David Attenboroughs Great Barrier Reef (Spielfilm, Blu-ray/DVD)

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Wer weiß, wo das größte und schönste Korallenriff der Welt liegt? Forscher und andere Taucher aus aller Welt sind sich einig, dass das Great Barrier Reef an der Nordküste Australiens auf jeden Fall ganz vorne mitspielt. Zahlreiche Arten finden dort – und nur dort – ein dauerhaft einzigartiges zu Hause, viele weitere spielen als regelmäßige Besucher eine wichtige Rolle in diesem hochkomplexen, aber bedrohten Ökosystem der besonderen Art. Einer, der sich dem Great Barrier Reef schon seit über 60 Jahren verbunden fühlt, ist der berühmte Naturforscher Sir David Attenborough. Schon damals, als junger Mann, begeisterte er in graupeligen schwarz-weiß-Dokumentationen eingefleischte naturbegeisterte Zuschauer.

Unter Einsatz modernster Technik kehrt der noch immer rüstige Forscher zurück ans Riff und taucht mit einem Mini-U-Boot in bisher nicht erforschte Tiefen, um Korallen zu bergen, die in Zukunft eine wichtige Rolle für das Riff spielen könnten. Attenborough besucht andere Forscher, die ihr Berufsleben dem Riff im Speziellen oder maritimen Lebensformen im Allgemeinen gewidmet haben.

Inhalt

Die zwei Blu-rays enthalten zusammen ca. 174 Minuten Videomaterial in drei Folgen. Jede Folge beleuchtet etwas andere Themen rund um das riesige Ökosystem Great Barrier Reef.

Die erste Episode ist den Architekten des Riffs gewidmet: Korallen aller Farben, Formen und Größen haben vielen Jahren ein gewaltiges Naturdenkmal erschaffen. Die Pracht und Vielfalt dieser Meeresbewohner mit spektakulären Aufnahmen eingefangen. In der zweiten Folge berichtet Sir Attenborough mit seinem Team von den Besuchern des Riffs: Jene einzigartigen Lebewesen, die für den einen oder anderen Zweck vorbeischauen. Die Rolle dieser Gäste im Ökosystem ist noch immer Gegenstand von Forschungen und mitunter auch von Rettungsaktionen. So gibt es eine kleine Insel auf der eine große Schildkrötenpopulation nur zum Eierlegen „anlegt“. Da sich die Bedingungen verändert haben, drohte die Art auf der roten Liste zu landen. Mit Baggern und in mühevoller Kleinarbeit wurde die Insel auf das richtige Niveau gebracht. Weniger offensichtlich aber auch faszinierend sind die Schwärme riesiger Rochen, die sich am Riff den Rumpf von kleinen Putzerfischen reinigen lassen und wie in einer Waschstraße abgefertigt werden. In der dritten Episode berichtet der über 80 Jahre alte Dokumentarfilmveteran über Bedrohungen des Riffs und wie dieses in der Lage, ist sich anzupassen oder nach Stürmen und anderen Einflussnahmen sogar zu regenerieren – wenn genug Zeit bleibt. Außerdem werden spannende Forschungsansätze vorgestellt, die mal auf besonderen Korallen aus unglaublichen Meerestiefen und mal aus neu gezüchteten besonders resistenten neuen Arten bestehen, die im Riff ausgesetzt werden sollen und der Veränderung der Umweltbedingungen trotzen können. Beides ist noch Zukunftsmusik, und der wirksamste Weg, das Riff zu schützen, wäre einhelliger Expertenmeinung nach einer Prävention weiterer durch Menschen verursachter Veränderungen des Meerwassers.

Die sogenannten „Riff-Tagebücher“ auf den Silberscheiben stellen ein nett gemachtes Extra dar, in dem man einen Einblick hinter die Kulissen gewinnt. Die Crew und das Schiff samt Mini-Unterseeboot werden vorgestellt und verleihen der Produktion eine persönliche Note.

Alles in allem dominieren die grandiosen Unterwasseraufnahmen die Dokumentation und sind wohl auch das Hauptkaufargument. Die Interviewabschnitte haben mich persönlich selten überzeugt. Ein roter Faden ist nur lose durch die thematische Gliederung der Folgen gegeben, dadurch verliert die Botschaft Attenbouroughs leider mitunter etwas von ihrer Dringlichkeit. Nichtsdestotrotz ist die gesamte Dokumentation definitiv sehenswert.

Sir David Attenbourough

Für Freunde der Materie ist es sicher nicht nötig, für alle anderen seien an dieser Stelle noch einige Worte über David Attenborough gesagt, der einer der großen Naturfilmer ist. Für das BBC produzierte er immer wieder preisgekrönte Naturdokumentationen, die ihn im Laufe der Jahre weltberühmt machten. Attenborough wurden im Laufe der Jahrzehnte von seinem Vaterland, verschiedenen Organisationen und Vereinigungen Orden, Preise, Ehrenwürden und sogar der Ritterschlag verliehen. In mehr als 50 Jahren Arbeit für die BBC entstanden Bücher und Filme zu verschiedensten Themen von Stammeskunst, über Darwins Theorien bis zur Tier- und Pflanzenwelt in all ihren Ausprägungen.

Sprachen

Wahlweise kann man die Dokumentation in Englisch oder Deutsch verfolgen, allerdings muss man bei der deutschen Vertonung (wie häufig in Dokumentationen) damit leben, den Sprechenden bei den Interview-Teilen im Hintergrund in Englisch zu hören. Da Sir David ein traditionelles britisches Englisch wie aus dem Lehrbuch spricht, ist er sehr gut zu verstehen. Die Qualität beider Tonspuren als DTS HD-Master Audio 5.1 lässt dabei nichts zu wünschen übrig.

Fazit

Wer opulente Naturdokumentationen mag und einen Blu-ray-Player sein eigen nennt, der kann hier für drei Stunden in unbekannte Tiefen abtauchen und sich von der Artenvielfalt des Riffs, der ruhigen interessanten Art zu erzählen von David Attenborough und den anschaulich geschilderten Zusammenhängen unterhalten und aufklären lassen. Die Bildqualität der Blu-ray stellt hier einen echten Mehrwert dar.

Wertung: 12/15

Cover © Koch Media

https://shop.kochmedia.com/shop/de_AT/productdetail.html?id=1019885&nav1=FILM&text=Great+Barrier+R

  • Preis
    DVD: 14,99 € (3 Datenträger, EAN-Nr.: 4020628814274)
    Blu-ray: 17,99 € (2 Datenträger, EAN-Nr.: 4020628814267)
  • Erschienen am: 09. März 2017 auf Blu-ray/DVD
  • Laufzeit: 174 Minuten
  • Tonformat: DVD: Dolby Digital 5.1; Blu-ray: DTS HD-Master Audio 5.1
  • Sprachen: Deutsch, Englisch
  • Bildformat: 1:78:1
  • Produktion: Vereinigtes Königreich 2015
  • Regie: Michael Davis, Anne Sommerfield
  • Verleih: Koch Media

Über den Autor

David J. Weigel


Zur Zeit darf ich im schönen Hannover studieren… Das ist diese unscheinbare aber irgendwie sympathische Halbmillionen-Stadt an der A7 zwischen den großen Metropolen. Besonders im Spätsommer, da kann man Glühwürmchen im Stadtpark sehen…

∇ mehr über David/Kontakt

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von David J. Weigel Artikel-Lesezeit: ca. 3 min
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