Matthew J. Kirby – An Assassin’s Creed Series. Last Descendants. Aufstand in New York (Buch)

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Matthew J. Kirby - Assassin's Creed: Last Descendants Cover © S. Fischer VerlageEin „Assassin’s Creed“-Roman, der nicht im Panini Verlag erscheint? Was ist denn da los? Das ist der Gedankengang, der einem Fan der Videospielreihe und den dazugehörigen Büchern durch den Kopf schießt. Denn bislang sind die Übersetzungen der Romane eben nur bei Panini veröffentlicht worden.

„Last Descendants: Aufstand in New York“ durchbricht die Regel, da der Band im Fischer-Verlag veröffentlicht wird. Es handelt sich dabei um die Übersetzung einer Jugendbuchreihe, von der der zweite Band im Dezember letzten Jahres herausgekommen ist und Ende April hierzulande erhältlich sein wird. Geschrieben wird die Reihe von Matthew J. Kirby, einem Autor, der überwiegend Kinder- und Jugendbücher schreibt. Dies ist sein Deutschlanddebüt.

Seit Owens Vater verhaftet wurde, weil er angeblich einen Raubüberfall begangen hat, wünscht er sich nichts sehnlicher, als seinen Elternteil posthum zu entlasten. Eines Tages lernt er Monroe kennen, der ihm und seinem Freund Javier den Animus präsentiert. Und schon bald wird er gemeinsam mit seinem besten Kumpel und anderen Jugendlichen in den Konflikt zwischen Assassinen und Templern hineingezogen. Das Schaufeld? Das New York des Jahres 1863, als es zu einem Aufstand in der Stadt kommt, bei dem die unterschiedlichen Gruppierungen im Hintergrund aktiv sind.

Es stellt sich die Frage, was Matthew J. Kirby diesem Konflikt zwischen den verschiedenen Parteien alles neu abgewinnen kann? Schließlich wurde der Krieg zwischen Assassinen und Templern schon in zig Variationen erzählt. Und große Fortschritte werden, wenn überhaupt, nicht in den Romanen präsentiert, sondern in den Videospielen.

Der große Unterschied ist zunächst einmal, dass die Hauptfiguren Jugendliche sind. Das mag selbstverständlich klingen, doch in diesem Fall bedeutet es, dass diese Menschen emotionaler reagieren. Das zeigt sich besonders bei Owen, der immer noch zu seinem verstorbenen Vater steht, obwohl dieser von allen als Straftäter abgestempelt wurde. Das Bemühen, den Namen reinzuwaschen, bestimmt dabei die Bestrebungen dieses Charakters.

Ebenso die Unsicherheit, was seine Freundschaft zu Javier angeht. Dieser hängt zu Beginn des Buches mit anderen Leuten ab, die zunächst verhindern, dass er Owen sofort helfen kann. Auch während des Rests des Bandes merkt man eine gewisse Distanz, die durch die Tatsache, dass sie sich in den Animuspassagen immer auf entgegengesetzten Seiten befinden, noch verschärft wird. Hiermit wird gleichzeitig eine gewisse Spannung und Erwartung an die nachfolgenden Romane erzeugt, da man wissen möchte, wie sich das weiterentwickeln wird.

Und dann ist da die Behauptung, bzw. der Plan von Monroe im Plan, in dem Krieg zwischen Assassinen und Templern quasi eine dritte Front zu bilden und ihnen Dinge wie neue Edensplitter vorzuenthalten. Eine interessante Idee, deren Ursprung dem Leser nicht ganz klar ist. Klar ist nur, dass Monroe wohl einst ein Templer war, den Orden aber aus persönlichen Gründen verlassen hat und seitdem ständig auf Achse ist. Er ist eine interessante Figur, die sich hauptsächlich daran orientiert, ihre Ziele zu erreichen. Alles andere scheint ihm egal zu sein.

Ein Großteil des Romans findet dabei in der Simulation des Jahres 1863 statt, als es zum Aufstand im damaligen New York während des Bürgerkriegs kam. Hierbei nehmen die Jugendlichen verschiedene Persönlichkeiten ein, die in diesem Konflikt auf unterschiedliche Art und Weise beteiligt sind. Die Ereignisse werden sehr plastisch geschildert und die Schicksale der Menschen von damals lassen einen nicht kalt.

Allerdings herrscht hier ein krasser Kontrast in der Darstellung. Denn während die Persönlichkeiten der damals lebenden Charaktere gut ausgebaut werden, lässt die Charakterisierung der anderen Jugendlichen, die nicht Owen und Javier sind, stark zu wünschen übrig. Man hat das Gefühl, dass die Art und Weise, wie sie beschrieben werden, sich nur auf das Allernötigste beschränkt, weil sonst der Platz ausgeht. Wodurch das Schicksal dieser Protagonisten einem herzlichst egal ist, wie man beim Finale merkt.

Dennoch ist dies für Assassin’s Creed-Fans ein durchaus empfehlenswertes Buch.

Cover © S. Fischer Verlage

  • Autor: Matthew J. Kirby
  • Titel: An Assassin’s Creed Series. Last Descendants. Aufstand in New York
  • Originaltitel: Assassin’s Creed_ Last Descendants
  • Übersetzer: Achim Stanislawski
  • Verlag: S. Fischer Verlage
  • Erschienen: 11/2016
  • Einband: Broschiert
  • Seiten: 368
  • ISBN: 978-3-7335-0330-7
  • Sonstige Informationen:
    Produktseite
    Erwerbsmöglichkeiten

Wertung: 11/15 dpt


Über den Autor

Götz Piesbergen


Ich darf mich vorstellen? Wunderbärchen! :D

Mein Name ist Götz Piesbergen, wobei ich in den Weiten des World Wide Web auch noch ein paar andere Pseudonyme verwende. Ich bin ein Vielschreiber und Vielleser, der quasi alles verschlingt, was Buchstaben hat (hmm, lecker! :D). Und da ich zu den Leuten gehöre, die ihre Meinung im Netz gerne kundtun, bespreche ich auch die Sachen, die ich lese oder zocke oder sehe.

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von Götz Piesbergen Artikel-Lesezeit: ca. 3 min
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