein Mann namens Loprete“, zu dem ich das Nachwort beisteuern durfte, Willi Achtens tieftrauriges „Die Einmaligkeit des Lebens, das dank seines Facettenreichtums und seiner Innigkeit, nicht dem Tod, sondern dem Leben seine Wertschätzung erweist und Mechtild Borrmanns wieder einmal lohnenswerte Beschäftigung mit der deutschen Vergangenheit „Lebensbande“, Höhepunkte.


Auf ganz andere Art gilt das auch für die Hommage an POPOL VUH und deren Mastermind Florian Fricke von Michael Joseph und Michael Fuchs-Gamböck. Trotz kleiner Schwächen im Formalen, ein wichtiges Stück popkulturelle Erinnerungskultur.


Ganz besonders gefreut hat mich der persönliche Kontakt mit Helmut Wenske, eine der künstlerischen Ikonen meiner Jugendzeit. Seine Bilder (als Poster, fürs echte Material hätte das Taschengeld nicht gereicht) zierten die Wände meines Zimmers, Alben mit seinen Covern befanden sich im Plattenregal. Dank der Rezension der vorzüglichen Quasi-Autobiographie begab es sich, dass der Maler, Autor, Musiker und zünftige Rocker mir einiges über Indo-Rock, seine Begegnungen mit Martin Compart und Hanau als wildes Auge im Zentrum eines Teils der Rockmusik erzählte. Nur echt in breitem hessisch. Fast 86 und immer noch auf dem walk on the wild side.


Ansonsten ist mir endlich gelungen, die beiden auf Deutsch erschienenen Romane S. Craig Zahlers zu lesen („Wie Schatten über totem Land“ und „Die Toten der North Ganson Street“). Der Mann kann nicht nur rohe, dunkel glimmende Filme inszenieren, sondern auch Bücher schreiben. Über die es früher geheißen hätte: „Lektüre wie ein Schlag in die Magengrube“.


Während Film- und Literaturausbeute überschaubar blieben, herrschte in der Musik Konjunktur. Okay, Rock ist vielleicht nicht tot, aber er müffelt (mal wieder). Mit den hochgelobten GEESE konnte ich wenig anfangen, auch das Soloschaffen des Frontmanns Cameron Winter ist nicht so meins, der exaltierte Yungblud (oder wie Monty Python sagen würden: „So much for Pathos!“) auch nicht, die meisten Bands mit Hang zu Retrosounds gehen mir am Allerwertesten vorbei. LED ZEPPELIN ist nicht der Nabel der rockmusikalischen Welt.


Mit WET LEG, den SPRINTS oder HEARTWORMS sieht das anders aus. Die weiträumig verlaufenden Weg des Post Punk scheinen doch eher meine musikalischen Pfade zu sein. Der Neo Soul von Curtis Harding dito. Besäße Harding einen Fluss mit Biegung, würde ich mir wünschen, mein Herz wäre dort begraben. Neben dem von Michael Kiwanuka.


Wenn zum Rock noch die Art kommt, bin ich ebenfalls dabei. Steven Wilson hat ABBA ein wenig den Rücken gekehrt und mit „TH5 OV5RVI5W“ früh im Jahr ein flirrendes Highlight geschaffen. Später gesellten sich SMALLTAPE mit „Tangram“ dazu, diesem betörenden Album, dass sich am Rande der Dunkelheit entlanghangelt, voller Brüche und Momenten des Innehaltens. Ebenso LUNATIC SOUL mit dem Doppelalbum „The World Under Unsun“, einer atmosphärischen Wanderung zwischen verhangenen Ambient-Sounds und Prog. Ziehe ich RIVERSIDE mittlerweile sogar ein bisschen vor, obwohl deren Live-Album „ID“ ebenfalls von großer Klasse ist. Gilt auch für das so getragene wie ergreifende „Pastoral“ von POOR GENETIC MATERIAL und GAZPACHOS spät im Jahr erschienenen „magic 8-ball“. Denen gehört auch eine Flussbiegung.


