Jenny Valentine – Kaputte Suppe (Buch)

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Jenny Valentine - Kaputte Suppe (Buch)

London. Die Teenagerin Rowan regelt seit dem Tod ihres Bruders Jack das Familienleben und den Haushalt alleine. Sie erledigt die Einkäufe, kümmert sich um ihre kleine, fast sechsjährige Schwester Stroma sowie um die Mutter, die seit Jacks Tod nur noch ein vor sich hin vegetierendes, depressives Etwas ist. Der längst nicht mehr bei der Familie lebende Vater kümmert sich nur noch gelegentlich um die Kinder, und Rowan möchte auch nicht, dass er sich allzu sehr in das Zusammenleben von Stroma, Mutter und ihr einmischt.

Bei einem der zahlreichen Einkäufe für die Familie steht sie im Laden in der Kassenschlange, als ihr ein unbekannter, charmanter junger Mann ein Negativ zusteckt, von welchem er behauptet, sie habe es fallen gelassen. Was ja so nicht stimmt. Sprachlos steckt sie es ein, und der Unbekannte verschwindet im Menschengewirr. Ihr lässt das Negativ keine Ruhe, ebenso fragt sie sich, was der Typ von ihr wollte, und so versucht sie, genau das Stück für Stück herauszufinden.

Was sie nicht wusste: Die etwa gleichaltrige Bee, die dieselbe Schule wie Rowan besucht, hat die Sache mit dem Negativ beobachtet, und so entwickelt sich eine Freundschaft zwischen den beiden und Bees mutterloser Familie. Ein Ereignis löst das nächste aus, und es spinnen sich Fäden, von denen keiner erwartet hätte, dass sich zwischen ihnen überhaupt Verbindungspunkte befanden – letztendlich wird Rowans Leben ein irrsinniger Tornado aus Liebe, Trauer, Aussichtslosigkeit und Hoffnung, die Schere der gegensätzlichen Gefühle geht immer weiter auseinander, schnappt wieder zusammen, auf, zu, auf, zu.

Die britische Jugendbuchautorin hat mit “Kaputte Suppe” einen bewegenden, rührenden, herzzereißenden und vor allem wunderschönen und liebevollen Roman veröffentlicht, der weit über die Definition “Jugendbuch” hinausgeht. Vielmehr ist das zweite ihrer bislang sechs Werke eine schonungslose Geschichte, mitten aus dem Leben, gefühlsecht und ganz nah am Leser, welchem das Herz bei der Lektüre eigentlich nur aufgehen kann, außer er ist emotional abgestumpft.

Selbst dem Rezensionsschreiber steckt beim Versuch, “Kaputte Suppe” in Worte zu Fassen, zum wiederholten Mal ein Kloß im Hals. Somit lest ihr hier eine Besprechung, die im Grunde nichts weiter als ein Ringen nach Worten ist, nach all diesen überwältigenden 199 Seiten…

Cover © dtv/Reihe Hanser

  • Autor: Jenny Valentine
  • Titel: Kaputte Suppe
  • Originaltitel: Broken Soup
  • Übersetzer: Klaus Fritz
  • Verlag: dtv/Reihe Hanser
  • Erschienen: 2010 (Zweite Auflage ab Januar 2013)
  • Einband: Taschenbuch
  • Seiten: 208
  • ISBN: 978-3-423-62522-7

Wertung: 12/15 dpt

(Dieser Artikel erschien ursprünglich in noisyNeighbours #37 und wurde vom Autor überarbeitet. Vielen Dank an dieser Stelle für die Gestattung der Artikelübernahme!)

 


Über den Autor

Chris Popp


Chris’ Nerd-Schreibtisch

1974 in Mannheim geboren, in Heidelberg aufgewachsen, lebt nach 16 Jahren in der nordhessischen Provinz vor Kassel seit 2017 in Berlin. Seine Frau hält es seit 2001 mit ihm aus. Booknerd, Hörbuchnerd, Computernerd, Filmnerd, Seriennerd, Kaffeenerd, Foodnerd, Königsbergerklopsenerd. Meidet belanglosen Smalltalk und schätzt tiefgründige Gespräche. Nachteule. Freundlicher Teilzeitselektivmisanthrop.
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Jenny Valentine – Kaputte Suppe (Buch)

von Chris Popp Artikel-Lesezeit: ca. 2 min
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