EUReKA – Die geheime Stadt – Staffel 5 (Serie, 5DVD)

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EUReKA - Die geheime Stadt - Staffel 5 Cover © Universal Pictures Home EntertainmentNachdem das Team in Staffel vier mit dem Raumschiff Astraeus die Erde verließ beziehungsweise vorzeitig durch eine Fremdübernahme des Computersystems startete, sollte es in Richtung des Saturn-Mondes Titan gehen, doch es wurde in Unklaren gelassen, ob die Besatzung überhaupt überlebt hat. Mit dieser finalen Staffel löst sich diese offene Frage, denn nach vier Jahren kehrt die Astraeus wieder auf den blauen Planeten zurück. Doch Fargo und Co. finden die Stadt komplett modifiziert vor, ebenso haben sich die persönlichen Situationen einzelner Figuren teilweise dramatisch verändert. Sie sind in einer virtuellen Welt gefangen, aus der sie wieder entkommen müssen. Nun muss geklärt werden: Wie konnte das geschehen? Und wer steckt dahinter? Fortan wird im echten und im künstlichen Eureka geforscht – was wie erwartet kaum ohne Pannen oder anfangs unerklärliche Zwischenfälle geschieht.

Das speziell von der US-Regierung für Forschungszwecke erschaffene Städchen in den nordwestlichen USA, irgendwo in Oregon, sieht sich zudem einmal mehr mit Phänomenen konfrontiert, welche mal schlichtweg merkwürdig sind, oftmals allerdings gefährlich oder gar tödlich für die Anwesenden, die unmittelbare Umgebung oder gar die gesamte Weltbevölkerung werden könnten, falls sich die Wissenschaftler nicht schleunigst etwas einfallen lassen, um das Unheil abzuwenden. Hierbei ist nicht nur das Genie von Zane, Fargo und den anderen Wissenschaftlern gefragt, sondern das Durchgreifen des technisch eher weniger kompetenten und eher oldschool agierenden US-Marshals Jack Carter, der nicht selten für Chaos in der Ordnung sorgt, aber letztendlich doch wieder Ordnung ins Chaos bringt.

Die Serien-Nerds werden es bereits wissen: Die fünfte „EUReKA“-Staffel ist gleichzeitig die letzte. Schade eigentlich, denn die Serie wusste von Anfang an durch ihre Skurrilität, ihre Schrägheit und ihre besondere Art des Humors zu überzeugen, und das spiegelte sich auch im Erfolg wider. Besonders stark sind – wie bei den meisten Syfy-Serien – die Charaktere, die allesamt auf ihre Weise liebenswert geworden sind. Sei es Jack Carter durch seine mal überambitionierte, mal vertrottelte Art, Fargo als Geek mit Herz, der eitle und sehr von sich selbst überzeugte Zane, die Toughe Jo oder wer auch immer – der herrlich heterogene Gesamtmix hat einen speziellen Reiz, dem man sich nur schwer entziehen kann.

Sympathisch ist, dass inmitten all der Action, der Effekte und der köstlich unrealistischen Ereignisse stets ein augenzwinkernder Unterton mitschwingt, und hier und dort werden immer unterhaltsame Hommagen sowie satirisch angehauchte Querverweise zu anderen Science-Fiction-Serien und -Filmen angestellt, sodass man immer wieder mindestens zum Grinsen verleitet wird. In dieser Serie schien alles erlaubt, und offensichtlich arbeiteten sowohl Crew als auch Cast nach genau jenem Motto. Doch nicht nur die komödiantischen und phantasiebeflügelten Teile von „EUReKA“ sind Qualitätsmerkmale, sondern auch die reine Menschelei. Lustig hierbei: Es geht dem Zuschauer einerseits das Herz auf, andererseits wohnt den Szenen oftmals ein derart starker Hang zum Kitsch inne, dass man sein Gesicht hinter den leicht gespreizten Fingern verstecken möchte – doch selbst dann lebt die Serie noch von einem solchen Charme, dass man letztendlich lächelnd auch diese cineastische Zuckerwatte verputzt. Es gehört einfach dazu.

Natürlich könnte man bemängeln, dass die Staffel gelegentlich etwas zu procedurallastig geworden ist, doch nüchtern betrachtet besitzt doch beinahe jede Serie ihr gänzlich eigenes Strickmuster – und es ist beileibe nicht so, dass jede Episode in sich abgeschlossen ist. Sicherlich gibt es Fälle, die sich zum Ende der jeweiligen Folge auflösen, doch ebenso finden sich Handlungsstränge, die sich über mehrere Episoden ziehen oder gar die gesamte Staffel andauern. Insgesamt wurde klar vernehmbar viel Mühe, viel Detailverliebtheit und Verspieltheit, vor allem aber Herzblut investiert – alles in seiner Gesamtheit ist ein idealistischer roder Faden, der reißfest von Anfang bis Ende gespannt ist. Mit der finalen Folge hat man obendrein ein würdiges Ende erschaffen, das einerseits wirklich eine Art Schlussstrich zieht, andererseits dennoch einen Mini-Cliffhanger beinhaltet, der allerdings eher eine Interpretation des Schlusses offenlässt und keinesfalls frustrierend wirkt.