Tristan Brusch versöhnt mit deutschsprachiger Musik, klugen, wehmütigen, anrührenden Texten, kennt hörbar Twin Peaks und hat keine Angst vor Melodramen. „Am Anfang“ ist großes musikalisches Kino für Herzensangelegenheiten. Das können auch BLOOD ORANGE mit „Essex Honey“. Liebe und Tod als Begleiter auf dem Sprung. Dämmrig schleichend und voller tiefer Empfindungen, die britische Variante des Neo Noir.
Doch ganz vorne thront die weibliche Kreativabteilung. WET LEG mit ihren aufrührerischen, aufgekratzten Hymnen hatten wir ja schon erwähnt, formidabel waren auch Rosalía mit „Lux“ (die experimentelle Oper macht einen Ausflug in den Berghain), Sophia Kennedy mit dem herausfordernden wie bezaubernden Pop „Squeeze me“. Top of my dark Pops ist indes Anna von Hausswolffs „Iconoclasts“. Die Orgel ist wieder dabei, doch da gibt es soviel mehr zu entdecken. Heilvolle Musik in heillosen Zeiten. Und als Gaststar rumort Iggy Pop wie ein Wiedergänger Johnny Cashs. Love it or leave it.


Das zu Herzen gehendste Album hat Jenny Hval mit „Iris Silver Mist“ geschaffen. Was für ein Opener! Ganz vorne in meiner Playlist sind noch THE DIVINE COMEDY, BIG THIEF, FLORENCE & THE MACHINE (wenn es die ganz opulente Kalorienbombe sein soll) und der fabulöse Soundtrack Ludwig Göranssons zu „Sinners“.


Meine Entdeckung des Jahres ist allerdings Eleanor McAvoy. Das letzte Album „Gimme Some Lovin‘“ ist zwar von 2021, da ich die Musikerin aus unerfindlichen Gründen erst 2025 für mich entdeckt habe, geht das natürlich durch. Musik für Herz und Seele. Braucht man.


Was ebenfalls auffällt sind die Anstrengungen der Musikindustrie, uns alten Säcken mit noch älterer Musik das Geldaus der Tasche zu ziehen. Nicht nur werden die Konzertsäle und Clubs von unzähligen Tribute-Bands geflutet (Von den BEATLES, Über Simon & Garfunkel, mehrfach GENESIS und PINK FLOYD bis PEARL JAM. Komisch, ich dachte, die letzte Band gäbe es noch?), auch hat jedes Jahr ein anderes Album irgendein anniversary, aufgrund dessen Reissues veröffentlicht werden müssen. Oder einfach nur so. Am liebsten Boxen, umfangreich und teuer. 2025 waren (mal wieder) PINK FLOYDs „Wish You Were Here“ und GENESIS’ „The Lamb Lies Down On Broadway” dran. Passend zum Fünfzigsten.


Klar bin ich schwach geworden: Peter Hammills „The Charisma & Virgin Recordings 1971 – 1986“ konnte ich mir nicht entgehen lassen, ebenso wenig Frank Zappas „Cheaper Than Cheap“ . Hammill wartet remastered, mit Dolby-Abmischungen, zusätzlichen Konzertmitschnitten und einem opulenten Begleitbuch auf, Zappa hat einen exzellent aufbereiteten Soundtrack auf zwei CDs spendiert bekommen, plus den dazugehörenden Film in Dolby auf BluRay. Das klingt fantastisch und kein bisschen überaltert. Wir wissen halt, was gut ist.


Ihr könnt euer Geld auch für Bruce Springsteen ausgeben, gleich zweifach, für eine erweiterte „Nebraska“-Version oder das „Tracks II: the Lost Albums“-Sammelsurium oder noch weiter in der Zeit zurückgehen mit der Jimi Hendrix Experience und dem „Bold As Love“-Konvolut. JETHRO TULL wurden mit der fair bepreisten „Still Living in the Past -Deluxe Box Set edition“ bedacht, TANGERINE DREAM mit der Veröffentlichung „From Virgin To Quantum Years“ (3CD + Blu-ray Earbook) und einer Box zum fünfzigsten „Rubycon“-Jubiläum. Nicht nur hier gibt es die Möglichkeit viel Geld in Umlauf zu bringen. Interessant in Zeiten, in denen Tonträger angeblich aussterben.


Wieder nur ein Bruchteil dessen, was im letzten Jahr los war. Während die Kino- und Literaturauswertung eher mau war, aus unterschiedlichen Gründen, war die Musik stets ein verlässlicher Begleiter. Egal, ob alt ob neu, ob daheim oder bei nächtlichen Fahrten mit ungewissen Ausgang. „Sinners“ gibt in der schönsten Sequenz des Filmjahres Auskunft darüber, warum das so ist.

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