Hawking – Die Entdeckung der Unendlichkeit (Film, DVD/Blu-ray)

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Hawking (DVD, 2013) Cover © Ascot EliteAlles sehr ungewöhnlich, aber durchaus erfreulich… 1. bekommt man als Book- und Filmnerd nicht alle Tage Material vor die Nerdsbrille, das ganz aktuell mit einem Oscar verziert wurde und vierfach nominiert wurde. 2. Bestand zumindest für den tüddeligen Nerd selten so große Verwechslungsgefahr, gibt es doch seit 2004 ein ähnliches Biopic mit dem großartigen Benedict Cumberbatch in der Titelrolle: Hawking – Die Suche nach dem Anfang der Zeit. 3. ist natürlich das Sujet, also Stephen Hawkings Geschichte, völlig einzigartig.

Was den uns jetzt beschäftigenden Kinofilm auszeichnet, ist dass er gemeinsam mit einem Dokumentarfilmer entstand (Stephen Finnigan, u.a. “I Shouldn’t Be Alive”) und dass auch der geniale – hier ist das inflationär gebrauchte Wort endlich mal angemessen – Physiker aktiv an seinem Zustandekommen mitgewirkt hat.

Hawking (DVD, 2013) Szenenfoto © Ascot EliteEin weiterer Unterschied zum Cumberbatch-Movie: Das Drehbuch basiert hier auf Jane Hawkings Memoiren “Die Liebe hat elf Dimensionen: Mein Leben mit Stephen Hawking”, die das gemeinsame Leben des ehemaligen Ehepaars schildern. Dies führt naturgemäß zu einer deutlich anderen Perspektive auf die Geschehnisse – in der Promo-Zusammenfassung: “Das Schicksal des genialen Physikstudenten Stephen schien besiegelt, als der 21-Jährige mit einer tödlichen Krankheit diagnostiziert und ihm eine Lebenserwartung von zwei Jahren gegeben wurde. Doch die Liebe zu seiner Cambridge-Kommilitonin Jane Wilde gab ihm neuen Lebensmut – die beiden heirateten, bekamen drei Kinder und bald nannte man ihn Einsteins legitimen Nachfolger. In dem Maße, wie Stephens Körper durch seine Krankheit geschwächt wurde, schwang sich sein Geist zu immer neuen Höhenflügen auf. Doch sein Schicksal erwies sich auch für die Ehe mit Jane als dramatische Zerreißprobe, die beider Leben nachhaltig veränderte.”

Hawking (DVD, 2013) Szenenfoto © Ascot EliteDas verspricht nicht mal zu viel, im Gegenteil, die hier gefundene Mischung aus nachgedrehtem Material und O-Tönen bietet ideales, spannendes Infotainment im besten Sinn. Eddie Redmayne (“My Week With Marilyn”) brilliert beängstigend und Felicity Jones (“The Amazing Spider Man 2”) füllt die hier besonders wichtige Rolle der zeitweisen Ehefrau des drei Mal verheirateten Starphysikers bestens aus. Auch Familie, Kollegen und Studenten kommen zu Wort und zeichnen ein akkurat wirkendes Porträt über den Ehemann, Vater und Wissenschaftlers.

Hawking (DVD, 2013) Szenenfoto © Ascot EliteDie Kamera, oft auf den Rollstuhl montiert, begleitet Hawking durch den Alltag. Seine berühmte Computerstimme kommentiert das Geschehen. Dabei lassen sein pointierter Witz und seine tiefschwarze Selbstironie zumindest erahnen, warum dieser Mann seiner Krankheit schon so lange die Stirn bieten kann… Long may you run, Stephen!

Hawking (DVD, 2013) Szenenfoto © Ascot Elite

Cover & Szenenfotos © Ascot Elite

  • Titel: Hawking – Die Entdeckung der Unendlichkeit
  • Originaltitel: The Theory Of Everything
  • Genre: Biopic
  • Erschienen: Deutscher Kinostart 25.12.14, Kauf-Medium 07.05.15
  • Label: Ascot Elite
  • Spielzeit: 123 Minuten (DVD)
  • Darsteller:
    Eddie Redmayne (Oskar für die Titelrolle)
    Felicity Jones
    Charlie Cox
    David Thewlis
    Harry Lloyd
    Simon McBurney
    Abigail Cruttenden
  • Regie: James Marsh
  • Drehbuch:
    Anthony McCarten (mit Input von Jane Hawking, Stephen Hawking, Stephen Finnigan, Ben Bowie)
  • Kamera: Benoît Delhomme
  • Schnitt: Jinx Godfrey
  • Musik: Jóhann Jóhansson
  • Extras (DVD):
    Trailer
    Begrüßung von Stephen Hawking
  • Technische Details (DVD):
    Video: 1,78:1 / 16:9 PAL Dual Layer
    Sprachen/Ton: Deutsch/Englisch, Dolby Digital 5.1
    Untertitel: Englisch
  • FSK: 0
  • Sonstige Informationen:
    Wikipedia zum Film
    Wikipedia zum Regisseur

Wertung: 11/15 dpt


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Klaus’ Nerd-Schreibtisch

Wer bist Du und was machst Du hier überhaupt?
Bin der, der hier hockt und sich grad schwer tut, zu erklären, was er hier überhaupt macht. ;-)

Wie wurdest du zum booknerd?
Das anzugeben, fällt erheblich leichter: Symptome der Booknerdismus-Deformation hatten sich früh gezeigt (in zartestem Alter den – erheblichen! – Buchbestand der Eltern einmal quergelesen).

∇ mehr über Klaus Reckert/Kontakt

1 Kommentar

  1. Pingback: Texte der KW13 - u.a. Konzertbericht Steven Wilson, Köln

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von Klaus Reckert Artikel-Lesezeit: ca. 2 min
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