Neben den dreizehn regulären Episoden hat man – als eröffnende Episode! – eine wunderbar bekloppte Weihnachtsfolge auf die runde Scheibe gebannt, bei der man sich fragen dürfte, was den Machern denn da heimlich in Speis und Trank gemischt wurde, denn hier wurde von allem wunderbar „too much of everything“ in den Topf geworfen. Auch die Extras sind weitestgehend unterhaltsam – so gibt es zu einigen Folgen noch erweiterte und entfallene Szenen zu sehen, zur Folge „Körpertausch“ gibt es noch ein kleines Featurette namens „Anatomy Of An Episode“, beim Gag Reel wird der Zuschauer von den Lachflashs der Schauspieler angesteckt, und dann bekommt Carters Jeep Carl noch einmal besondere Beachtung geschenkt. Rührend wird es, als die Schauspieler in „A Fond Farewell“ allesamt noch einmal ein paar abschließende Worte finden und so manch einer dabei den Tränen nahe ist. Ebenso herzlich ist auch das Musikvideo eines jungen weiblichen Fans, der mit „This Song Is On The House“ einen ehrenden Song über die Serie geschrieben hat.

Den Schöpfern, Schauspielern und allen an der Serie Beteiligten kann man letztendlich für fünf Staffeln toller, vielschichtiger und vor allem erfrischender Unterhaltung danken – „EUReKA“ ist eine Serie, an die man sich gerne erinnern wird und könnte bald gar eine Serie sein, auf die man in einigen Jahren vielleicht sogar als einflussgebende Referenz verweisen wird.

Eine Frage beschäftigt den Rezensenten allerdings: Wieso um alles in der Welt hat man für Wil Wheaton (als Isaac Parrish) in der deutschen Synchronisation Santiago Ziesmer, den Sprecher von Spongebob, ausgewählt? Es gibt kaum etwas, das mehr irritiert.

Cover © Universal Pictures Home Entertainment

 

  • Titel: EUReKA – Die geheime Stadt
  • Originaltitel: EUReKA
  • Staffel: 5
  • Episoden: 13 + Weihnachts-Episode
  • Produktionsland und -jahr: USA, 2012
  • Genre:
    Science-Fiction, Drama, Komödie
  • Erschienen: 06.09.2013
  • Label: Universal Pictures Home Entertainment
  • Spielzeit:
    579 Minuten auf 5 DVDs
  • Darsteller:
    Colin Ferguson
    Sally Richardson-Whitfield
    Joe Morton
    Jordan Hinson
    Erica Cerra
    Neil Grayston
    Niall Matter
    Chris Gauthier
    Trevor Jackson
    Wil Wheaton
    Felicia Day
  • Regie: Matthew Hastings
  • Produktion: Andrew Cosby
  • Extras:
    Entfallene Szenen
    Erweiterte Szenen
    Anatomy Of An Episode: „Jack Of All Trades“
    Gag Reel
    Ode To Carl The Jeep
    „This Song Is On The House“
    A Fond Farewell
    Audiokommentar „Just Another Day“
  • Technische Details (DVD)
    Video: 1,78:1 Widescreen
    Audio:
    Deutsch, Englisch (5.1 DD)
    Untertitel:
    Deutsch, Englisch
  • FSK: 12
  • Sonstige Informationen:
    Produktseite auf Universal Pictures Home Entertainment

 

Wertung: 12/15 dpt


Über den Autor

Chris Popp


Chris‘ Nerd-Schreibtisch

1974 in Mannheim geboren, in Heidelberg aufgewachsen, lebt nach 16 Jahren in der nordhessischen Provinz vor Kassel seit 2017 in Berlin. Seine Frau hält es seit 2001 mit ihm aus. Booknerd, Hörbuchnerd, Computernerd, Filmnerd, Seriennerd, Kaffeenerd, Foodnerd, Königsbergerklopsenerd. Meidet belanglosen Smalltalk und schätzt tiefgründige Gespräche. Nachteule. Freundlicher Teilzeitselektivmisanthrop.
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von Chris Popp Artikel-Lesezeit: ca. 4 min
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