Jodi Picoult – Die Spuren meiner Mutter (Buch)

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Jodi Picoult - Die Spuren meiner Mutter (Cover ©Bertelsmann)Der neue Roman von Jodi Picoult ist wunderbar geeignet, um ihn in einem durch vor dem Kamin zu lesen. In „Die Spuren meiner Mutter“ gibte eine Liebesgeschichte, einen Krimi, Figuren die zu sich selbst finden und Elefanten und beschreibt das einmalige unveränderliche Band und die bedingungslose Liebe zwischen Mutter und Tochter. In der Wildnis bleiben eine Elefantenmutter und ihre Tochter so lange zusammen, bis eine von ihnen stirbt.

Seit sie denken kann, fragt sich Jenna, wo ihre Mutter ist. Bei einem Unfall im Elefantenreservat ist ihre Mutter, eine Elefantenforscherin, verletzt worden und wurde ins Krankenhaus gebracht. Von dort hat sie sich mitten in der Nacht selbst entlassen und wurde seitdem nicht mehr gesehen. In derselben Nacht wurde eine Leiche im Elefantenreservat gefunden.  Mit 13 beschließt Jenna, ihre Suche zu intensivieren. Zuerst bittet sie das Medium Serenity, herauszufinden, ob ihre Mutter im Jenseits ist. Dann beauftragt sie den Privatdetektiv Virgil, sie ausfindig zu machen. Zu dritt machen sie sich schlussendlich auf die Suche.

Auf gewohnt einfühlsame Art nähert sich Jodi Picoult langsam dem großen Thema der Mutter-Tochter-Beziehungen. Dabei beschreibt sie nicht nur menschliche Beziehungen, sondern zieht auch immer wieder den Vergleich zu Elefanten. So stellt ihre Romanfigur Alice, Jennas Mutter, mehr als einmal fest, dass Elefantenweibchen die besseren Mütter sind. Jennas gesamte Identität beruht auf der Suche nach ihrer Mutter, um einen Ort zu finden, an dem sie so geliebt wird, wie sie ist.

Auch in diesem Roman, wie in vielen anderen ihrer Bücher,  lässt die Autorin alle vier Hauptfiguren ihren Teil der Geschichte erzählen. Jenna, Serenity und Virgil beschreiben ihre inneren Konflikte und wie sie mit ihrer Suche vorankommen. Alice erzählt hingegen eher tagebuchartig über ihre Forschung an Elefanten und wie es zu dem Unfall im Elefantenreservat kam, bei dem sie selbst verschwand.

Jennas größte Angst als Kleinkind war es, aufzuwachen und alleine zu sein. Als der Fall eintrifft und ihre Mutter ohne sie aus dem Krankenhaus verschwindet, kommt sie nicht darüber hinweg, dass ihre Mutter sie einfach verlassen hat. Ständig malt sie sich Szenarien aus warum ihre Mutter dazu genötigt war. Jennas Sorgen wirken immer nachvollziehbar, denn warum sollte eine Mutter einfach ihr Kind alleine lassen?

Doch nicht nur Jenna ist auf der Suche nach sich selbst. Alle Hauptfiguren haben in ihrem Leben etwas verloren und versuchen nach ihrem Verlust, ihr Leben wieder ins Gleichgewicht zu bekommen.
Der Roman ist sehr gut recherchiert. Nicht nur über die Suche von Vermissten in den USA weiß die Autorin gut bescheid, sondern hat sich auch intensiv mit der Kommunikation und Beziehungen von Elefanten auseinandergesetzt. So ist das Buch gleichzeitig ein Weckruf zur Rettung der Elefanten und lenkt die Aufmerksamkeit auf die großen und majestätischen Landtiere. Die Autorin achtet dabei sehr darauf, zu zeigen, dass Elefanten keine Kuscheltiere sind sondern in der Wildnis leben und durchaus bereit sind, zu töten.

Dieses Buch ist wunderschön geschrieben, erzählt eine tolle Geschichte, welche wie in einem Krimi immer spannender wird und endet auf unerwartete Weise.

Cover © Bertelsmann Verlag

Wertung: 14/15 Elefanten


Über den Autor

Josefine K.


Im Ruhrpott aufgewachsen, zog es mich zum Studieren in den Norden. Seitdem ich lesen konnte, verschlang ich alles, was Buchstaben hatte. Zu Weihnachten und an Geburtstagen freute ich mich auf neuen Lesestoff, und die Stadtbibliothek besuchte ich regelmäßig, um stapelweise Bücher nach Hause zu tragen und in ihnen zu schmökern.

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Jodi Picoult – Die Spuren meiner Mutter (Buch)…

von Josefine K. Artikel-Lesezeit: ca. 2 min
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