Filmplakat Ticket ins Paradies
© Universal Studios

George Clooney und Julia Roberts als Liebespaar? Worauf wohl viele lange gewartet haben, wird nun endlich wahr – oder so. Zumindest sind die beiden Hollywood-Stars Hauptprotagonisten in der Romanze “Ticket ins Paradies”. Doch ist der Streifen tatsächlich paradiesisch?

Die Handlung ist schnell umrissen: David (George Clooney) und Georgina (Julia Roberts) waren verheiratet und haben eine gemeinsame Tochter namens Lily (Kaitlyn Dever), welche ihren College-Abschluss vor sich hat. Die Feier steht aber unter keinen guten Vorzeichen, nachdem sich die beiden Eltern nicht ausstehen können. Hier beginnt auch schon die Überzeichnung der Charaktere, weil es teilweise schon unfreiwillig komisch wirkt, wie sehr sich die beiden scheinbar zu hassen scheinen. 

Lily, Georgina, David stehend im Wald, Gede auf einem Moped
Die Eltern treffen erstmals auf den Schwiegersohn in spe

Bevor Lily voll ins anwaltliche Berufsleben einsteigt, will sie mit ihrer Freundin Wren (Billie Lourd) nochmals einige schöne Wochen auf Bali verbringen. Dort lernt sie, wie könnte es auch anders sein, einen hübschen jungen Mann kennen, denn sie nach 37 Tagen Aufenthalt am indonesischen Eiland, ehelichen will. Daher müssen sich Georgina und David gezwungenermaßen zusammentun um das vermeintliche Unglück des Sprösslings zu verhindern.

Es bedarf nun keiner Glaskugel, um das Ende des Films hervorzusagen. Bis es nach über 1,5 Stunden allerdings soweit ist, wird nochmals der Klischeebaukasten stark bedient. So war es für Lily schon immer klar, dass sie eigentlich keine Anwältin sein will, sondern frei wie ein Vöglein die Welt entdecken will, Freundin Wren ist auf Spaß und Abenteuer getrimmt, der Ehemann in spe, Gede (Maxime Bouttier), ist ein naturverbundener junger Mann mit Traditionsbewusstsein, Georgina hat einen jüngeren, leicht dümmlichen Lover und David ist der verletzte, einsame graue Wolf.

Da hätten wir zwar einige interessante Gegensätze, die nach dem Vorbild alter Screwball-Komödien gut funktionieren könnten, doch leider zündet das Feuerwerk nicht und bleibt eine kleine Knallerbse am Sandstrand von Bali (der eigentlich in Australien lag). Zu gemächlich wird die ohnehin dünne Handlung vorangetrieben und zu sehr rückt das Brautpaar in den Hintergrund, da sich alles um die zwei bekannten Hollywood-Stars dreht.

Lily und Georgina umarmen sich
Mutter und Tochter versöhnen sich – süß.

Clooney und Roberts hatten sichtlich Spaß am Dreh (Stichwort: Beerpong), doch der restliche Cast ist leider zu belanglos. Ein paar situationskomische Momente wurden von Mamma Mia 2-Regisseur Ol Parker eingestreut, doch bleibt nichts davon in Erinnerung. Eher auffällig waren da etwas fragwürdige CGI-Effekte (springender Delfin über Julia Roberts oder arg auffällige Greenscreen-Momente). Kurz hatte ich Hoffnung, dass storytechnisch doch noch etwas drinnen ist, als Georgina meinte, sie hat sich im Mutter-Sein verloren. Doch mehr als dieser Nebensatz kam dann doch nicht und reichte letztlich aus für das Love-Comeback mit dem Ex.

Positiv zum Hervorheben bleiben die folkloristischen Szenen rund um indonesische Hochzeitsrituale und die malerischen Außenaufnahmen.

Fazit: “Ticket ins Paradies” zeigt spielfreudige Julia Roberts und George Clooney in einer gemächlich erzählten Handlung. Für einen unaufgeregten Film-Abend reichts allemal.

  • Titel: Ticket ins Paradies
  • Originaltitel: Ticket to Paradise
  • Produktionsland und -jahr: USA 2022
  • Genre: Romanze
    Komödie
  • Erschienen: 15.09.2022
  • Spielzeit: 104 Minuten
  • Darsteller: Julia Roberts
    George Clooney

    Billie Lourd
    Kaitlyn Dever
  • Regie: Ol Parker
  • Drehbuch: Ol Parker
    Daniel Pipski
  • Kamera: Ole Bratt Birkeland
  • Schnitt: Peter Lambert
  • Musik: Lorne Balfe
  • FSK: 6
  • Offizielle Seite


Wertung: 8/15 dpt



 


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