Obwohl in Amerika bereits Ende 2019 veröffentlicht, startete kürzlich “Noelle” auf Disney+ hierzulande. Gut, beim Start des Streamingdienstes im März diesen Jahres, hätte sich wohl kaum jemand einen Weihnachtsfilm angesehen. Jetzt passt es allerdings zur Jahreszeit.

Familie Kringle ist schon seit Generationen im Weihnachtsgeschäft. Genauer gesagt, stellen die männlichen Nachkommen immer den Weihnachtsmann. Sohn Nick soll demnächst diese Funktion übernehmen, fängt aber mit dem ganzen Drumherum eher wenig an. Schwester Noelle dagegen ist ganzjährig in weihnachtlicher Freudenstimmung und lässt das mit flapsigen Sprüchen immer wieder durchklingen. Als nun Santa Claus tatsächlich das Zeitliche segnet, wird logischerweise der Nachfolger schnell bestimmt. Doch Nick stellt sich ziemlich ungeschickt und unmotiviert an. In guter Absicht rät Noelle zu einem Wochenende Auszeit, bevor der weihnachtliche Endspurt beginnt.

Der Vorschlag wird dankend angenommen, doch ab dann beginnen die Probleme. Santa Claus elected Nick ist verschwunden! Was für ein Plot-Twist! Somit macht sich nun Noelle auf die Suche nach ihrem Bruder, während der einzige männliche Familienverwandte, Cousin Gabriel, die Agenden übernimmt. Der ist allerdings absoluter Technik-Freak und interessiert sich nur für gesteigerte Produktivität und ist generell der Meinung, gerade mal über 2.000 artige Kinder weltweit mit Geschenken belohnen zu wollen. Mehr gäbe es eben nicht, sagt der Algorithmus. Dieser wurde wohl auf einem iMac oder iPad errechnet – Product Placement erfolgt hier mit der Holzhammermethode.

Anna Kendrick als Noelle Kringle - © Disney
Anna Kendrick als Noelle Kringle – © Disney

Zurück zur hippeligen Weihnachtsschwester Noelle. Diese wird auf ihrer Reise mit Renntierkutsche von ihrer Nanny Polly (die großartig grummelige Shirley MacLaine) begleitet. Nachdem beide erstmals vom Nordpol entfernt sind, gestalten sich die ersten Begegnungen in der Menschenwelt, genauer gesagt im warmen Phoenix, Arizona, als situationskomisch. Unerwartete Hilfe bekommt Noelle von Privatdetektiv Jake und dessen Sohn Alex. 

Ohne jetzt groß auf die weitere Handlung eingehen zu wollen, ist es wohl offensichtlich in welche Richtung sich der Film entwickelt.

Es ist fast schon ein bisschen traurig, dass diese Stereotypen im Jahr 2020 (ok, 2019) bedient werden müssen. Eine Weihnachtsfrau? Nein, das geht ja gar nicht.

Privatdetektiv Jake und Noelle - © Disney
Privatdetektiv Jake und Noelle – © Disney

Sowohl Handlung als auch Witze sind auf flachem aber durchaus unterhaltsamen Niveau. Anna Kendrick (unter anderem bekannt aus “Pitch Perfect”) überzeugt in ihrer Rolle als Spezialistin für Weihnachten, während Bill Hader den lustlosen Nick ebenso nachvollziehbar darstellt. Disney-typisch wird natürlich nicht mit Kitsch gespart, den Regisseur Marc Lawrence (“Ein Chef zum Verlieben”) immer wieder bewusst einsetzt.

Fazit:
“Noelle” ist ein kitschig-witziger Weihnachtsfilm mit einer beherzten Hauptdarstellerin, einer vorhersehbaren Handlung und zu aufdringlichen Product Placement.

  • Titel: Noelle
  • Originaltitel: Noelle
  • Produktionsland und -jahr: USA 2019
  • Genre: Weihnachtsfilm, Komödie, Fantasy, Familie
  • Erschienen: 27.11.2020
  • Label: Disney+
  • Spielzeit: 105 Minute
  • Darsteller:
    Anna Kendrick
    Bill Hader
    Shirley MacLaine
  • Regie: Marc Lawrence
  • Drehbuch: Marc Lawrence
  • Kamera: Russel Carpenter
  • Schnitt: Hughes Winborne
  • Musik: Cody Fitzgerald
    Clyde Lawrence

  • FSK: 0
  • Sonstige Informationen:
    Produktseite
    Erwerbsmöglichkeiten

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